Da wächst etwas in meiner Hecke - nur was?

Hallo,

seit einiger Zeit wächst etwas munter in meiner Hecke, bei dem ich mich frage, um was es sich handelt. Ich habe zunächst an eine Brombeerpflanze gedacht aber die Blätter wollen dazu nicht passen. Ich habe einen Zweig aus der Hecke gezerrt und auf dem Rasen liegend photographiert. Es wäre schick, wenn mir jemand anhand des Bildes sagen könnte, um was es sich handelt:
http://s7.directupload.net/file/d/2903/bwdemurs_jpg…

Dank und Gruß

Christian

Hi exc,

es sieht nach einer Weinrebe aus.

Gruß

Hallo Christian,

das schaut mir aus wie Humulus Lupulus, vulgo Hopfen. Als Bewohner von Auwäldern den ganzen Rhein entlang mindestens bis Emmerich ziemlich verbreitet.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

hast Du den Blattstand und die kleinen Seitentriebe in den Blattachseln beachtet, außerdem die völlige Abwesenheit von Sprossranken?

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hopfen - kulinarischer Nachschlag

  • noch vergessen: Die ganz jungen Triebe und Seitentriebe von Hopfen (unten rechts im Bild kann man einen sehen, mit dem spargelartigen Köpfchen) finden in Süddeutschland, Norditalien und dem Elsaß in der Küche Verwendung. Für nicht so arg spittelige Triebe braucht man aber einen Stock, der schon ein paar Jahre älter ist; wenn man den im zeitigen Frühjahr anhäufelt, kann man in der ersten Maihälfte die Triebe zart und bleich wie Spargel aus dem Boden holen.

Im Hotel Rad in Tettnang gibt es in der Saison (bis etwa 20. Mai) Hopfensuppe, die mit diesen Trieben gemacht ist.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

das schaut mir aus wie Humulus Lupulus, vulgo Hopfen. Als
Bewohner von Auwäldern den ganzen Rhein entlang mindestens bis
Emmerich ziemlich verbreitet.

ich habe eben nach Bildern von Hopfen gegoogelt und es scheint, daß es sich tatsächlich um Hopfen handelt. Find ich ja erst einmal cool, obwohl der nächste Auenwald bestimmt 30 Meter vom entfernt ist und er auf ca. 50 Zentimeter Erde wächst, unter der sich eine Tiefgarage befindet.

Stellen sich zwei Fragen: macht der, erstens, meinem Kirschlorbeer u.U. Kummer und, zweitens, kann ich damit irgendetwas sinnstiftendes anfangen?

Grüße
Christian

Hopfen im Garten
Servus,

wenn die beiden um Wasser konkurrieren, kann der Hopfen den Kirschlorbeer schon einschränken: Er saugt ziemlich kräftig (die Kulturformen im Anbau kommen acht Meter hoch, wenn man sie lässt) und liebt Wasser.

Zur Sinnstiftung vgl. oben „kulinarischer Nachschlag“. Eigene Brauversuche würde ich nicht anpeilen, zumal man in diesem Zustand der Pflanze noch nicht sehen kann, ob es ein Weibchen oder ein Männchen ist (nur die Dolden von weiblichen Pflanzen sind fürs Brauen tauglich; in D dabei ausschließlich unbefruchtete weibliche Blüten, die Engländer nehmen auch befruchtete).

Gärtnerisch ließe sich aus Hopfen eine allerdings erst ab Juni dichte, aber (im Wurzelstock) verlässlich winterharte Hecke ziehen - man kann einen einzelnen Stock ziemlich in die Breite kriegen, wenn man ihm die Triebspitzen kappt: Dann kommen aus der nächsten Blattachsel zwei Seitentriebe, und die Pflanze ist derartig schnell (es gibt Gerüchte von bis zu 30 cm / Nacht, dokumentiert gemessen wurden meines Wissens bisher bloß 15 cm, was aber auch schon eindrucksvoll ist), dass man die einzelnen Triebe ziemlich oft in zwei Seitentriebe aufteilen kann. Braucht halt eine Rankhilfe. Hübsch anzusehen sind aber auch in dieser Form bloß die Weibchen wegen der Blütendolden.

Schöne Grüße

MM

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Hallo.

Die weiblichen Blüten kann man trocknen und Tee daraus kochen.
Der wirkt beruhigend, einschläfernd und harntreibend.

Was heißt, immer, wenn du grad einschlafen könntest, musst du aufstehen und zur Toilette eilen. Wenn das dann mehrmals passiert ist, regt man sich dermaßen auf, dass an Einschlafen nicht mehr zu denken ist.

