Controller - Langeweile

Hallo zusammen,

ich möchte meine Situation hier einfach mal loswerden. Ich erwarte nicht unbedingt Ratschläge, aber bin mal auf eure Reaktionen gespannt.

Von Beruf bin ich Controller. Seit Nov. 2007 habe ich eine neue Stelle. Die alte habe ich aus pers. und wirtschaftl. Gründen gekündigt. War auch alles o. k. soweit.
Nun hat sich aber rausgestellt, dass Unternehmen in dem ich jetzt arbeite hat bereits einen Controller bzw. einen Mitarbeiter der die Controllingaufgaben macht. O.k. u. a. bin ich als Assistent der GF eingestellt. Wäre ja auch kein Problem. Aber ich werde nicht gefordert. Mir ist es regelrecht zu langweilig. Z. T. sitzte ich rum und drehe Däumchen. Ich habe das auch schon bei meinen Vorgesetzten angesprochen, dass ich nicht ausgelastet bin. Allerdings werde ich dann mit großen Augen angeschaut, man sagt, dass ich mehr mit eingebunden werden, aber letztendlich passiert nicht viel.
Was soll ich denn noch tun??
Die Stelle ist eigenltich seinerzeit ins Leben gerufen worden um einem anderen Mitarbeiter auf die „Finger“ zu schauen. Ist mir so erzählt worden. Nachdem mein Vorgänger gekündigt hatte, hat man die Stelle wieder neu besetzt. Ich weiß nicht wieviel mein Vorgänger zu tun hatte. Ich weiß nur, mir reicht es nicht. Ich will ja arbeiten.
Zwischendurch bewerbe ich mich bereits bei anderen Firmen, weil ich das so auf Dauer nicht mitmachen kann!
Na ja, vielleicht mache ich ja was falsch…???
Wie schon gesagt, ich wollte das einfach mal loswerden, weil ich bald durchdrehe…

Najcire :wink:

Hallo,

ich kenne das Gefühl aus einem meiner früheren Jobs.
Ich habe die Zuverlässigkeit von Geräten abgeschätzt, aber nach weniger als einem Jahr gab es für mich kaum etwas mehr zu tun.

So eine Situation ist nicht schlecht. Manmuss für sich daraus das Beste machen, und der Raum dafür ist riesig.
Statt Däumchen drehen könntest du dich im Internet mit Themen beschäftigen, die dich interessieren und eine gewisse Nähe zu deinem Beruf/Ausbildung haben. „Nähe“ würde ich ziemlich weit fassen.
Als Controller könntest du dich nebenher mit Excel beschäftigen. Der Funktionsumfang von Excel ist gewaltig, auch für Finanzkalkulations-funktionen. Stundenlang auf eine Exceltabelle starren sieht verdammt nach Arbeit aus.
Wenn dann noch Zeit ist, kannst du dich während der Arbeit nach anderen Stellen umsehen, ganz ohne Stress.

Ich empfehle dir weiterhin, ein Dilbert Buch anzuschaffen. Dilbert stellt auf übertriebene Weise Arbeits-Situationen dar, und vor allem wie man damit umgehen kann.

Thomas

Hi Najcire,

grundsätzlich fallen mir da die folgenden Lösungsmöglichkeiten ein

  1. wenn die Kohle passt und man mit Deiner Arbeit zufrieden ist: beschäftige Dich doch selber „still“. Möglichkeiten dazu gibt’s ja genug *fg* Natürlich würde ich Dir nie raten, privaten Kram zu machen, aber auch berufliche Weiterbildung kann man ja sehr weit fassen - dazu schrieb mein Vorposter schon was.

