Coronavirus: Die Gefahr wird vom Vater ignoriert

Hallo Leute,

meine Mutter (68) hat eine sehr beeinträchtigte Lunge mit einer Leistung, die einer 80 jährigen entspricht (so der Wortlaut der Ärzte). Sie hat Schwierigkeiten beim atmen, muss öfter dieses Sauerstoff (?) Spray benutzen, wie beim Asthma. Zudem hat sie eine Katzenhaarallergie und eine Katze.

Mein Vater (72, leicht dumm, Messi) lacht über das Virus und meint, es sei alles Panikmache. Wir wohnen alle zusammen in einer Wohnung.

Er ist leidenschaftlicher Flohmarkt-Fan (4x die Woche für mehrere Stunden), was mich besorgt, da er auf diesen riesigen Märkten (Köln) mit 90% Menschen mit ausländischer Herkunft (Italien, Iran, Spanien, etc) zusammentrifft (um Gutmenschentumsgedanken zuvorzukommen - er selber ist ausländischer Abstammung). Das heisst, dass evtl Besuch in jenen Familien still zur Übertragung geführt haben könnte.

Das heisst, er setzt meine Mutter der Gefahr aus sich von ihm anstecken zu lassen (sein Leben ist ihm egal).

Was kann ich tun?

Liebe Grüße aus Köln,
Chris

[Überschrift editiert, verschlagwortet vom www Team]

Als erstes die Katze abschaffen. Und des weiteren: hoffen. Vor dem Virus schützen kannst du sie nicht - oder soll sie den Rest ihres Lebens in Quarantäne verbringen?

Gegen Grippe etc. seid ihr alle geimpft?

4 Like

Hallo Chris,

entgegen Deiner steilen Hypothese hat die Herkunft eines Menschen keinerlei Einfluss auf dessen Empfänglichkeit für eine Covid 19 - Infektion.

Die Anzahl von persönlichen Kontakten auf geringe Distanz ist entscheidend, nicht der Geburtsort eines Menschen.

Das Spray, das Deine Mutter verwendet, ist kein Sauerstoff (der wäre in so winzigen Dosierungen vollkommen wirkungslos), sondern vermutlich Salbutamol.

Ach, und zur Frage „Was kann ich tun“? Du kannst selbst einen Mundschutz tragen (und nicht zu lange den selben!!) - die schützen nämlich nicht davor, angesteckt zu werden, sondern davor, andere anzustecken.

Schöne Grüße

MM

2 Like

Hi!

Sich unter freiem Himmel anzustecken funktioniert nur, wenn man sich sehr sehr nahe kommt. Flohmarktkundschaft gehört normalerweise nicht dazu. Dieses Risiko ist also eher gering.
Hierzu solltest du dir öfter die Podcasts von Dr. Christian Drosten anhören (RKI), der das sehr gut erklären kann.

Eine Katze zu haben bei bekannter Katzenhaarallergie UND Lungenbeeinträchtigung - also, da sollte man doch wirklich mal Nägel mit Köpfen machen.
Diese Allergie schwächt den Respirationstrakt so stark, dass man damit eher das Grab schaufelt als mit Flohmarktbesuchen.

Für die anderen Probleme würde ich dann doch mal einen Familientherapeuten bemühen. Davon abgesehen musst du diese Familiensituation zwar aushalten, aber auch musst dich nicht verantwortlich fühlen. Ein Vater kann sicher viel Unheil über eine Familie bringen, aber die Kinder sind nicht dafür verantwortlich ihn in Schach zu halten. Pass auch auf dich gut auf!

Alles Gute

Diva

(https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html?fbclid=IwAR2efNbedWmVqiTPAY1dkvUv947kJ7cex-MrSzNU0S_IJP_Th-4z4X5LgYY)

6 Like

Deine Mutter sollte sich auf alle Fälle gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen.

Wenn ihr zudem den Vater aussperren könntet, wäre es noch besser. Ist aber wohl nicht zu erwarten.

Aber absoluten Schutz gibt es sowieso nicht.

Alles Gute!

