Coursing

Hallo allerseits,

hat hier irgendjemand Ahnung von Coursing? (= Simulierte Hetzjagd auf einen künstlichen Hasen o.ä.)

Ich versuche gerade herauszufinden, ob es nur als „ernsthafter“ Sport betrieben wird oder ob es auch Möglichkeiten gibt, es nur aus Spaß zu machen und ohne Wettkampfambitionen zu machen. Mein Picard-Podenco-Mischling ist ja kein wirklicher Windhund, ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es eine gute Beschäftigung für ihn wäre.

Irgendwie bin ich gerade nicht in der Lage, im Internet herauszufinden, an wen ich mich im östlichen Ruhrgebiet und Umgebung diesbezüglich wenden könnte. Hat jemand einen Tipp?

Grüße
Christiane

Hallo, Christiane:smile:

Ich habe meinen Jazz, der ja eigentlich ein ausgebildeter Jagdhund ist, aber nicht jagdlich geführt wird, vor Jahren, als er noch ein Jungspund war, zum coursing gebracht - gefunden habe ich das Training über den Windhundrennclub Austria. Nach einiger Überredung durfte er da ab und an „einfach so“ einmal in der Woche mitmachen - parallel dazu musste ich ihm aber das Hetzen wieder abgewöhnen:frowning: Und ich habe dann auch bald wieder aufgehört mit diesem „Spiel“. Meinen Hund hat es nur „heiss“ gemacht auf Dinge, die er nicht wirklich soll/darf.

Ich bin dann letztendlich wieder aufs gute alte Radfahren, auf „Gassigehen“ mit Rollern und, bei mir am Bauernhof, (keine befahrenen Strecken, Feldwege, etc.) auf das „Jagen des Autos“ zurückgekommen.

Das ist ein Streitthema, ich weiss, und jeder muss das für den Hund und für sich austesten - bei diesem Hund war es ideal. Er hat es sofort kapiert, ist nie - wirklich nie - vor das Auto gelaufen und unsere „Trainingseinheiten“ waren immer dann zu Ende, wenn er noch weiterlaufen wollte. Meine vorigen Hunde waren nicht dazu zu bekommen, bzw. es wäre zu gefährlich (für die Hunde) gewesen.

Langer Rede, kurzer Sinn, ich würde mir das mit dem coursing noch überlegen.
Ich würde es nicht nochmal probieren.

Lieben gruss, jenny

nochmal ich
guten Morgen, Christiane:smile:

ich hab dir hier mal einen link rausgesucht, auf dem unter training zwei Herren angeführt sind, die du vielleicht direkt kontaktieren kannst, um dir tips zu holen.

http://www.afghanen-freunde.de/wrv/trainingstermine/…

(runterscrollen auf „Ansprechpartner“)

lg.j.

Coursing: Hetzen und die Folgen
Hallo Jenny!

Ich habe meinen Jazz, der ja eigentlich ein ausgebildeter
Jagdhund ist, aber nicht jagdlich geführt wird, vor Jahren,
als er noch ein Jungspund war, zum coursing gebracht -
gefunden habe ich das Training über den Windhundrennclub
Austria. Nach einiger Überredung durfte er da ab und an
„einfach so“ einmal in der Woche mitmachen - parallel dazu
musste ich ihm aber das Hetzen wieder abgewöhnen:frowning: Und ich
habe dann auch bald wieder aufgehört mit diesem „Spiel“.
Meinen Hund hat es nur „heiss“ gemacht auf Dinge, die er nicht
wirklich soll/darf.

Zwei Seelen ruhen, ach!, in meiner Brust! :smile:

Mein Anton ist ja sozusagen schon hetzend zu mir gekommen. Mit Hilfe einer auf den Umgang mit jagenden Hunden spezialisierten Hundetrainerin arbeite ich zurzeit auch daran, seinen Hetztrieb so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Es hat auch schon etwas gefruchtet.

Nun bezweifle ich allerdings insgeheim, dass ich seine „Neigung“ je vollständig in den Griff bekommen werde.
Sollte dies nur um den Preis eines „absoluten Gehorsams“, wie es mir gegenüber einmal eine Jägerin betonte, möglich sein, ist dieser Preis in unserem Fall wahrscheinlich zu hoch, da Anton zum Teil wohl auch wegen seines Rasseerbes (Berger Picard und Podenco), zum Teil wegen seiner bisherigen Erfahrungen (Tierschutzhund aus schlechter Haltung) auch ein sensibles Seelchen bei gleichzeitigem Dickkopf und einer gewissen Eigenständigkeit ist. Ein guter Grundgehorsam ist in meinen Augen für einen Hund unabdingbar, aber seine Persönlichkeit möchte ich nicht zerstören. Der hat man schon zuviel angetan.
Wir balancieren also, wie so viele, auf einem schmalen Grat.

