Moin
Ich plane, mir einen PC anzuschaffen. Ich arbeite beruflich zwar
täglich damit, kenne aber eben nur ein paar Anwenderprogramme.
Zähl mal auf. Nein ernsthaft, PC-bauteile werden immernoch nach den benutzen Programmen ausgesucht.
- Ich möchte einen PC mit Laufwerken für Diskette und CD-Rom.
Bei Diskette gibts nur einen wirklichen Standart: 1.44 MB. Wenn du nach Diskettenlaufwerk fragst wirst du immer so eins bekommen.
Bei „CD“ siehst schon komplexer aus:
Es gibt CD-ROM, CD-Brenner, DVD-ROM, DVD-Brenner:
CD-ROM: nur CD’s (gepresste und gebrannte) lesen.
CD-Brenner CD’s (gepresste und gebrannte) lesen und CD-R, CD-RW schreiben.
DVD-ROM: CD (gepresste und gebrannte) und DVD (gepresst) lesen. Meistens auch DVD-R, DVD+R, DVD-RW und DVD+RW (=gebrannte DVD’s) lesen. Da würd ich aber schon nachfragen.
DVD-Brenner: DVD (gepresst) lesen, CD (gepresst und gebrannt) lesen. Ein paar aus DVD-R, DVD+R DVD-RW, DVD+RW schreiben. Manche können auch noch CD-R und CD-RW schreiben.
- Was muß ich über technische Einheiten und Größen wissen?
Was sagen mir welche Daten über Prozessoren, Chips, Bits usw.?
Darüber gibts ganze Bibioteken. Das wichtigtes für windows:
Die CPU:
Es sollte ein Pentium 4 (genannt P4) oder Athlon XP sein. Es sollte KEINE 64-Bit CPU sein (teuer und unnütz) und es sollte (persönliche Meinung) kein Via C3 sein. (Wenn für ein Laptop ist: poste nochmal)
Bei P4’s steht die Taktrate dran, bei Athlons das „Performance rating“ (oder so ähnlich). Das kann man ± gleich setzten. Sprich ein P4 3.0 GHz ist in etwa so schnell wie ein Athlon XP 3000+.
Es muss nicht immer das neuste und teuerste sein. Eine 2GHz CPU reicht für 99% der Heimanwender. Ausnahme: Spieler. In dem Fall kanns nicht schnell genug sein.
Die Angaben: Cache, L1, L2 und FSB kann man als Heimanwender getrost vergessen.
Der RAM:
RAM gibts in den Varianten SD und DDR. Nimm DDR. Die Grösse des RAM wird in MB (Megabyte) gemessen und in 128 oder 256MB Schritten erhöht. 256MB sind minimum und reichen für Office. Bei Fotobearbeitung kann man auch an 512 MB denken. Hier gilt grundsätzlich: Desdo mehr desdo besser. Ich spar meistens bei der CPU und kaufe dafür mehr RAM.
DDR-RAM gibts in verschiedenen Geschwindigkeiten. Der Einfluss der RAM-Geschwindigkeit auf die Gesamtegeschwindigkeit liegt so um 5%. Kann man als Heimanwender also auch meistens vergessen.
Die Festplatte:
Platten gibts in SATA, IDE und SCSI. Nimm nicht SCSI. Nimm IDE oder SATA.
Die Geschwindigkeit der Platten wird meist mit ihrer Drehzahl angegeben. Standart bei billig-PC’s sind 5400rpm. Die meisten nehmen 7200rpm. Ausserdem gibts noch 10000rpm und 15000rpm. Die machen allerdings viel mehr Lärm und werden deshalb eher selten verbaut.
Die Grösse der Platte wird in GB (Gigabyte) gemessen. Es gibt Platten von 40GB bis 300GB. Für 90% der Leute würden 20GB auch ausreichen, so kleine werden aber leider nicht mehr gebaut. Also 40GB reicht. Aber wenn du was mit Videos machen willst: Nimm eine grössere. Lass dabei aber die Finger von Platten grösser 120GB, die sind in meinen Augen noch nicht ganz ausgereift.
Meine Wahl wäre IDE, 7200rpm, 40GB von Maxtor oder Seagate.
Platten und RAM kann man später dazukaufen. CPU’s kann man auch austauschen, aber nur begrenzt.
