Hallo,
Wenn die Schlächter aus Auschwitz Birkenau ganz normale
Menschen waren (nur ein bisschen verführt), dann müsste man am
Mensch an sich zweifeln.
Das ist richtig. Eben das tue ich auch beim Lesen von Berichten über das, was z.B. in Auschwitz geschehen ist.
Meine Meinung ist, dass die Täter von damals durchaus „ganz normale Menschen“ waren. Solche wie der nette Nachbar Fritzl aus Österreich beispielsweise, oder der Kannibale von Rothenburg … auch heute leben noch „ganz normale Menschen“ unter uns, von denen man dann irgendwann erfährt, dass sie etwas getan haben, was gar nicht in unser Menschenbild passen mag.
Damals haben die Nazis solche Leute sozusagen „eingesammelt“, in ihre Partei integriert und in den KZs zum Dienst verpflichtet. Heute leben sie hier und da, unerkannt, bis man mal wieder in der Zeitung von ihnen liest.
Die Menschen haben sich seit damals nicht viel geändert, denke ich. Der Unterschied ist nur, dass jetzt andere an der Macht sind.
Du solltest tatsächlich mal das Braunbuch lesen. Und die
Nürnberger Prozesse studieren.
Wann? Sag mir das. Wann soll ich dafür noch die Zeit finden?
Derzeit lese ich gerade „Der SS-Staat“ von Kogon. Es geht etwas schleppend voran - ist ja auch keine leichte Kost. Wenn ich damit fertig bin, warten noch 15 ungelesene Bücher auf mich - Berichte von Zeitzeugen etc. Einige andere Bücher möchte ich noch einmal lesen, weil ich mir beim ersten Mal keine Notizen gemacht habe, z.B. „Auschwitz in den Augen der SS“.
Aber Mörder und andere Verbrecher unter die Kategorie „ein
bisschen verführt“ zu nehmen, zeigt wenig Überlegung.
Oh, ich habe damit eher die „ganz normalen Menschen“ gemeint. Diejenigen, die dann eben „nichts gesehen“ haben, als ihre jüdischen Nachbarn deportiert wurden, oder die „nicht gewusst“ haben, was es mit dem Schnäppchen „aus nichtarischem Besitz“ auf sich hatte. … Nicht die Täter in den KZs selbst. Das ist nochmal eine andere Kategorie.
Millionen Menschen hatten ihre Schlächter vor Augen!
*???* Das verstehe ich jetzt nicht.
Werden die Schulen ihrem geschichtlichen Bildungsauftrag
gerecht ?
Nein!
Die Schulen überfüttern derzeit offenbar die Jugendlichen mit dem Thema Drittes Reich. Ich habe ja vor fast 20 Jahren Abitur gemacht und kann mich da nur an zwei Doppelstunden zum Thema 3. Reich erinnern, außerdem an einen französichen Film, „Au Revoir les Enfants“, von dem ich damals leider so gut wie gar nichts verstanden habe …
Wenn ich nun aber mit Kommilitonen darüber spreche, bekomme ich oft zu hören, dass man das Thema 3. Reich bis zum Erbrechen durchgekaut hat. Und das kann auch nicht der Sinn der Sache sein.
So ein bisschen braune „Literatur“ kann nur nützen?
Man muss damit umgehen können.
Man lernt den Gegner besser kennen?
Den Gegner und sich selbst.
Die sorgen schon dafür,dass man sie kennen lernt!
Ok, ok. Wenn ich einmal die Zeit dafür haben sollte, mache ich auch wieder mal einen Selbstverteidigungskurs. Sollte ich wirklich mal wieder tun.
Schöne Grüße
Petra