Hallo Ivo,
- Die Ausgabaufschläge zahlt man im Prinzip doppelt: Für den
Dachfonds selbst und bei der Investition die der Fonds in die
anderen fonds tätigt. Selbiges gilt für die
Verwaltungsvergütung.
In Bezug auf den Ausgabeaufschlag (AA) ist es eher ungewöhnlich, dass der Dachfonds hier etwas zahlt. Den Einkauf der Zielfonds erledigt i.d.R. die Depotbank und Banken kaufen normalerweise zum Rücknahmepreis (NAV).
Kann natürlich sein, dass bei Konzerneigenen Produkten, die in ihrer eigenen Fondswelt bleiben, an dieser Stelle Margenoptimierung betrieben wird. Wäre mir aber noch nicht bekannt.
- Desweiteren sind diese für Verwaltungsvergütung,
Ausgabeaufschläge, Kick-Back usw. weitgehend intransparent
Die Verwaltungsvergütung (VV) des Dachfonds meinst Du sicher nicht? Diese wird schließlich ausgewiesen. Weniger dagegen z.B. die Ticket-Fees, was aber auf alle Fonds zutrifft.
Sehr unterschiedlich ist tatsächlich die Vorgehensweise mit den Kickbacks. Wenn im Verkaufsprospekt nicht explizit anders beschrieben, würde ich davon ausgehen, dass diese an den Fondsmanager oder sein Umfeld fließt.
Zu prüfen ist auch, ob -wenn möglich- institutionelle Shareklassen genutzt werden. Diese zahlen i.d.R. kein Kickbak, berechnen aber einde deutlich niedrigere VV.
Last but not least:
Lieber habe ich eine Anlage die mir 10% Rendite brngt von der
25% steuern abgehen, wie ein die nur für 5% performt ohne
steuern.
100% Zustimmung. Aber das „stupid german money“ wird wohl auch diesmal wieder merkwürdige Wege gehen… .
Vielleicht sollten wir hier in Deutschland mal ein bischen
mehr dahin gehen, denn Analageerfolg weniger an den
Steuerseite auszurichten…
Nur mal so als Anregung für die die hier langsam fragen, was
denn da so durch die Medien geistert.
Ich will damit die Anlage Dachfonds nicht genererell
verteufeln denn im ein oder anderen Fall mag das ja eine
sinnvolle Lösung sein, dieses sollte jedoch im Einzelfall
geprüft werden… und das kommt mit diesen Generalempfehlungen
einfach zu kurz.
Der Vorgang Dachfonds an sich hat erstmal (unter dem Aspekt AbgSt) überhaupt keinen Vorteil. Ein Dachfonds z.B. der nur in andere Aktienfonds investiert ist steuerlich betrachtet nicht besser dran als ein reiner Aktienfonds. Die Kostenproblematik hast Du ja schon beschrieben. Sicher ein Grund, warum Dachfonds bisher meist schlechter performen als „normale“ Fonds.
Interessant wird es erst, wenn der Fonds eine bestimmte Risikostruktur sicher stellt. So wird z.B. eine definierte Aktienquote beibehalten und beim Verkauf nach guter Entwicklung (Gewinnmitnahme) fällt innerhalb des Fonds eben keine AbgSt an.
Dies kann aber auch jeder Mischfonds leisten, dafür brauchts keinen Dachfonds.
Interessant sind hier sicher auch die neueren „gemischten Sondervermögen“, die zur Streuung z.B. auch Immobilien- und Hedgefonds beimischen können.
Darüber hinaus können über Derivate Absicherungen eingebaut werden. Hier besteht zumindest theoretisch eine gute Chance, die klassischen Dachfonds abzuhängen.
Noch zwei Anmerkungen:
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In der Branche geistert derzeit die Zahl von 700 bis 800 Dachfonds herum, die beim BaFin zur Zulassung vorliegen. Auch in LUX sollen mehrere hundert solcher Konstrukte im Zulassungsverfahren sein.
Dass hier viel Unsinn dabei sein dürfte, ist zu erwarten. Mal sehen, wie sich die einschlägige Presse zu diesem Thema äußern wird… .
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Die negativen Auswirkungen der AbgSt beschränken sich auf die Aktienanlage. Anleger in Renten haben eher Vorteile.
Wenn nun also der Anleger in ein konservatives Dachfondskonstrukt mit z.B. nur 30% Aktienquote investiert, wird der Schuß schnell zum Eigentor… .
Viele Grüße vom Money-Schorsch