  2. wenn zwar die Kohle passt, die Jungs auch zufrieden mit Dir sind, aber Du den obigen Tip doof findest: such Dir Aufgaben.Vielleicht funktioniert ja Eure Telefonzentrale nicht richtig und Du kannst sie übernehmen? Oder Ihr habt einen teuren Steuerberater, wobei Du das genauso gut kannst? Nun weiss ich nicht so genau, was ein Controller den lieben langen Tag lang tut und was Du besonders gut kannst, aber irgendwas läuft doch bestimmt verbesserungswürdig, oder? Falls nicht: gib mir die Adresse, dann bewerb ich mich bei Euch *fg*

  3. wenn Du da auch nix findest: rede wieder und wieder mit Cheffe. Aber nicht „hey, Alder, mir isch voll fad - hasse nichn tschob?“ sondern eher sowas wie „Mir ist aufgefallen, dass x nicht sauber läuft. Ich könnte mir vorstellen, dass man das durch y lösen könnte. Da ich schon Erfahrung damit habe, könnte ich diese Aufgabe übernehmen.“ Setzt aber natürlich voraus, dass Du wirklich ein paar Aufgaben siehst, die Du gerne machen würdest. Bringt ja auch nix, wenn Dir Scheffe dann irgendeinen Sch*** aufs Auge drückt, gelle?

  4. Eventuell wäre es auch interessant für Dich, eine Weiterbildung zu beginnen. Und zwar eine, die mit irgendwelchen schlauen Zertifikaten endet und nach deren Abschluss Du dann potientiell schönere/buntere/besser bezahlte Jobs bekommen kannst. Das in Abendschule - und tagsüber haste genug Lernstoff.

  5. Wenn das alles nix ist, dann hilft wirklich nur der Blick in die einschlägigen Jobbörsen :wink:

*wink*

Petzi

Hallo selber,

kenne diese Situation auch, hab früher schon öfter mal solche Positionen gekündigt und meinen Vorgesetzten ans Herz gelegt, daraus eine Halbtagsstelle zu machen (interessanterweise hat man diesen Rat, trotz des mir gegenüber gebrachten Erstaunens darüber, öfter auch realisiert!)

Derzeit ist bzw. war es überwiegend ähnlich. Wenig zu tun… bzw. andere Leute sind schlichtweg von gleichem Arbeitsanfall, bei dem ich mich zu langweilen pflege hoffnungslos überlastet. Das musste ich auch so verstehen lernen.

Gut, nun habe ich einiges zu organisieren, wozu mir im Feierabend die Zeit fehlt, also hab ich das ein oder andere halt gemacht, wenn ich mich langweile. Habe parallel immer Kollegen meine Hilfe und Unterstützung (die waren/sind alle vööööööllllig überlastet…!) angeboten (wurde aber auch nicht angenommen…).

Nun hat sich zum xten Mal der Hauptgesellschafter und damit auch die gesamte Firmenstruktur geändert (ganz aktuell) und natürlich herrscht Chaos… keiner weiß, wie’s weiter geht.

Zum einen resultiert natürlich nun aus dieser Situation für mich mehr Arbeit (was ich durchaus genieße) und zum anderen hat mir einer meiner Vorgesetzten letztens gesagt (er ist selber recht frisch dabei und kennt mich noch nicht gut, die Situation der Firma gab es auch nciht her, dass von seiner Seite viel Zeit war, sich mal mit mir zu beschäftigen… tja!), dass ihm bisher immer gesagt wurde, er solle mich in Ruhe lassen, ich sei total überlastet! Es ist wirklich irrwitzig (bzw. das klingt ein wenig nach Grabenkrieg zwischen den Vorgesetzten…)!

In der Tat hatte ich meinem bisherigen und noch Chef (dem anderen) nie großartig gesagt, dass ich mich langweile, weil dieser einem dann so wundervolle Aufgaben wie „dann kopieren se doch mal die Ordner da…“ gab. Ganz toll…

Also meines Erachtens hilft nur, mit den Vorgesetzten immer wieder Klartext sprechen, dass du mehr Arbeit möchtest. Hab ich jetzt halt mit dem vermutlich zukünftige Chef getan und siehe da: es wird regelrecht stressig.

Natürlich kannst du dir auch noch eine Galgenfrist geben und abwarten, ob sich tatsächlich was ändert über Kurz oder Lang. Und in Zeiten der Langeweile würde ich wie Thomas schon schrieb mich mit Themen beschäftigen wie Software oder Sprachen oder was auch immer…

Befriedigend ist das auf Dauer nicht. Auch ich bin immer mit einem Auge auf Ausschau nach etwas Neuem, stehe eh locker im Kontakt mit Personalberatern (seit ich die Stelle hier angetreten habe vor 10 Monaten), da ich nie so wirklich den Eindruck gewann „ja! das isses für die nächsten 2-3 Jahre“.