2 Like

Ja, genau solche Leute wie Dein Vater werden es vielleicht schaffen, dass wir auch einen rigiden Lockdown bekommen, weil es offensichtlich anders nicht geht.
Ich persönlich würde in so einer Lage in ein Risikogebiet fahren und danach etwas dafür tun, dass die Familie unter Quarantäne gestellt wird.Oder auch nur behaupten, in so einem Gebiet gewesen zu sein.
Pragmatische Lösungen waren von kompetenter Stelle zu Recht gefordert worden.

4 Like

Hat der Drosten wirklich gesagt, dass Flohmarktbesuche bzw. der Besuch vergleichbarer Veranstaltungen unbedenklich sei? Ich gehe zwar maximal 4 mal jährlich und nicht 4 mal in der Woche zum Flohmarkt, komme dort aber ständig in Kontakt mit Menschen in weniger als den empfohlenen 1m50 Entfernung.

2 Like

Er hat wortwörtlich gesagt, dass Christian_a5ab6d auf den Flohmarkt gehen kann!

Natürlich nicht!

Ich hab doch den Link eingefügt, hör es dir halt an.

Wenn du jeden Flohmarktkunden abknutscht, steigt die Gefährdung natürlich. Ich bin vom allgemein üblichen Kundenkontakt auf Flohmärkten ausgegangen, aber vielleicht ist es bei euch ja üblich, sich zur Begrüßung anzuhusten.

Wenn du mir die Stelle nennst, wo das vorkommt, mache ich das gerne. Ich stecke inzwischen lieber den Kopf in den Sand als dass ich mich rund um die Uhr mit Covid-19 befasse.

Nimm ein Maßband, das bei 1m50 noch waagerecht bleibt und nicht einknickt, und halte es vor deine Brust. Du wirst erstaunt sein, wie weit das Ende des Bandes von dir weg ist. Zwischen dem Verkäufer hinter seinem Tapeziertisch und dem Kunden, der sich die Ware auf dem Tisch anschaut, wird dieser Sicherheitsabstand nicht erreicht und zwischen den Besuchern, die zwischen den Ständen deambulieren erst recht nicht.

1 Like

Wenn man davon ausgeht, daß die 1,5 Meter mit absoluter Sicherheit gelten, dann kann man sich darauf verlassen, daß die ausreichen. Andererseits könnte man sich natürlich überlegen, daß das Virus per Tröpfchenübertragung übertragen wird und die Tröpfchen auch schon mal ein bißchen in der Luft herumhängen, weil die Tröpfchen ganz klein sind. Und sie werden natürlich auch durch Husten oder Niesen beschleunigt und überwinden dabei auch schon mal andere Distanzen.

Viel entscheidender ist aber, daß die Zahl der Infizierten in Deutschland viel höher ist, als man derzeit öffentlich feststellt. Daß hat nichts damit zu tun, daß man die Öffentlichkeit belügen will, sondern damit, daß die Infektionsketten seit wenigstens zwei Wochen nicht mehr in Gänze nachzuvollziehen sind, aber die wesentlichen Kriterien für einen Test nicht die Symptome sind, sondern ob man zu einer positiv getesteten Person engen Kontakt hatte oder selber in einem Risikogebiet war. Da man aber spätestens seit der Karnevalssitzung von Heinsberg gar nicht mehr weiß, wer alles Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte oder Kontakt zu einer Person hatte, die Kontakt zu einer Person hatte, die positiv getestet wurde, ist dieses Kriterium belanglos geworden.

Mit anderen Worten: es gibt viel mehr Infizierte als man positiv getestet hat, wofür übrigens auch die gerade in den letzten beiden Tagen explodierenden Fallzahlen sprechen. Kurz: die Wahrscheinlichkeit, an einem Tag einer infizierten Person zu begegnen, ist inzwischen relativ hoch und wenn man sich dann in Menschenmassen herumtreibt und das auch noch über vier Stunden und dabei wahrscheinlich zig Gegenstände angrabbelt, die zuvor von anderen Menschen angegrabbelt wurden, hat man ein Infektionsrisiko, das viel zu hoch ist, um einer Person mit den beschriebenen Vorerkrankungen auf die Pelle zu rücken.

