Hallo,
ich habe des Öfteren die Wendung „confianza en su mismo“ für Selbstvertrauen gelesen. Jetzt bin ich über die Floskel „confianza en sí mismo“ gestolpert. Besteht da irgendein Unterschied? Und woher kommt das „sí“.
„sí“ ist das selbständige Reflexivpronomen für die 3. Person im Singular und Plural.
„Selbständig“ bedeutet, dass das Pronomen nach Präpositionen benutzt wird.
Ein Beispiel dazu:
Juan se ha comprado dos coches (mit dem Verb verbunden)
Juan ha comprado dos coches; el uno para sí (nach Präposition), y el otro para su familia.
Ich könnte mir also vorstellen, dass „confianza en sí mismo“ im unpersönlichen Satz vorkommt, während „confianza en su mismo“ in Sätzen vorkommt, die ein echtes Subjekt haben.
Allerdings ist es nur eine Möglichkeit. Viel eher denke ich, dass es sich bei „su mismo“ um einen Schreibfehler handelt. Dafür spricht:
1.) Das PONS-Wörterbuch führt „sí mismo“ als Wendung, während „su“ nur als Possessivpronomen vorkommt.
2.) Ebenfalls im PONS steht der Beispielsatz: „Er denkt nur an sich selbst“ - „Sólo piensa en sí mismo“, obwohl dort ja ein echtes Subjekt vorhanden ist.
3.) Die Internetseiten, die Google für „confianza en su mismo“ anführt, sind wenig vertrauenerweckend, was den korrekten Sprachgebrauch angeht. (Ergebnisseite Nr. 1: Wie man erkennt, dass ein Mann treu ist; Was Orgontechnologie leistet; Power Rangers Kapitelguide …). Bei „confianza en sí mismo“ hingegen erscheinen auch ein akademischer Erziehungsratgeber (www.ed.gov), ein Buch bei Amazon sowie ein Wörterbucheintrag.
„Confianza en sí mismo“ ist goldrichtig und bedeutet, wie du
richtig angemerkt hast, „Selbstvertrauen“.
Oder ganz wörtlich: sich selbst vertrauen…
Ich würde mich extrem wundern, wenn „confianza en su mismo“
irgendwo in Lateinamerika doch richtig wäre. In Spanien ist es
ganz sicher, falsch.
Auch in Lateinamerika ist „en su mismo“ falsch - da gibt es zwar andere Aussprache, teils anderes Vokabular, aber die Grammatik ist die gleiche geblieben.
nee, das stimmt nicht ganz. Detailliert auseinanderdröseln
kann ich das Thema nicht, weil ich nicht genug darüber weiß.
Daher nur ein paar Beispiele:
Diese Beispiele, obwohl sie nur Lokalismen sind (werden nur in bestimmten Gebieten verwendet), sind von der RAE an- und übernommen worden.
in einigen Ländern werden „tú, vosotros + entsprechende
Verbformen“ nicht benutzt, sondern durch „usted, ustedes +
entsprechende Verbformen“ ersetzt
Aber das heisst nicht, daß weder das eine, noch das andere falsch oder gar ungültig oder verboten wäre! Den einzigen Unterschied, den es macht ist, daß man schneller erkennt, wo man her kommt bzw. wo man die Sprache gelernt hat.
in Argentinien sagt man „vos entrás, vos tenés, vos decís“
etc. statt „tú entras, tú tienes, tú dices“ etc.
Wenn Du in der „RAE“ schaust, wirst sehen, daß diese Konjugationsformen bereits angenommen wurden.
der Gebrauch der Zeitformen der Vergangenheit entspricht
nicht überall den hochspanischen Grammatikregeln
Doch. Nur woanders haben auch andere angenommen. Aber, wie oben gesagt, keiner davon ist falsch.
die Objektpronomen „le, les“ (Dativ) werden oft statt „lo,
los; la, las“ (Akkusativ) benutzt
Das ist typisch in die Region um Madrid und nennt sich „laísmo“. Und es ist tatsächlich einen Fehler. Sogar diejenigen, die das machen, werden Dir das bestätigen. Genauso wie auf Deutsch falsch ist, wenn ich sage: „Ich sende Dich ein Päckchen“, ist es auf Spanisch falsch „La envío un paquete“.
glaub bitte nicht, dass ich Haare spalten, Korinthen kacken
oder Erbsen zählen will, aber
(…)die Grammatik ist die gleiche geblieben
nee, das stimmt nicht ganz. Detailliert auseinanderdröseln
kann ich das Thema nicht, weil ich nicht genug darüber weiß.
Deine Beispiele sind aber gut. Meine Kenntnisse stammen aus dem Venezolanischen und Spanischen.
Daher nur ein paar Beispiele:
in einigen Ländern werden „tú, vosotros + entsprechende
Verbformen“ nicht benutzt, sondern durch „usted, ustedes +
entsprechende Verbformen“ ersetzt
Das ist in Vla oft ebenso, allerdings werden tú usw. in der Literatur bzw. Schriftform dennoch benutzt.
in Argentinien sagt man „vos entrás, vos tenés, vos decís“
etc. statt „tú entras, tú tienes, tú dices“ etc.
Interessant - fast wie eine königliche Anrede…
der Gebrauch der Zeitformen der Vergangenheit entspricht
nicht überall den hochspanischen Grammatikregeln
Da fällt mir die Parallele ein: die einfache Vergangenheit im Französischen wird nur noch fast ausschl. in der Schriftform verwendet, kaum noch im Gespräch…
die Objektpronomen „le, les“ (Dativ) werden oft statt „lo,
los; la, las“ (Akkusativ) benutzt
Uff, dativ - akkusativ? da muß ich passen…
Und ein hügeliger Gruß ins nordische Flachland,
Cantate