Courtage bei Direktkontakt Käufer

Guten Tag,

vor ca. 1,5 Jahren habe ich mit einem Makler eine mündliche Vereinbarung zum Verkauf meines Hauses getroffen. Bilder, Daten usw. hab ich ihm zukommen lassen, sein Aufwand war gering. Diese Absprache haben wir vor ca. 9 Monaten, wieder mündlich, erweitert - dass ich ebenfalls direkt Interessenten suche. Seit der Zeit hab ich von dem Makler nichts mehr gehört, vorher wars auch recht mau. Jetzt stand kürzlich ein Interessent aus der Nachbarschaft vor der Tür, der eine Anzeige des Maklers gelesen hatte und sich ohne den Makler zu kontaktieren, auf die Suche machte. Der Makler verlangt 7%.

Meine Frage: Wie ist damit fair umzugehen? Der Käufer würde die Kosten gerne vermeiden, ich würde dem Makler zumindest seinen Aufwand zugestehen, halte aber 7% für einen Killer. Was wäre angemessen? Haben Sie Tipps für die richtige Ansprache?

Besten Dank
Floralys

Sehr geehrte® Ratsuchende®,

welche Absprache haben Sie mit diesem Makler getroffen?
Wer kann das beweisen oder glaubhaft machen?
Wenn sich ein Interessent aufgrund einer Anzeige Ihres Maklers gemeldet hat, so ist er beim Kauf dieses Objekts zur Zahlung einer Maklercourtage verpflichtet. Es gilt für die Auslösung einer Maklerprovision, der Nachweis des Kaufangebots und die Adresse.
Das war der erste Fehler.
Der zweite Fehler lag darin, dass Sie selbst dem Makler die Werbung übertragen haben. Ansonsten hätten Sie ja selbst inseriert. Man muss aufgrund Ihrer Schilderung annehmen, dass Sie mit der Tätigkeit des Maklers einverstanden waren.
Nun gibt es einen Interessenten, der zwar den Makler für seinen Vorteil nutzen, jedoch dafür nichts bezahlen möchte, was nicht möglich ist.
Sie hätten sich selbst um einen Käufer bemühen müssen, was aber offensichtlich nicht geschah.

Weiter bin ich über die Höhe der Provision überrascht. In München, dem Bürositz meiner Beratertätigkeit, gilt i.d.R. ein Provisionssatz von 3% der Kaufsumme zzgl. 19% MWST. In Berlin kann bis 10% vereinbart werden.

Was haben Sie mit dem Makler vereinbart?
Ich kenne leider die genauen Umstände nicht.
Es muss aber eine Vereinbarung vorliegen, sonst würde der Makler nicht inserieren und Sie darauf verzichten, sich selbst um einen Käufer zu bemühen.

Selbstverständlich gibt es Lösungen für dieses Problem, eine sichere Vereinbarung zu treffen.
Gestatten Sie mir aber den Hinweis, dass ich keine Unterstützung gebe, wenn versucht wird, auf Kosten anderer, Vorteile zu erlangen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen.

Ich habe gerechte Lösungen, sehe aber hier keine Veranlassung, diese mitzuteilen, da man offensichtlich dem Grundsatz „geiz ist geil“ die Moral opfert.

Ich kann für Sie und Ihren Käufer selbstverständlich dieses Problem ausgewogen lösen.
Das bedeutet aber, dass ich sowohl die Beteilgten, die Vereinbarungen und die Hintergründe kennen muss.
Danach setze ich mich mit den Beteiligten in Verbindung und bringe ein vernünftiges Ergebnis zustande, egal in welchem Bundesland.
Selbstverständlich kann das nicht kostenlos geschehen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüssen
Friedrich Pausch

Sehr geehrter Herr Pausch,

haben Sie vielen Dank für ihre ausführliche Antwort! Sie sprachen die Moral an und die ist der Grund, dass ich diese Frage stellte und nach einer fairen Regelung fragte.

Ich bin jetzt folgendermaßen vorgegangen. Meinem Interessenten hab ich gesagt, dass wir eine Lösung mit dem Makler finden müssen, da der die Vermittlung durch die initiiert hat, sonst hätte der Interessent das Haus nicht gefunden - und meinem Makler hab ich gekündigt. Ich habe eine Vereinbarung an die ich gebunden bin, möchte aber mit diesen hohen Courtagen zukünftig, falls das jetzt nicht klappt, nichts mehr zu tun haben. Wäre vielleicht eine Marktlücke, ein Anzeigendienst für Haus und Wohnungsverkäufer, -Vermieter zu fairen Preisen. Wert gegen Wert.

Mit freundlichen Grüßen
Floralys