Computerspiele

Hi… ich möchte eine neue Art von Lernsoftware schreiben, nämlich eine die spannend ist.

Mir ist aufgefallen, dass viele Computerspiele eigentlich gar nicht soooo spannend sind ( die Aktionen bei Strategiespielen sind eigentlich begrenzt )aber dennoch für Stunden fesseln.

Wenn man sich diese Hintergründe für Lernprogramme nutzen könnte wäre das ein ziemlicher Fortschritt, oder?

Ich versuche nun herauszufinden, was an Computerspielen so fesselnd ist…
was meint Ihr dazu?

Gruß und vielen Dank, Sascha

Ich versuche nun herauszufinden, was an Computerspielen so
fesselnd ist…
was meint Ihr dazu?

Hallo Sascha,

ich bin zwar kein Psychologe, aber ein Computerspiel-Spieler und deshalb werde ich mal versuchen, Dir ein wenig zu „helfen“. :wink:

Ich habe so ziemlich alles gespielt: Adventures, Rollenspiele, Strategiespiele, Simulationen and so on.

Ich denke, das Prinzip ist bei allen Spielen dasselbe: Es gibt überall so eine Art „Belohnung“, wenn Du etwas „richtig“ machst.
Ob Du nun Rätsel lösen oder Gegenstände finden musst, um weiterzukommen, ob Du in geschickter Weise Züge beladen und die Waren von A nach B fahren und dort zum bestmöglichen Preis verkaufen musst oder ob Du Deinen Charakter mit verschiedenen Dingen ausstatten, Dich in Schlachten beweisen musst und dafür Punkte kassierst und nach einer gewissen Zeit im Level steigst. In jedem Fall entwickelst Du einen enormen Ehrgeiz, das vorgegebene Ziel zu erreichen, die Aufgabe zu lösen oder „bessere“ Sachen zu finden, als die anderen Spieler (z. B. bei „Diablo2“, einem Online-Game).

Früher saß ich häufig stundenlang vor einem Adventure (z. B. Monkey Island) und wurde fast in den Wahnsinn getrieben, weil es mir nicht gelang, ein bestimmtes Rätsel zu lösen. Also noch mal alle Truhen durchsuchen, noch mal mit allen Leuten quatschen, noch mal das ganze Terrain ablaufen. Die Freude, wenn diese „Ausdauer“ schließlich belohnt wurde war jedes Mal riesig. Ebenso groß war die Freude (z. B. bei SimCity), wenn die mit einem Häuschen begonnene Stadt plötzlich über eine - funktionierende - Kanalisation verfügte, wenn bei Bränden die naheliegende Feuerwehr von ganz alleine ausrückte, die Einwohner das gebaute Theater freudig besuchten und so weiter. :wink:

Das verblüffende für mich war immer, dass selbst Niederlagen oder Misserfolge mich nicht davon abhielten, dieses Spiel weiter zu spielen. Im Gegenteil: Sie spornten dazu an, neue Wege einzuschlagen, andere Strategien zu verfolgen, es eben „besser“ zu machen, als beim letzten Mal. Dabei stört es dann auch nicht, dass Du die gleichen Grafiken zum 100.000sten Mal siehst, dass die Mechanismen und Funktionsweisen immer dieselben sind. Diese Spiele sind in der Lage, Dich so zu fesseln, dass Du alles um Dich herum vergessen kannst.
Ein richtiger Zustand des „flow“! :wink:

