Controller_Hausbesuch ?

Hallo,

wer kann mir helfen und sagen, wie ein professioneller Controller-Hausbesuch auszusehen hat !

an diesem Beispiel:

"Der Controller denkt daran, die innerbetriebliche Leistungsverrechnung für den hauseigenen Werkzeugbau auf „Fremdpreise“ umzustellen: Welche Vor- und Nachteile stellt er dem Leiter dieser Abteilung für dessen Führungsaufgabe dar ?

Hat jemand eine Idee, wie man so was sachlich diskutiert und auf eine Lösung kommt ?

Danke und Gruss

Markus

Hi Markus,

"Der Controller denkt daran, die innerbetriebliche
Leistungsverrechnung für den hauseigenen Werkzeugbau auf
„Fremdpreise“ umzustellen: Welche Vor- und Nachteile stellt er
dem Leiter dieser Abteilung für dessen Führungsaufgabe dar ?

Stellt sich mir doch erstmal die Frage, und so denke ich dem Abt-Leiter auch, warum will er das tun?

Hat jemand eine Idee, wie man so was sachlich diskutiert und
auf eine Lösung kommt ?

Da bleiben einem Abt.-Leter doch nur 2 Chanchen:

  1. Die „Fremdpreise“ sind höher als die internen Preise, dann wird seine Abt. zum internen Profit-Center und er wird sich schon die Jahresendprämien ausrechnen und jubelnd dem Controller um den Hals fallen.

Aber der Controller wird ja nun den Teufel tun und die Preise innbetrieblich entgegen der Kalkulation und Kostenrechnung zu erhöhen.

Also bleibt 2.

  1. der Abt-Leiter sieht darin den Versuch des Controller einfach und schlicht die Preise zu drücken, weil irgendeine Klitsche mit 0 Qualität, mieser Liefermoral und 200% Unzuverlässigkeit und uncertifiziert irgendeinen Mond-Tiefstpreis geboten hat, um sich vor dem Konkurs zu retten.

D.H. Stress, Unzufriedene Arbeitnehmer, Entlassungen, Kürzungen Einsparungen, Umstrukturierungen, insgesamt Unruhe im Betrieb und Qualitätsverlust. Letzendlich Kostensteigerung durch die von außen eingelegte Störung. Dann letztendlich Schließung der Abteilung. Allgemeines Fluchen auf den studierten Controller, der von nix außer Mathematik und Zahlen Ahnung hat.

Drittens Fremdvergabe der Arbeiten, schlechte Qualität führt zu schlechter Qualität des Gesamtproduktes, Auftragsrückgänge, letztendlich Konkurs des Unternehmens, weil kaputtgespart.

Das Gespräch kann nur gut ausgehen, wenn du die Ängste aus Punkt 2 in der Begründung für diese Umstellung bereits ausräumst.

gruss
winkel

Allgemeines Fluchen auf den
studierten Controller, der von nix außer Mathematik und Zahlen
Ahnung hat.

Ich denke, dass hier das Berufsbild des Controllers vollkommen falsch aufgefasst wird.
Der Controller ist in erster Linie dazu da entscheidungsrelevante Informationen zu beschaffen u. zu verdichten. Er bereitet die Entscheidungen nur vor und entscheidet i.d.R. nicht selbst, da man nicht davon ausgehen kann, dass er alle nötigen Informationen hat um die Gesamtsituation überblicken zu können. Dazu braucht er eigentlich nur Zahlen mit denen er rechnen kann (hier kann man aber nicht von Mathematik sprechen). Das der Controller ansonsten keine Ahnung ist aber ein ganz übles Vorurteil. Natürlich kennt er die möglichen (negativen wie positiven) Konsequenzen, die aufgrund seiner Information getroffen werden könnten. Da er aber nicht entscheidet kann man ihn auch nicht für getroffene Entscheidungen verantwortlich machen. (Es sei denn er hat Mist gebaut) Die Entscheidung wird u.a. anhand der Informationen des Controllers von der Unternehmensführung getroffen. Wenn sich die (falsche) Entscheidung der Unternehmensführung auschliesslich auf die Informationen (Zahlenmaterial) des Controllers stützt und sonst niemand angehört wird, ist das nicht die Schuld des Controllers. Der macht nur seinen Job so wie es von ihm verlangt wird.

MfG
Stephan

Hallo Winkel,

  1. Die „Fremdpreise“ sind höher als die internen Preise, dann
    wird seine Abt. zum internen Profit-Center und er wird sich
    schon die Jahresendprämien ausrechnen und jubelnd dem
    Controller um den Hals fallen.

Wird kaum vorkommen, denn grundsätzlich lässt sich feststellen, dass interne „Dienstleister“ (dazu zählen für mich neben Werkzeugbau auch Putzservice, Fahrzeugbetreuung usw.) ohne externe Konkurrenz irgendwann ihr Eigenleben führen, d.h. z.T. unnötige Qualitätsstandards festlegen, die aktuelle Technologie verschlafen, unproduktiv werden und immer mehr Sicherheit in die Preise reinkalkulieren.