Meerschweinchen, falls du welche kennst, fressen Hopfen gern, was komisch ist, weil der ziemlich bitter schmeckt.

Eine Bekannte von mir nahm Hopfenblüten immer zur Konservierung von selbstgebrautem Met. Met ist wesentlich leichter selbst herzustellen, als Bier.

Mehr weiß ich auch nicht.

Gruß, Nemo.

Guten Morgen,

hast Recht. Und wir hatten immer das falsche Kräutlein ausgerissen.
Danke.
Gruß aria

Hallo Martin,

wenn die beiden um Wasser konkurrieren, kann der Hopfen den
Kirschlorbeer schon einschränken: Er saugt ziemlich kräftig
(die Kulturformen im Anbau kommen acht Meter hoch, wenn man
sie lässt) und liebt Wasser.

gut zu wissen. An der Stelle ist es noch unkritisch aber einige Meter weiter ist die Erdschicht so dünn, daß schon der Kirschlorbeer nach zwei Wochen Trockenheit Schwieigkeiten bekommt. Ich werde mal im Auge behalten, wohin sich der Hopfen noch ausbreitet.

Nacht, dokumentiert gemessen wurden meines Wissens bisher bloß
15 cm, was aber auch schon eindrucksvoll ist), dass man die
einzelnen Triebe ziemlich oft in zwei Seitentriebe aufteilen
kann. Braucht halt eine Rankhilfe.

Das wäre in dem Fall wohl der Kirschlorbeer :wink:

Grüße
Christian

Hallo! 30m zum Auwald sind nicht wirklich das Problem (bei mir stehen Eichen, ne Eibe und Elsbeeren im Garten - lauter „E“-Pflanzen, fällt mir gerade auf - und ich habe keine Ahnung wo jeweils die „Mama“ steht…

falls der aktuelle Standort (wegen Konkurrenz/Boden(un)tiefe…) nicht genehm ist kann man ja versuchen ihn mittels Absenker in ein anderes Garteneck „wandern“ zu lassen…

[Absenker: langen Trieb nicht aufrecht sondern am Bodenentlang wachsen lassen und schauen dass er Wurzeln schlagen kann (anhäufeln…)]

Aber Vorsicht: Hopfen kann auch schnell zu viel werden! (meiner ist mir auch vom Nachbargrundstück „zugewandert“, noch ist er „artig“, evtl. weil im Schatten und weit weg von Auwaldstandortbedingungen… aber man muss ein Auge drauf haben…

cu kai

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Hallo,

30m zum Auwald sind nicht wirklich das Problem

eigentlich ist es ja nur die Düssel, die hier entlangfließt. Auenwälder gibts hier genauso wenig wie Hopfenplantagen. Aber der Hopfen ist ja nicht der erste Einwanderer, der sich hier ansiedelt. Vor einigen Jahren meinte ja auch eine Königskerze bei mir einziehen zu wollen.

falls der aktuelle Standort (wegen
Konkurrenz/Boden(un)tiefe…) nicht genehm ist kann man ja
versuchen ihn mittels Absenker in ein anderes Garteneck
„wandern“ zu lassen…

´
Im Moment paßt das schon. Er hat sich eine Ecke ausgesucht, in der er machen kann, was er will (halb hinter dem Gartenhaus versteckt). Kritisch wird es halt nur, wenn er weiter in die andere Richtung wandert und dort dem Kirschlorbeer das eh schon knappe Wasser klaut. Ich werde mal abwarten.

ist er „artig“, evtl. weil im Schatten und weit weg von
Auwaldstandortbedingungen… aber man muss ein Auge drauf
haben…

Werd ich haben. Im Notfall werden halt die Triebe mal ganz unten gekappt.

Gruß
Christian

Hallo!

bei Ausbreitungsgefahr bzw. wenn er sich damit unbeliebt macht, wäre evtl. - zumindest zum Kirschlorbeer hin - an eine Wurzelsperre wie bei Bambus usw. zu denken? -> kannst ja mal googeln…

cu kai

Hallo,

bei Ausbreitungsgefahr bzw. wenn er sich damit unbeliebt
macht, wäre evtl. - zumindest zum Kirschlorbeer hin - an eine
Wurzelsperre wie bei Bambus usw. zu denken?

ich glaube, das wird nichts: der Hopfen wohnt mitten in der Hecke. Da kann ich nichts mehr sperren :wink:

Gruß
Christian