Die Aufgabe, die Du Dir gestellt hast, eine Lernsoftware mit ähnlichem „Charme“ zu schreiben ist sehr anspruchsvoll und nicht die leichteste. Ich denke, dass zum einen die Grafik dabei eine wichtige Rolle spielen wird und zum anderen das System einer wie auch immer gearteten „Belohnung“. Es gilt, Ehrgeiz zu wecken und Ausdauer abzufordern, ohne Zwang auszuüben oder langweilig zu sein. Also kein stupides Abarbeiten von irgendwelchen Aufgaben, die sich immer wieder mit demselben Lernziel beschäftigen, sondern für Abwechslung sorgen, häufiger mal das Thema wechseln. Was ich meine ist, dass man nicht 10 Dreisatz-Aufgaben hintereinander lösen soll, sondern zwischendurch vielleicht mal die Wurzel aus xxx errechnen muss – na ja, so ähnlich halt. *g*
Ob das pädagogisch wertvoll ist, kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, dass es evtl. die „Spannung“ länger erhält. Zwischendurch kurze Pauseneinlagen in Form von kleinen Filmchen, die ja durchaus auch „lehrreichen“ Charakter haben können (à la „Sendung mit der Maus“).

Hm … interessantes Thema. Ich hoffe, dass es Dir gelingen wird, Dein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Viel Erfolg!
Birgit

und Grüße an Dich.
Kerbi

Hallo Birgit;

vielen Dank für Deine tolle Antwort. Sie umfasst in etwa das, was ich mir auch durch lange Spielerfahrung zusammengereimt habe.

Genau dieser Ehrgeiz muss in den Leuten gewckt werden. Ich stelle Lernsoftware im biologischen Bereich her und denke da muss sich doch auf jden Fall was machen lassen.

Der Stoff ist unglaublich trocken und es ist mit viel Auswendiglernerei verbunden… aber solche Belohnungen sind auf jeden Fall zu finden… so z.B. mit Filmen usw.

Vielen Dank!

Sascha

hallo!

die idee an sich ist gut; bin mir nur nicht ganz sicher ob das nicht schon stattfindet mit den spielen die auf dem markt sind?!

meine absoluten suchttitel sind/waren:
civilization (playstation und civ 3 pc), advance wars (gameboy advance), panzer general (playstation, pc), return to castle wolfenstein (multiplayer). das sind nur die wichtigsten; aus „der guten alten c-64 zeit“ kämen noch andere dazu. :wink:))

civilization auf der playstation hab ich mal am stück für 16 stunden gespielt. was daran so faszinierend ist: man baut SEINE eigene zivilisation auf-man ist sozusagen deren gottheit. die wachsen einem nach einiger zeit ans herz. ich stell mir dass als eine art beschützerinstinkt vor-man verteidigt „seine babies“ gegen alle gefahren.

panzer general: das gleiche; die einheiten gewinnen an erfahrung-man „kennt“ nach einiger zeit ihre stärken und schwächen-gibt ihnen imaginäre namen. man „freundet“ sich mit ihnen an. ich hab mal eine elite spähpanzereinheit in nordafrika verloren-meine beste die ich hatte; ich war „kurz vorm heulen“.

wolfenstein: ohne teamplay geht nichts! die sanitäter die „nur“ wiederbeleben und helfen sind die wichtigsten. als vergelich sehe ich immer dieses beispiel: wenn ich in einer gruppe menschen die zusammenarbeiten sollen (auf einer tagung, …) jemanden finden möchte der freiwillig die anderen mit getränken und essen versorgt (also bedienung macht) rührt sich niemand!-in diesem spiel übernehmen aber die leute gerne die rolle des „selbstlosen“ helfers.

was mir immer wichtig erscheint ist das wissen/die gewissheit dass man gewinnt/gewinnen wird-dass man sich aber nicht im klaren darüber ist was auf dem weg dahin passiert. kleine rückschläge sind „erlaubt“; die sind nämlich ein anreiz dafür seine strategie zu überdenken. ausserdem sind solche krisensituationen immer ganz gut da man dann zu 100% gefordert wird-das ist z.b. etwas das ich im alltag überhaupt nicht habe-fühle mich meist grob unterfordert.
den meisten würde es gut tun wenn sie mal verantwortung übertragen bekommen würden; einen bereich für sich den sie selbst „verwalten“ dürfen.

so-hoffe du kannst damit ein bisschen was anfangen.
frag ruhig nach wenn du mehr wissen willst!

tschüss

matthias

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