Hallo Winkel,
- Die „Fremdpreise“ sind höher als die internen Preise, dann
wird seine Abt. zum internen Profit-Center und er wird sich
schon die Jahresendprämien ausrechnen und jubelnd dem
Controller um den Hals fallen.
Wird kaum vorkommen, denn grundsätzlich lässt sich feststellen, dass interne „Dienstleister“ (dazu zählen für mich neben Werkzeugbau auch Putzservice, Fahrzeugbetreuung usw.) ohne externe Konkurrenz irgendwann ihr Eigenleben führen, d.h. z.T. unnötige Qualitätsstandards festlegen, die aktuelle Technologie verschlafen, unproduktiv werden und immer mehr Sicherheit in die Preise reinkalkulieren.
- der Abt-Leiter sieht darin den Versuch des Controller
einfach und schlicht die Preise zu drücken, weil irgendeine
Klitsche mit 0 Qualität, mieser Liefermoral und 200%
Unzuverlässigkeit und uncertifiziert irgendeinen
Mond-Tiefstpreis geboten hat, um sich vor dem Konkurs zu
retten.
Das kann nur passieren, wenn der Abt-Leiter passiv bleibt und nicht konstruktiv mitarbeitet. Es liegt an ihm als Fachmann, in Zusammenarbeit mit dem Controller (und der QS) die Mindeststandards für externe Lieferanten festzulegen. Lieferanten, die nicht in dieser Weise freigegeben und somit nicht vergleichbar sind, werden nicht als Vergleich zugelassen.
D.H. Stress, Unzufriedene Arbeitnehmer, Entlassungen,
Kürzungen Einsparungen, Umstrukturierungen, insgesamt Unruhe
im Betrieb und Qualitätsverlust. Letzendlich Kostensteigerung
durch die von außen eingelegte Störung.
„Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken“
„Jeder Chef hat die Mitarbeiter, die er verdient“
(Grundsätzlich darf ich mir an dieser Stelle an die eigene Nase fassen…)
Es hängt meiner Meinung nach von der Führungskraft ab, was aus dem Laden wird.
Dann letztendlich
Schließung der Abteilung. Allgemeines Fluchen auf den
studierten Controller, der von nix außer Mathematik und Zahlen
Ahnung hat.
Deshalb plädiere ich für den Einsatz von „technischen Controllern“ als Beimischung zu den rein BWL-studierten Controllern (gilt übrigens analog für die Abteilung „Einkauf“), um diesem gleich von Anfang an entgegen zu wirken.
Drittens Fremdvergabe der Arbeiten, schlechte Qualität führt
zu schlechter Qualität des Gesamtproduktes, Auftragsrückgänge,
letztendlich Konkurs des Unternehmens, weil kaputtgespart.
Man kann aber auch Pleite gehen, weil man meint 100% alles im eigenen Hause machen zu müssen. Mein ehemaliger AG gehört dazu (Tochter eines Weltkonzerns mit 100-jähriger „Erfahrung“). Oder aber die DDR-VEB-Betriebe, die jede Schraube selbst machen wollten.
Das Gespräch kann nur gut ausgehen, wenn du die Ängste aus
Punkt 2 in der Begründung für diese Umstellung bereits
ausräumst.
Und das heißt ganz einfach: aktiv mitarbeiten und damit erheblichen Einfluss auf die Rahmenbedingungen nehmen. Dazu gehört natürlich ein Abt-Leiter WZ-Bau, der sich nicht nur bei WZ auskennt, sondern auch im Controlling zumindest ein Basiswissen hat.