Kann mir jemand sagen was die Curie-Temperatur ist, was sie über einen Festkörper aussagt und wie man auf diese Temperatur kommt? In einem Buch (Werkstoffkunde) taucht diese Angabe des öfteren als markanter Punkt auf, ohne das näher darauf eingegangen wird.
Ich weiß jetzt nicht genau, was ich bei dir an Wissen voraussetzen kann. Ich fang einfach mal zu erklären an, wenn irgendwas unklar ist, frag einfach nach
Es gibt bei Feststoffen grundsätzlich verschiedene Sorten - nämlich solche, bei denen alle Elektronen gepaart vorkommen (sog. Diamagnetische Stoffe), solche mit ungepaarten Elektronen - Paramagnetische Stoffe.
Ferromagnetismus, wie man ihn von Magneten kennt, entsteht dadurch, dass alle Spins in einer Richtung ausgerichtet sind und so ein äußeres Magnetfeld erzeugen. Dies kann nur bei Paramagneten geschehen, da bei Diamagneten zu jedem „nach oben schauenden“ Spin ein „nach unten schauender“ dazukommt, der den ersten wieder ausgleicht.
Je niedriger die Temperatur, desto weniger schwingen die Teilchen, in unserem Fall die Elektronen, und desto genauer können sie in einer Richtung ausgerichtet bleiben - umso stärker ist auch das äußere Feld.
Läßt man nun die Temperatur ansteigen, so erreicht man irgendwann einen Punkt, an dem kein äußeres Feld mehr meßbar ist. Der Feststoff hat keine (ferro)magnetischen Eigenschaften mehr. Diese Temperatur ist die Curietemperatur.
LiGrü
Igel
Kann mir jemand sagen was die Curie-Temperatur ist, was sie
über einen Festkörper aussagt und wie man auf diese Temperatur
kommt? In einem Buch (Werkstoffkunde) taucht diese Angabe des
öfteren als markanter Punkt auf, ohne das näher darauf
eingegangen wird.
Baut sich nach dem abkühlen den wieder ein Feld auf?
Wenn man Magneten erhitzt und anschließend wieder abkühlen läßt richteten sich doch die Elementarteilchen nicht wieder aus und der Magnet ist „unmagnetisch“.
Baut sich nach dem abkühlen den wieder ein Feld auf?
von selber nicht.
Wenn man Magneten erhitzt und anschließend wieder abkühlen
läßt richteten sich doch die Elementarteilchen nicht wieder
aus und der Magnet ist „unmagnetisch“.
Stimmt. Nicht jedes Stück Eisen ist magnetisch, obwohl es theoretisch möglich wäre. Beim Abkühlen werden die „Elementarmagneten“ in der Position, in der sie sich gerade befinden „eingefroren“.
Wenn man einen Magneten erhitzt, so fangen die Teilchen an immer stärker zu schwingen und das Magnetfeld verschwindet. Beim Abkühlen bleiben sie ungerichtet und erzeugen so kein Feld.
Läßt man den Festkörper aber in einem Magnetfeld abkühlen, so richten sich die Elementarmagneten nach den Feldlinien aus, werden durch die niedrigere Temperatur dann so festgehalten und der Feststoff ist wieder ferromagnetisch.
Curie-Temperatur / Lötkolben
Hallo Igel! Ersteinmal danke für deine Antwort.
Es gibt einige Lötkolben, die ihre Temperatur über diesen Effekt steuern.
Spitze Magnetisch --> eine Art Schalter wird angezogen Lötkolben wird erwärmt. Curie Temperatur der Spitze wird erreicht --> Schalter schaltet sich aus.
Also befindet sich im Lötkolben noch ein weiterer Magnet der eine höhere Curie Temperatur besitzt und so die Elemetarteilchen wieder ausrichtet? Muss wohl so sein oder?
Kennst du noch andere technische Geräte die diesen Effekt nutzen?
Also befindet sich im Lötkolben noch ein weiterer Magnet der
eine höhere Curie Temperatur besitzt und so die
Elemetarteilchen wieder ausrichtet? Muss wohl so sein oder?
keine ahnung :-/
ich bin chemie-student im 1.abschnitt und hab noch nicht wirklich viel von solchen technischen anwendungen anwendungen gehört. google spuckt auch nix wirklich sinnvolles aus.
ich kann mir auch vorstellen, dasz dieser weitere Magnet
nichts weiteres ist als eine stromdurchflossene Spule… und
die hat keinen Curiepunkt.
*gr?el* und was ist, wenn sie dann mal schmilzt?
oder nennt man das einfach nicht so?
Curiepunkt bezieht sich nur auf die makroskopisch einheitliche Ausrichtung der Elementarmagnete in einem Festkoerper. Bei der stromdurchflossenen Spule werden keine Elementarmagnete ausgerichtet, sondern das Magnetfeld durch den Stromflusz hervorgerufen - das funktioniert auch bei diamagnetischen Materialen, so sie Strom leiten. Bei der Spule wuerde ich das einfach Schmelzpunkt nennen *g*.
Es gibt einige Lötkolben, die ihre Temperatur über diesen
Effekt steuern.
Spitze Magnetisch --> eine Art Schalter wird angezogen
Lötkolben wird erwärmt. Curie Temperatur der Spitze wird
erreicht --> Schalter schaltet sich aus.
Also befindet sich im Lötkolben noch ein weiterer Magnet der
eine höhere Curie Temperatur besitzt und so die
Elemetarteilchen wieder ausrichtet? Muss wohl so sein oder?
Es scheint hier die Meinung entstanden zu sein, dass die Curie-Temperatur nur bei MAGNETISIERTEN Ferromagnetischen Materialien auftritt !!
Jedes ferromagnetische Material VERLIERT oberhalb der Curie-Temperatur seine magnetischen Eigenschaften.
Also ein Stück Eisen, welches von einem gekühlten Permanent-Magneten gehalten wird, fällt vom Magneten ab wenn es seine Curie-Temperatur erreicht, auch wenn die Temperatur des Magneten weit unter seiner Curie-Temperatur liegt.