Hallo!
Es gibt doch mehr Leute die Zwischensparrendämmung machen als
solche die den von Dir empfohlenen Aufwand betreiben.
Auf den Gebieten Altbausanierung und Wärmedämmung wird in zahllosen Fällen haarsträubender Baupfusch verzapft, der zu verschimmelten Höhlen mit durchfeuchteter Isolation führt, die Bewohner krank macht und das Haus ruiniert. In etlichen Fällen ist eine durchfeuchtete Isolation thermisch viel schlimmer als der ursprümgliche Zustand ohne Isolation, als es nur eine Luftschicht gab und Kondenswasser abfloß, statt sich in der Isolation zu sammeln und deren Wirkung zunichte zu machen.
Man hat nun mal nur eine bestimmte Menge Geld…
Viele, wenn nicht sogar die meisten Hausbesitzer sind in ähnlicher Situation. Es geht nun mal nicht alles gleichzeitig. Das macht weiter nichts, wenn man ein langfristig tragfähiges Konzept hat und dieses im Laufe der Jahre je nach Kassenlage abarbeitet.
Natürlich gibt es Leute, die Planung für furchtbar spießig und sowieso für viel zu teuer halten. Dann wird schon mal ein Dach neu gedeckt und - weil es kein Konzept gibt - beim Dachüberstand am Giebel schlicht vergessen, daß wenige Jahre später noch eine 10 cm dicke Iso-Schicht auf die Fassade soll. Weil kein Fachmann hinzugezogen wurde, sondern nur der Nachbar, der jemanden kennt, dessen Onkel …, werden Fenster erneuert, die man nach kurzer Zeit wegschmeißen kann, weil sie beim Isolieren der Fassade in eine andere Wandebene rücken müssen. Oder ein Verkäufer vom Kost-nix-Baumarkt oder ein Rentner, der seine Lehre auf dem Stand der 60er Jahre absolvierte, berät, wie man die Fenster einbauen muß. Und hinterher wundern sich die Bewohner über Schimmel.
stünde auch mal eine neue Heizung (Habe
Nachtspeicheröfen!!!)ein ordentliches Bad und eine neue
Elektrik an. Alles geht halt nicht *seufz*.
Gerade deshalb brauchst Du ein gutes Konzept, in dem alle Arbeiten berücksichtigt sind. So wird man für Heizung, Wasser, Elektrik und Abwasserinstallation an geeigneter Stelle einen oder zwei Installationsschächte vorsehen, die von oben nach unten durch alle Geschosse gehen. Andernfalls hast Du nämlich Deine helle Freude, viel Dreck und hohe Kosten, wenn Du erstmal das Dach ausbaust und hinterher auf die Idee kommst, alle möglichen Installationen zu verändern/zu erneuern.
Um Grund in die Sache zu bringen: Besorg Dir eine Architektur-Software, z. B. Arcon. Die älteren Versionen gibts für ganz kleines Geld. Auch ein Laie bekommt es mit etwas Einarbeitung hin, mit solcher Software sein Haus in allen Details vom Grundriss aller Geschosse bis zur Außenansicht darzustellen. Daß man das so am PC dargestellte Haus virtuell begehen kann, ist mittlerweile Standard. Damit hast Du ein wunderbares Planungsinstrument, mit dem sich schon viele Fehler von der unzureichend belichteten Dachkammer, über die zu enge Stiege bis zur gegen das Waschbecken schlagenden Badezimmertür vermeiden lassen. Mit diesen zu Papier bzw. zu Datei gebrachten Vorstellungen gehst Du zu einem Architekten. Der Architekt kennt dann schon mal Deine Ideen und Wünsche, sieht sich Dein Haus vor Ort an und sagt Dir im Detail, wie dieser Wandanschluß, jenes Treppenauflager mit einem in die Deckenbalkenkonstruktion eingebauten Wechsel und wie irgendwelche Maßnahmen zur thermischen Isolation aussehen müssen.
Wenn Du ein altes Haus dämmen, das Dach ausbauen, eine neue Heizung, ein neues Bad und eine neue E-Installation haben willst, wirst Du im Laufe der Jahre einen 6stelligen Betrag verbauen. Du hast die Wahl, ob Du diesen Batzen Geld für unsachgemäße, kurzlebige Basteleien einfach verbraten willst oder ob Du sachkundige Hilfe in Anspruch nimmst, die Dich vor gesundheitlichen und baulichen Schäden in vielstelliger Höhe bewahrt.
Gruß
Wolfgang