  1. der Abt-Leiter sieht darin den Versuch des Controller
    einfach und schlicht die Preise zu drücken, weil irgendeine
    Klitsche mit 0 Qualität, mieser Liefermoral und 200%
    Unzuverlässigkeit und uncertifiziert irgendeinen
    Mond-Tiefstpreis geboten hat, um sich vor dem Konkurs zu
    retten.

Das kann nur passieren, wenn der Abt-Leiter passiv bleibt und nicht konstruktiv mitarbeitet. Es liegt an ihm als Fachmann, in Zusammenarbeit mit dem Controller (und der QS) die Mindeststandards für externe Lieferanten festzulegen. Lieferanten, die nicht in dieser Weise freigegeben und somit nicht vergleichbar sind, werden nicht als Vergleich zugelassen.

D.H. Stress, Unzufriedene Arbeitnehmer, Entlassungen,
Kürzungen Einsparungen, Umstrukturierungen, insgesamt Unruhe
im Betrieb und Qualitätsverlust. Letzendlich Kostensteigerung
durch die von außen eingelegte Störung.

„Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken“
„Jeder Chef hat die Mitarbeiter, die er verdient“
(Grundsätzlich darf ich mir an dieser Stelle an die eigene Nase fassen…)

Es hängt meiner Meinung nach von der Führungskraft ab, was aus dem Laden wird.

Dann letztendlich
Schließung der Abteilung. Allgemeines Fluchen auf den
studierten Controller, der von nix außer Mathematik und Zahlen
Ahnung hat.

Deshalb plädiere ich für den Einsatz von „technischen Controllern“ als Beimischung zu den rein BWL-studierten Controllern (gilt übrigens analog für die Abteilung „Einkauf“), um diesem gleich von Anfang an entgegen zu wirken.

Drittens Fremdvergabe der Arbeiten, schlechte Qualität führt
zu schlechter Qualität des Gesamtproduktes, Auftragsrückgänge,
letztendlich Konkurs des Unternehmens, weil kaputtgespart.

Man kann aber auch Pleite gehen, weil man meint 100% alles im eigenen Hause machen zu müssen. Mein ehemaliger AG gehört dazu (Tochter eines Weltkonzerns mit 100-jähriger „Erfahrung“). Oder aber die DDR-VEB-Betriebe, die jede Schraube selbst machen wollten.

Das Gespräch kann nur gut ausgehen, wenn du die Ängste aus
Punkt 2 in der Begründung für diese Umstellung bereits
ausräumst.

Und das heißt ganz einfach: aktiv mitarbeiten und damit erheblichen Einfluss auf die Rahmenbedingungen nehmen. Dazu gehört natürlich ein Abt-Leiter WZ-Bau, der sich nicht nur bei WZ auskennt, sondern auch im Controlling zumindest ein Basiswissen hat.

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Allgemeines Fluchen auf den
studierten Controller, der von nix außer Mathematik und Zahlen
Ahnung hat.

Ich denke, dass hier das Berufsbild des Controllers vollkommen
falsch aufgefasst wird.

Hi Stephan,

Die Frage lautete, wie gestalte ich das Gespräch.
Daraufhin hab ich dieSichtweisen, Ängste und Befürchtungen des Abt.-leiters und der Abt. geschildert und gesagt, daß in der Präsentation diese Befürchtungen ausgeräumt werden sollten.

Das Berufsbild des Controllers wird also nicht von mir hier falsch eingeschätzt, sondern ist dem „Betroffenen“ oft nicht klar, d.h. daß in den Betrieben oft nicht kommuniziert wird, was du im nachhinein beschreibst. Dagegen sollte der Controller etwas tun.

gruss
winkel

Der Controller ist in erster Linie dazu da
entscheidungsrelevante Informationen zu beschaffen u. zu
verdichten. Er bereitet die Entscheidungen nur vor und
entscheidet i.d.R. nicht selbst, da man nicht davon ausgehen
kann, dass er alle nötigen Informationen hat um die
Gesamtsituation überblicken zu können. Dazu braucht er
eigentlich nur Zahlen mit denen er rechnen kann (hier kann man
aber nicht von Mathematik sprechen). Das der Controller
ansonsten keine Ahnung ist aber ein ganz übles Vorurteil.
Natürlich kennt er die möglichen (negativen wie positiven)
Konsequenzen, die aufgrund seiner Information getroffen werden
könnten. Da er aber nicht entscheidet kann man ihn auch nicht
für getroffene Entscheidungen verantwortlich machen. (Es sei
denn er hat Mist gebaut) Die Entscheidung wird u.a. anhand der
Informationen des Controllers von der Unternehmensführung
getroffen. Wenn sich die (falsche) Entscheidung der
Unternehmensführung auschliesslich auf die Informationen
(Zahlenmaterial) des Controllers stützt und sonst niemand
angehört wird, ist das nicht die Schuld des Controllers. Der
macht nur seinen Job so wie es von ihm verlangt wird.

MfG
Stephan

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Vielen Dank für die rege Beteiligung,
Ihr habt mir echt weitergeholfen !
Jetzt kann ich das „Rollenspiel“ vollends zu Ende stricken :smile:

Schönes Wochenende

Gruss Markus