Also - hör dich um, warte noch ein Weilchen und sollte dir tatsächlich ein tolles Angebot ins Haus flattern, kannst du ja immer noch mal mit dem Druckmittel zu deinen jetzigen Chefs gehen.

Das hilft dir jetzt auch alles nicht weiter, aber vielleicht erfreut dich zu wissen, dass es anderen ähnlich geht.

Was passiert denn, wenn du dir deine favorisierte lektüre mit ins Büro nimmst und doch ganz entspannt liest? :wink:

Grüße
Demenzia

Das ist ja tröstlich, dass auch andere schon solche Erfahrungen gemacht haben.
Glaubt ja nicht, dass ich wirklich nur Däumchen drehe. Ich glaube ich wußte noch nie so gut bescheid über das was in der Weltgeschichte so los ist. Dank Internet :smile:)
Ich kann mich halt einfach nicht damit abfinden für’s Nichts tun Geld zu bekommen, na ja , fast nichts tun. Aber klar, es könnte auch schlimmer sein.
Ich freue mich aber, eure/deine Erfahrungen zu lesen.

Schönen Tag noch,

najcire

Hallo.

Seit Nov. 2007 habe ich eine neue Stelle.

Wirst Du mir Deinen Fluxkompensator nächsten Mai mal geborgt haben? Hättest ihn auch vorgestern zurückbekommen gehabt … :wink:

O.k. u. a. bin
ich als Assistent der GF eingestellt.

Dann assistiere doch von Dir aus. Schau Dich im Laden um und überleg Dir konstruktive Ideen: Wo klemmt was, wo könnte man was verbessern, wo kommt die Zahnbürste nicht hin …? Das Ganze schön präsentieren, und dann gibt es zwei Möglichkeiten.

  • Entweder Du fällst allen dermaßen auf den Geist, dass man sich endlich eine vernünftige Beschäftigung für Dich ausdenkt :wink:

  • oder Du präsentierst Dich als interessierte, motivierte, wasweißichwasierte Fachkraft mit glänzenden Ideen. Dann wird man Dich nicht mehr ignorieren können.

Weiter umgucken kannst Du Dich ja unabhängig davon; jedenfalls scheint mir diese Vorgehensweise eine vernünftige Alternative zum Fliegenfangen zu sein. Im schlimmsten Falle lernst Du was dazu.

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo!

…als Assistent der GF eingestellt. Wäre ja auch kein
Problem. Aber ich werde nicht gefordert. Mir ist es regelrecht
zu langweilig.

Lt. Vika bist Du im Finanz-, Produktions- und Vertriebscontrolling tätig. Wohlüberlegt schreibe ich statt controlling die deutsche Bezeichnung Steuerung. Du bist also direkt der Geschäftsleitung unterstellt und für die Finanz-, Produktions- und Vertriebssteuerung tätig.

Ich behaupte: An der zentralen Stelle, an der Du im Unternehmen sitzt, gibt es so gut wie nichts, für das Du nicht zuständig bist. Du hast einen pickepacke prallvoll gefüllten Job oder Deinen Aufgabenbereich nicht verstanden. Du sollst immerhin das Finanzwesen, die Produktion und den Vertrieb steuern. Das dürfte fast der ganze Betrieb sein. Und das langweilt Dich?

Oder wartest Du, daß man Dir Aufgaben gibt? Ich glaub, da siehst Du was falsch. Scheißdenglisch Controller, das zu Mißverständnissen führt. Du bist der Mann am Steuer! Wenn Du Bescheid bekommen willst, was Du zu tun hast, mußt Du Fahrer oder Produktionsmitarbeiter werden. In Deiner jetzigen Position bist Du derjenige, der ansagt, der steuert, Aufgaben vergibt und ihre Erledigung kontrolliert (Kontrolle und Controlling sind ganz verschiedene Stiefel).

Gruß
Wolfgang