2 Like

Nun, bei uns ist es auf dem Krempelmarkt üblich, am Neuen Messplatz, wo dieser stattfindet, eine öffentliche Toilette zu betreiben. Ob bei Euch am Flohmarkt die Leute in irgendwelche Ecken pinkeln und sich anschließend dann am mitgeführten Waschbecken die Hände gründlich einseifen und waschen, weiß ich nicht, aber es kommt mir ein wenig unwahrscheinlich vor.

Außerdem sind Flohmärkte, auf denen es nichts aus Kunststoff, Edelstahl oder Steingut oder Porzellan gibt, doch einigermaßen selten, scheint mir.

Dass der Mannheimer Flohmarkt (es wäre der erste im Jahr gewesen, und er hat eine ziemliche regionale Bedeutung) abgesagt worden ist, schon eine Weile bevor hier von Stuttgart entsprechende Anweisungen da waren, ist nicht aus Jux und Dollerei geschehen.

Schöne Grüße

MM

3 Like

Muss man jeden Scherz erklären.

Ich ziehe alle Aussage zurück und erkläre hier mit das Gegenteil.
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
IANAV
(Ich bin kein Virologe).

Viel Glück!

1 Like

Sorry, es ging nicht um diese flapsige Bemerkung in deiner Antwort sondern um den ersten Absatz in deinem ersten Beitrag in diesem Thema. Da war für mich leider keine Ironie erkennbar. Und auch der Rest deiner Antwort ist völlig daneben, wie auch Aprilfisch klar gemacht hat. Sag einfach, dass du den Drosten falsch interpretiert hast, oder meinetwegen, dass der auch mal Quatsch verzapft.

Bei dem Drosten muss ich ohnehin immer an den alten Witz von den zwei Ballonfahrern denken, die sich im dichten Nebel verfahren haben. Irgendwann sehen sie unter sich einen Spaziergänger. Einer ruft: „Wo sind wir?“, der Spaziergänger antwortet: „Im Ballon“ und geht weiter. „Das war ein Virologe, vielleicht sogar der Drosten“ sagt der eine Ballonfahrer. „Wie kommst du da drauf?“ fragt der andere. „Ist doch klar: die Antwort kam prompt, sie war korrekt und du kannst nichts damit anfangen“.

1 Like

In Tschernobyl und Fukoshima gab es auch Unvernünftige, die man "zu ihrem Glück " zwingen musste. Risiko und Gefahr waren noch weniger mit den Sinnesorganen zu erfassen. Jetzt gibt es den Ausnahmezustand und der Blödsinn mit den Krempelmärkten wird wohl auch verboten werden.
Gruss
Rakete

1 Like

„Der Drosten“ beschert sich ja selber regelmäßig, dass Medien und Leute ihn verkürzt und ausserhalb des Kontextes- hier auch des zeitlichen- zitieren.
Und fordert eine erweiterte Aufmerksamkeitsspanne (für mich jetzt schon das Wort des Jahres).
Ich weiss nicht, auf welche Aussage an welchem Tag sich Dropdeaddiva bezogen hat.
Denn ja, sowas in der Art hat er schon mal gesagt.
Aber es wird auch deutlich, wenn man ihm die geforderte Aufmerksamkeitsspanne schenkt, dass er peinlichst genau immer wieder von Phasen spricht und- meine Worte- was jetzt gilt, übermorgen (oder inzwischen eher in 2 Stunden, so geht exponentiales Wachstum) nicht mehr gilt.

Unabhängig davon gilt es im konkreten Fall zu differenzieren:
Ja, in der freien Luft verziehen sich Aerosolwolken erheblich schneller, das hiesse , alles klar.
Nun sind die meisten Leute aber leider virologisch ungebildet und wenn die dann denken, alles klar, dann kann das fatal sein, weil sie vielleicht nicht daran denken und erst recht nicht in diese Richtung aufmerksam sind, dass der eine Huster direkt ins Gesicht schon anstecken kann. Darum muss man Regel 2 mit hinzuziehen: 1,5 bis 2 Meter Abstand aus Prinzip und immer.
Wenn man das auf einem Flohmarkt hin bekommt dann kann man da hin gehen, auch kann man gehen, wenn man sehr aufmerksam ist und den Huster schon kommen sieht.Da müsste man dann aber so alert sein, dass der Besuch keinen Spass mehr machen kann.
Und weil all das viel zu kompliziert ist, wurden solche Dinge eben gestrichen.
Safe is safe, sozusagen.