Ich frage mich halt: Ist es wirklich so, dass kontrolliertes Hetzen bei einem Hund, der sowieso schon hetzt, der es also nicht dadurch erst lernt, die Hemmschwelle generell verkleinert?
Die erwähnte Hundetrainerin hat einen Großen Münsterländer und diese Hündin hat z.B. gelernt, dass sie im Wald auf den Wegen bleiben muss und nicht drauflos rennen darf. Auf ausgesuchten Wiesen und Feldern darf sie hingegen schon einmal lossprinten.

Anton rennt halt für sein Leben gern und ist ansonsten nicht für allzu viele Dinge zu begeistern. Es scheint, dass man seine Neugierde und seinen Spieltrieb in jungen Jahren ständig sanktioniert hat, so dass er heute über eine sehr niedrige Frustrationstoleranz verfügt, schnell aufgibt, wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert oder er das Gefühl hat, gleich könnte ein Donnerwetter auf ihn niederkommen (was nie passiert, aber die Erfahrung sitzt tief). „Ich tue lieber gar nichts, denn, was ich auch immer ich tue, es könnte falsch sein“ scheint die Lehre zu sein, die er aus seinem bisherigen Leben gezogen hat.

Rennen und Hetzen ist neben dem Spielen mit einigen ausgesuchten anderen Hunden so ziemlich das Einzige, was ihm richtig Spaß macht.

Wahrscheinlich bin ich auf der Suche nach dem Stein der Weisen, den es gar nicht gibt, aber ich würde ihm gerne ermöglichen, dieser Leidenschaft kontrolliert in einem vorgegebenen Rahmen nachzugehen.

Autos, Fahrräder und Skates verunsichern ihn immer noch. Ich gehe schon davon aus, dass er das Laufen neben dem Rad lernen wird, bezweifle aber, dass es ihm je so richtige Freude bereiten wird.

Langer Rede, kurzer Sinn, ich würde mir das mit dem coursing
noch überlegen.

Deine Bedenken sind berechtigt. Ich werde darüber noch eine ganze Weile nachdenken und mit allen möglichen hundekundigen Leuten darüber sprechen. Zu einem Ergebnis bin ich noch nicht gekommen.

Schöne Grüße
Christiane

Hallo Christiane!
Ob ich Dir viel helfen kann?Ich sage Dir einfach mal wie es mir mit Windhunden und Hetztrieb gegangen ist…
Ich hatte ja schon 2 Irish Wolfhounds.Bei beiden war der Hetztrieb nicht in den Griff zu bekommen.Sobald ein Tier vor ihnen die Flucht ergriff waren sie weg.Sie haben auf nichts mehr reagiert.Zum Glück sind die Wölfe eher plump und nur auf gerade Strecke sehr schnell;zudem ging ihnen nach kurzer Zeit im Renntempo die Puste aus.Konsequenz:Freilauf nur im eingezäunten Wochenendgrundstück,das Gewöhnen ans Fahrrad,ansonsten lange Spaziergänge an der Flexleine(zumindest solange die 2 fit waren),spielen mit Hundekumpels nur,wenn ich nix jagdbares gesehen habe.
Ich war damals im Windhundeverband.Auch mir kam die Idee mit dem Coursing;zumal der nächste Ring nur ca. 15 km von mir entfernt liegt.Aber mir wurde dringend abgeraten.Offenbar verstärkt sich der Hetztrieb dann noch mehr.Hetzt ein ungeübter und untrainierter Windhund und fängt nix,ist das das eine.Hat ein Windhund aber mal Beute gemacht-und wenns nur der Lappen beim Coursing ist-so will er dieses Erfolgserlebnis wiederholen.Es gehört nicht viel Phantasie dazu,sich auszumalen wo das hinführt…
Die meinen kamen allerdings auf den Ring.Aber nur zum so laufen,spurten und spielen mit anderen Windhunden.Dabei wurde nie die Hetzerei gefördert.Im Mittelpunkt stand,daß diese Renner sich einfach mal in geschütztem Raum austoben konnten.Der Lappen wurde bei solchen Treffen nicht benutzt.
Einen Münsterländer und einen Windhundmix miteinander zu vergleichen halte ich für gewagt.
Windhunde wurden nur zum Hetzen und Töten von größeren Tieren gezüchtet und gehalten.Es war nie ihre Aufgabe ihre Beute auch noch zu suchen.Beispiele dafür findest Du heute noch in Afrikas Wüsten.Die dortigen Windhunde werden mit aufs Reittier genommen und dann gezielt auf die Beute losgelassen.
Münsterländer dagegen sind -meines Wissens-Stöber-und Apportierhunde.Sie sollen die Beute finden,aufschrecken und das geschossene Tier zum Jäger bringen.Sie sollen nicht selber jagen.
Ich würde Dir raten Dich an einen Windhundverband zu wenden.Dort kann man Dir sicher fundierter weiterhelfen.
Schönes Wochenende
Andrea

1 „Gefällt mir“