Cubanische Oldtimer

Hallo,

jeder hier hat sicher schon mal etwas über die monströsen Straßenkreuzer aus den 50-er Jahren gelesen oder gesehen, von denen heute noch viele in Cuba herumfahren.

Weiß jemand, wieviel solche Dinger verbrauchen, oder kennt eine Quelle, wo man das nachlesen kann?

Grüße
Carsten

Überraschung
Hi Carsten,

es ist weitgehend unbekannt, aber diese alten Amischlitten (jene vor 1957) sind sparsam. Doch, das sind sie.

Nun, die damals verbauten Motoren waren sehr einfach konstruiert und so ist es kein Wunder, wenn aus, beispielsweise, 4,7 Liter Hubraum nur 115 PS „gekitzelt“ wurden. Dann wurden diese Wagen auch nur mit 80 - 90 Km/h gefahren. Da lässt ich ein solches Gefährt dann auch mit 8 Liter/100Km fahren - bei billigster Spritqualität natürlich. Die hatten als Höchstgeschwindigkeit nur ca. 120 Km/h und dann bestand auch schon die akute Gefahr, dass irgendwas kaputt ging.
Die Bremsen waren - nach heutigen Massstäben - katastrophal.
Aus Mangel an Originalersatzteilen auf Cuba werden die meisten Ersatzteile einzeln nachgefertigt und wenn das wirklich nicht mehr geht, dann werden die Kisten kurzerhand und gänzlich schmerzlos mit moderneren japanischen Motoren umgerüstet. Da kann es dann schon mal passieren, dass ein 1955 Buick mit einem 1,8 Liter Toyota Motor versehen wird. Fährt. Das kultige V8-Brabbeln ist dann zwar nicht mehr, aber, wie gesagt, die Karre fährt.
Gelegentlich werden diese zum Teil wirklich schönen Wagen auch in Europa angeboten - dann aber wirklich im gepflegten Originalzustand und sündhaft teuer. Die machen dann einen Riesenspaß, sind aber natürlich, wieder nach heutigen Massstäben, nicht altagstauglich. Wer will schon mit beängstigenden Bremsleistungen, schwammiger Lenkung mit nur 90 Km/h über unsere Strassen cruisen? Das tut man sich nur bei Oldtimerausfahrten an.

Das mit den saufenden US-Schlitten kam erst mit den späten 60-er Jahren und besonders in den 70-ern. Stichwort = Musclecars. Diese Dinger hatten bis 8,6 Liter Hubraum (Cadillac) und bis zu 450 PS kurz nach Leerlaufdrehzahl (Hubraum ist eben durch nichts zu ersetzen:smile:. Da sind dann Verbräuche von 35 Liter/100Km nichts ungewöhnliches. Die machen wirklich einen Heidenspaß und gehen ebenso schnell wie sie beschleunigen leider auch kaputt. Die Bremsen von US Fahrzeugen sind erst seit der Jahrtausendwende mit europäischen Massstäben zu nehmen.

Ich hoffe, dass diese Einlassungen zu Deiner persönlichen Erbauung und zur Klärung im Sinne der Anfrage beitrugen

Freundliche Grüsse
Ray

Hi

cubanische Oldtimer gibt es nicht, das ist ne urban Legend :smile:
Das sind natürlich US-amerikanische Oldtimer, die zum Grössten Teil transplantate aus russischen Oldtimer tragen, was teils zu sehr witzigen Physiognomien führt…
Aber es gibt auch deutsche, französische, italienische Oldtimaer in Cuba, da durch das Embargo und die Situation im kalten Krieg nur russisches Material reinbrachte. Daher hat jeder dritte Chevy ne Wolga-Hinterachse oder Lada-Blinker.

jeder hier hat sicher schon mal etwas über die monströsen
Straßenkreuzer aus den 50-er Jahren gelesen oder gesehen, von
denen heute noch viele in Cuba herumfahren.

na, wenn ein Wolga-6zylinder drin ist ev. weniger als der originale reihen 8Zylinder oder V-8 mit kaputten Vergasern.
wenn es ein Renault Major oder ein Cremeschnittchen ist dann verbraucht der in Cuba auch nicht mehr als hier :smile:

Ali N.

Hi

vom '57er BelAir gabs sogar ne (unbeliebte) 6Zyl Schalt-Version

Die Bremsen waren - nach heutigen Massstäben - katastrophal.

in Cuba besonders… man achte auuf die Sand-Auslaufflächen alle paar hundert meter neben den cubanischen Autobahnen. Werden gern genutzt :smile:

Ali N.

Hallo Ali,

Das sind natürlich US-amerikanische Oldtimer, die zum Grössten
Teil transplantate aus russischen Oldtimer tragen, was teils
zu sehr witzigen Physiognomien führt…

ist mir bei meinem dreiwöchigen Aufenthalt allerdings nie aufgefallen.

Aber es gibt auch deutsche, französische, italienische
Oldtimaer in Cuba, da durch das Embargo und die Situation im
kalten Krieg nur russisches Material reinbrachte.

Ich habe einmal einen Opel Kaitän gesehen, ansonsten waren die Oldtimer alles Ami-Schlitten.

na, wenn ein Wolga-6zylinder drin ist ev. weniger als der
originale reihen 8Zylinder oder V-8 mit kaputten Vergasern.
wenn es ein Renault Major oder ein Cremeschnittchen ist dann
verbraucht der in Cuba auch nicht mehr als hier :smile:

Dass man Fremdteile verwendet, wenn man sie passend machen kann, wird sicher so sein. Was aber die Motoren angeht: Sie hatten alle ein sehr sanftes Blubbern, das waren keine modernen! (Wobei ich natürlich nicht bei allen Fahrzeugen drauf geachtet habe.)

Grüße
Carsten

Hi

ist mir bei meinem dreiwöchigen Aufenthalt allerdings nie
aufgefallen. Ich habe einmal einen Opel Kaitän gesehen,
ansonsten waren die Oldtimer alles Ami-Schlitten.

ich hab fotos von Desoto, Ferrari, Mercedes Benz, Renault…
warst du mal in der Garage unterm Nacional?
Der Kapitän war nicht vielleicht ein Wolga?

In Cuba waren die Leute die mit Geld um sich schmeissen konnten und bock auf zocken hatten zur Zeit der revolucion… nicht nur aus USA. Alles was da rum stand blieb an diesem Neujahrstag da.

dass man Fremdteile verwendet, wenn man sie passend machen
kann, wird sicher so sein. Was aber die Motoren angeht: Sie
hatten alle ein sehr sanftes Blubbern, das waren keine
modernen! (Wobei ich natürlich nicht bei allen Fahrzeugen
drauf geachtet habe.)

wolga motore sind modern? die russen haben doch bei den fahrzeugen die sie produzierten auch auf us-lizenzen zurückgegriffen, ganze produktionsstrassen gekauft. die tschaika ist ursprünglich ne amikuh…

gruss, ali n. linke hand nicht frei

http://img408.imageshack.us/img408/438/cu33zl2.jpg
http://img408.imageshack.us/img408/252/cu10le8.jpg
hoffe du erkennst die Umgebung…