die welt steht auf kan fall mehr lang …
… heisst es im kometenlied, einem der bekanntesten couplets.
hai lutz,
couplets haben tradition bei nestroy und co. das wort kommt aus dem franzoesischen (von „couple“ fuer „paar“) und meint ein satirisches lied in strophenform mit kehrreim.
nestroy und seine zeitgenossen waren mit harter zensur konfrontiert. nestroy hat darauf so reagiert, dass er seine texte brac eingereicht hat - und dann abends auf der buehne bei den couplets hat er strophen angefuegt, die sich auf die aktuelle politische situation bezogen. das war insgesamt sehr erfolgreich - und sehr teuer fuer ihn.
couplets findest man aber auch in operetten von strauss - und sehr bissig bei karl valentin.
couplets werden auch noch von kabarettisten gerne eingesetzt, wobei oft neue texte mit alten refrains verbunden werden.
die definition aus dem theaterlexikon:
Frz. Diminutiv zu ‚couple‘ = Paar, Verbindung, von lat. ‚copula‘). Ursprünglich Zwischenstrophe. Kurzes, pointiertes, witzig-satirisches und oft auch zweideutig-schlüpfriges Lied mit einer Vielzahl von stets auf den gleichen Kehrreim endenden Strophen. Häufig in Vaudeville, Operette, komischer Oper, Posse, Singspiel. Durch winzige Veränderungen oder Wortumstellungen im Schlußkehrreim werden oft zusätzliche Pointen geschaffen. Im Dialog-C. singen zwei (oder mehr) Schauspieler abwechselnd den Kehrreim. Zahlreiche berühmte C. bei Johann Nepomuk Nestroy (1801-62): z.B. Knieriems Kometenlied im Lumpazivagabundus (1833) und Lied des Lips in Der Zerrissene (1844).
[Quelle: Theaterlexikon. Begriffe und Epochen, Bühnen und Ensembles.]
und das musiklexikon:
COUPLET (frz.; von lat. copula = Verbindung, Paar; span.: copla), seit dem 14. Jh. in Frankreich Bz. für ein Reimpaar, später auch für die ganze Strophe (syn. Bz.: stance oder strophe). In der Troubadourdichtung wurde die Strophe entsprechend der altprovenzalischen Cobla auch cople (später couple) genannt. Im Rondeau der französischen Instrumentalmusik des 17. und 18. Jh. heißen C. die Abschnitte zwischen den Reprisen. Seit dem ausgehenden 18. Jh. bezeichnet C. ein Strophenlied mit Refrain mit witzigem oder satirischem Inhalt, das als Gesangseinlage in Vaudevilles, Opéras-comiques und Operetten eingefügt wurde. In dieser Form fand das C. als selbständige Gesangsnummer auch Eingang in das moderne Kabarett. In Deutschland wurde es besonders von O. Reutter gepflegt.
[Quelle: Das neue Lexikon der Musik.]
ein paar links zum schmoekern:
http://nestroy.museumonline.at/zeitkritiker-zensur/z…
http://elf.mur.at/nestroy.html
http://www.gutenberg.aol.de/nestroy/abendwnd/abendwn…
http://www.forst.uni-muenchen.de/~refo/poezio/singla…
viel vergnuegen
gernot
ps: couplets gibt es auch in der englischen dichtung. brockhaus definiert:
Heroic Couplet, paarweise gereimter, fünfhebiger jamb. Vers der engl. epischen Dichtung. Das Heroic Couplet wurde von G. Chaucer in die engl. Literatur eingeführt und bes. im 17. und 18. Jh. (J. Dryden, A. Pope) zur vorherrschenden metr. Form.
[Quelle: Der Brockhaus: Enzyklopädie in 24 Bänden.]