Die Grafikkarte:
Da kann man am meisten Geld in den Sand setzen. Es sollte eine AGP-Karte sein. Es sollte keine On-Board-Karte sein und schon gar keine mit „shared RAM“.
Bei den Graka’s steht meist eine RAM-Gösse dabei. Wenn man nicht spielen will ist diese EGAL. Für Gelegenheitsspieler reichen 64MB.
Ausserdem steht manchmal die DirectX-Version dran. Je höher je mehr Spiele laufen einwandfrei. Aktuell ist 9.
USB:
Es gibt 1.1 und 2.0 Man sollte auf 2.0 bestehen. (Billig-rechner werden immernoch mit 1.1 verkauft. Das bringt aber Probleme mit Drucker, digicam’s, digicamcorder, Card-readern,…
- Was für Programme sind automatisch drauf, was muß ich kaufen?
Hängt einzig und allein vom Laden ab.
- Was ist ein Modem und wofür brauche ich es?
Ein Modem verbindet den Rechner mit dem Internet. Wenn du also wer-weiss-was wiedersehen willst sollte der Rechner ein Modem bekommen.
Es gibt analoge Modems, ISDN-„Modems“ (auch ISDN-Adapter genannt) und DSL-Modems. Sowas kann man später immernoch austauschen. Für ISDN-Modems braucht man einen ISDN-Telefonanschluss, für DSL-Modems einen DSL-Vertrag… nur analoge funktionieren eigentlich immer. Analoge sind am langsamesten, dann kommt ISDN, am schnellsten ist DSL. Die Preise sind entsprechend.
Ansonsten:
wie kommst du im Moment ins Internet ?
Welchen Telefonanschluss hast du ?
Hast du einen festen Vertrag ?
wenn nein: wieviele Stunden bist du im Netz ?
- Ich brauche Windows Word, Excel, Powerpoint, Fotobearbeitung
Was willst du mit dem Rechner machen ?
- Z.B. bei PC-Spielen gibt es immer Hinweise für Systemvoraussetzungen.
Da wird meistens der benötigte Platz auf der Festplatte, die minimale CPU-Geschwindigkeit, die minimale Graka und DirectX-Version angegeben.
CPU Geschwindigkeit = Taktrate bei P4’s und Performance rating bei Athlon XP’s. Man braucht mehr als das angegebene.
Platz auf Platte: Auf der Festplatte muss mehr Platz frei sein als da angegeben wird.
DirectX-Version: DirectX ist ein System um schnell 3D-Bilder zu erzeugen. Das ist eine Software die man gratis bei Mircosoft runterladen kann. Die Graphic-karte sollte die Version allerdings auch beherrschen. (Sprich: wenn auf der Graphic-karte DirectX 7 draufsteht wird ein Spiel auf dem DirectX 9 steht nicht laufen. Ein Spiel auf dem 7 steht wird aber auf einer Graphic-karte mit Version 9 ohne Probleme laufen)
- Was muß ich sonst noch wissen?
Kleine Fachgeschäfte sind teuerer als grosse Ketten. Weil die kleinen aber Ahnung von dem haben was sie da verkaufen wird unterm Strich meist billiger gleich zu einem kleinen Händler zu gehen.
In den grossen Ketten können die Verkäufer meist nur die Herstellerprospekte runterbetten. Die wissen aber nicht was dahinter steckt. Das sind meistens Laien. Da wird die Auswahl nach Lagerbestand und Preisvorstellung des Kunden gemacht, nicht nach Kundenwunsch oder Einsatzzweck des Rechners. In den kleinen aber feinen Läden erwischt man meistens Leute die Ahnung haben und weissen welcher PC was kann. (Hab allerdings auch schon das Gegentail erlebt)
Nachwas: Die meisten Rechner machen viel Lärm. Das muss nicht sein. Rechner können auch leise laufen, man muss den Verkäufer meist nur drauf ansprechen (und 5-10% mehr bezahlen, das ist es aber wert). Dann sollte ein anderer CPU-Lüfter und ein anderes Netzteil, sowie ein grösserer Gehäuselüfter eingebaut werden.
Wer verwandelt meine Fragezeichen auf der Stirn in leuchtende Glühbirnen?
Ich glaub ja eher dass der Kopf danach rauchen wird …
cu