Controlling

Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,
hallo,
ich arbeite in einem Unternehmen, das auch eine Telekommunikationssparte besitzt und dort soll ich demnächst im Controlling bei der Kalkulation usw aushelfen. Dabei kam mir eine Frage:
wie kalkulieren die Firmen wie e-plus usw eigentlich ihre Tarife? Ok, das kann jetzt keiner wissen, aber mir geht es um folgendes: es gibt das Unternehmen, die Mitarbeiter, die Technik usw usf. Wie berechnet man da einen Minutenpreis? Na, auch das kann ich mir vorstellen, man teilt die Kosten durch die voraussichtliche Dauer aller Telefonate o.ä., aber wieso sind manche Telefonate teurer als andere ? warum z.B. kostet ein Ortsgespräch weniger als ein Gespräch von Stuttgart nach München ? Es wird ja im grunde genommen nichts verbraucht, man nutzt ja nur eine Telefonleitung die ohnehin in der Erde verbuddelt ist, da ist es doch nicht teurer wenn man von Stuttgart nach Stuttgart telefoniert als wenn man eben von Stuttgart nach München telefoniert ? ich würde mich sehr über Ideen/Tipps/Anregungen freuen. Vielen Dank schon mal.

viele Grüße

Christian

Hallo Christian,
die Frage beantwortest Du Dir fast schon selbst. Ist es denn die gleiche „Buddelei“ um das Kabel in die zu legen
von S nach M wie innerhalb von S???

Du sagts, die Kabel liegen ja in der Erde, aber wie sind sie denn da rein gekommen??? Hat das Verlegen der Kabel auch etwas gekostet?

Bei Deiner neuen Tätigkeit solltest Du gut aufpassen bei dem was schon an know how vorhanden ist in der Abteilungs, wie es bisher gemacht wurde und dies versuchen zu verstehen.

Gruß und viel Erfolg!
Karl

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Hallo Christian.

Der Telefonpreis haengt ja auch von der Entfernung zweier Orte ab. z.b. Auslandsgespräche.
DAs Buddeln für das Verlegen der Leitungen verursacht ja kosten. Diese Anschaffungskosten werden auf die Kostenstellen letztlich an dieKonsumenten weiterverrechnet. Welche Kalkulations-Eigenheiten Tarif-unternehmen haben, kannst Du nur direkt vor ort erfahren.

MFG
Regina

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ok,
vielen dank und viele grüße

christian

Ups, mir Sonnenverbranntem Hirn grade aus dem Urlaub zurück … dazu habe ich mir noch nicht so direkt Gedanken gemacht. Aber ich hätte die Idee, dass das mit der Vorwahl-Nr zusammenhängt, mit der man sich aus dem eigenem Ortsnetz herauswählt…?
Ulrich

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Hallo Christian,

vorab: ich weiss nicht wie die großen Telekommunikationsunternehmen ihre Tarife kalkulieren, kenne aber ein Unternehmen einer anderen Branche mit hohen Fixkosten. Die Preise in Branchen mit hohem Fixkostenanteil sind hauptsächlich von der Marketingstrategie getrieben und weniger von einer Kostenkalkulation (oder Monopolpreise wenn nur ein Anbieter vorhanden, aber das gilt in der Telekommunikation ja nicht mehr).

Zunächst einmal haben Telekommunikationsanbieter mit eigener Infrastruktur einen hohen Fixkostenanteil, da wie du ja auch schreibst die Telefonleitungen eh verbuddelt sind, egal ob oder wie viel sie genutzt werden. Dazu kommen Investitionen in Vermittlungsstellen, Funkmasten usw. Diese Investitionen müssen über Umsätze wieder „verdient“ werden und stellen über ihre Abschreibung Kosten dar. Diese Kosten kann man aber keinem einzelnen Produkt/Kunden zuordnen (anders als bei klassischen Produktionsbetrieben, wo man z.B. Materialkosten oder Arbeitsstunden meist direkt einem Auftrag zuordenen kann).

Da man durch den hohen Fixkostenanteil keine klassische Zuschlagskalkulation (Kosten + Gewinn) zur Preisfindung anwenden kann, wird der Preis auf Basis der erwarteten Zahlungsbereitschaft der Kunden (z.B. durch Marktforschung, Studien) und dem Wettbewerb festgelegt. Dabei wird durch Kundensegmentierung mit verschiedenen Produkten versucht, den jeweils maximalen Gewinn zu erzielen. Z.B. gibt es unterschiedliche Angebote für Geschäftskunden, Privatkunden und Studenten, hohe oder niedrige Grundgebühren oder subventionierte Handys. Da die tatsächliche Nachfragefunktionen der Kunden nicht bekannt ist, arbeitet man meist mit Daten der Marktforschung und Expertenschätzungen und rechnet daraus den höchsten Umsatz bzw. Gewinn. Z.B. Schätzung: bei 10 Cent je Minute telefonieren 1.000 Kunden je 100 Minuten = 10.000 Euro Umsatz, bei 20 Cent je Minute telefonieren 700 Kunden je 50 Minuten = 7.000 Euro Umsatz; ohne Berücksichtigung variabler Kosten ist der Preis von 10 Cent also besser. In Wirklichkeit ergeben sich durch verschiedene Kundensegmente, Grundgebühre, variable Kosten usw. natürlich wesentlich kompexere Modelle. Das Controlling hat dabei die Aufagebe, die verschieden Modelle durchzurechnen und die Annahmen zu plausibilisieren

Jeder Tarif sollten natürlich immer mindestens die variablen Kosten decken. Der Durchschnittspreis über alle Kundensegmente sollte die Gesamtkosten (variable + fixe Kosten) sowie einen Gewinn enthalten. Wenn die Investitionen aber einmal getätigt sind und nicht an andere Unternehmen weiterverkauft werden können, kann es auch sinnvoll sein unter den Gesamtkosten anzubieten (Problem der sogenannte „sunk costs“).

Kalkulationen im Controlling sind vor allem vor der Investition interessant um auszurechnen ob bzw. bei welchen Preisen sich eine Investition überhaupt rechnet. Danach werden oft noch Break-Even-Berechnungen durchgeführt, d.h. wieviele Kunden brauchen wir um die Gesamtkosten zu decken.

Ich hoffe es sind ein paar Anregungen für dich dabei.

Schönen Gruß,
Thorsten

hallo,
gaanz vielen Dank, das hilft mir schon mal sehr viel weiter.

danke und gruß

christian

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Habe hierzu keine passende Antwort

Sorry für die späte Antwort, ich geh jetzt mal davon aus, das sich das Thema wahrscheinlich inzwischen erledigt hat.