Vor ein paar Tagen, und da wurde der Drosten sicherlich von ein paar Tagen vorher zitiert, war diese Absonderung voneinander auch noch nicht so dringlich. Das hat er auch gesagt!
Es musste auch eine (wie ich persönlich finde doch zu lange Weile) abgewogen werden zwischen verschiedenen Ebenen.
Warum hat er das gesagt zu einer früheren Zeit? Weil zu jener Zeit die Durchseuchungsrate so erheblich niedrig war, dass die Wahrscheinlichkeit, auf eine infektiöse Person gesehen statistisch (!) gesehen verschwindend gering war.Das hat er auch begründet -zu diesem Zeitpunkt- mit der frühen Durchtestung und Infektionskettenaufdeckung an Orten, die keine hotspost waren.Für Heinsberg hat er sowas sicherlich ausdrücklich nie gesagt.

Summa sumarum muss man die Phasen der Epidemie im Blick haben und deren jeweiligen Anforderungen. Und dann immer angemessen differenzieren.

Ich denke, Herr Drosten wurde im Großen und Ganzen zwar korrekt zitiert, aber es wurde nicht bedacht, dass das inzwischen absolut nicht mehr gültig ist, weil wir woanders stehen.
Es ist alles Mathematik plus Epidemiologiewissen , mit der man sich das erschliessen kann.

Und weil viele entweder nicht die Aufmerksamkeitspanne für Leute wie Herrn Drosten aufbringen können oder wollen, kommen dann halbwahre nutzlose Antworten dabei raus.
Der Mann tut mir leid, denn er gibt sich sehr viel Mühe.(Und ich finde übrigens ihn gar nicht schwer zu verstehen, er hat ein ausgesprochenes Talent, Dinge verständlich zu erklären.)

1 Like

Ist ja nun geschehen wie ich hörte. Zum Glück.

Ich habe mir bereits einige Sendungen (er hält wirklich jeden Tag ein Interview) vom Dr. Drosten angehört und denke, dass er natürlich der Spezialist schlechthin ist auf seinem Gebiet, weshalb ich seinen Hinweisen folge wo und wie ich nur kann.
Da der Flohmarkt nun passé zu sein scheint (danke Regierung), ist dieses Problem erstmal gelöst und eine Last von meinen Schultern gefallen.

Danke für alle Tipps und Hinweise.
Chris

wenn er es nicht einsieht sich zu schützen, das hört sich arg an must du ihn vor die alternative stellen endweder er schutzt sich mit hände waschen und mundschutz, und das energisch oder er mus in zukunft auf dem sofa übernachten und darf mama nur noch mit einmalhandschu anlangen

Es ist vollkommen klar und wird von den Wissenschaftlern des Robert-Koch-Instituts immer wieder geraten: Vermeiden Sie Menschenansammlungen, weil diese der Grund für die rasante Verbreitung von Viren jeglicher Art sind.
Das Robert-Koch-Institut und seine Wissenschaftler haben nicht gesagt, dass man Nichtdeutsche meiden soll.
So etwas wird auch kein Wissenschaftler raten; denn das ist Rassismus.
Dass sich Dein Vater nicht nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen verhält, ist in zweierlei Hinsicht schlimm.

  1. Er schadet sich selbst wegen seiner eigenen Ignoranz und
  2. Er schadet seiner Familie. Nämlich deiner Mutter und Dir.
    Versuche Ihm das klar zu machen. Aber nicht mit Vorwürfen sondern mit beispielsweise folgenden Fragen:
    Liebst Du Mama und mich? Dann bitte ich Dich für ein paar Wochen auf Deine geliebten Flohmarktbesuche uns zu liebe zu verzichten.
    Herzliche Grüße aus Berlin
    Peter

Räusper das hat sich eh gerade erledigt.