Dachgeschoss dämmen

Hallo zusammen,

ich möchte in meinem haus das dachgeschoss ausbauen.

konkret geht es um die frage: Schafwolle oder Zellulose.

ich habe schon erahrungen im haus der eltern gesammelt, allerdings fehlen mir langzeiterfahrungen wie schwinden des materials oder mottenfras oder sonstiges.
bitte lasst die frage nach dem preis, beides ist gleich sch…teuer.

danke im vorraus

markus

Hallo!

Was hast Du an Glas- oder Steinwolle auszusetzen?

Mein Vater und ich hatten vor rund 15 Jahren das gesamte Dach damit isoliert, ist von der Dämmung her absolut empfehlenswert.
Wenn Du Glaswolle als Rollmatte zwischen die Dachsparren tackern kannst, geht auch die Arbeit ziemlich schnell von der Hand.
Das Ganze ist zwar ziemlich unangenehm und du brauchst hinterher mindestens drei Durchgänge im Vollwaschgang bis dir der Pelz nicht mehr juckt, aber andererseits machst Du sowas EIN Mal und dann ist es vorbei.
Mit organischem Material hätte ich immer die Befürchtung, daß es fault, gammelt, gärt, und ich die Arbeit bald nochmal hätte.

Schönen Gruß,
Robert

eben
Hallo!

Was hast Du an Glas- oder Steinwolle auszusetzen?

das wollte ich auch fragen :wink:

Organisches Mat. mag einen gewissen Sinn bei der Innenraum-
gestaltung haben, aber im Außenwandbereich hinter der Dampfsperre
ist es IMHO esoterischer Ökoschwachfug, ein Material zu nehmen,
das ein Paradis für Ungeziefer kann und bei Feuchte fault und
schimmelt.
Gruß Uwi

Mein Vater und ich hatten vor rund 15 Jahren das gesamte Dach
damit isoliert, ist von der Dämmung her absolut
empfehlenswert.
Wenn Du Glaswolle als Rollmatte zwischen die Dachsparren
tackern kannst, geht auch die Arbeit ziemlich schnell von der
Hand.
Das Ganze ist zwar ziemlich unangenehm und du brauchst
hinterher mindestens drei Durchgänge im Vollwaschgang bis dir
der Pelz nicht mehr juckt, aber andererseits machst Du sowas
EIN Mal und dann ist es vorbei.
Mit organischem Material hätte ich immer die Befürchtung, daß
es fault, gammelt, gärt, und ich die Arbeit bald nochmal
hätte.

Schönen Gruß,
Robert

Hallo Markus,

erstmal einen schönen Morgen - wünscht Markus :wink:.

von natürlichen Dämmstoffe habe ich zwar keine praktische Ahnung aber ich hatte mal im Fernsehen gesehen, dass Zellolose als Dämmung
für aussen genommen wurde. Also können natürliche Dämmstoffe nicht so schlecht sein - wie es einige gleich verurteilen.

Es gibt übgrigens auch eine Dämmung aus Flachs. Flachs soll die besten Dämmeigenschaften (ohne Gewähr - hatte ich nur gehört) haben.

Natürliche Dämmstoffe werden von Bund gefördert. Siehe mal unter
http://www.fnr-server.de/naturdaemmstoffe/. Somit ist es nicht mehr so teuer.

Du kannst auch mal bei Google vorbeischauen und nach natürlichen Dämmstoffe suchen. Es gibt sehr viel Links. Da ist bestimmt einer oder auch mehrere für Dich dabei.

So noch ein schönes Wochenende und viel Spaß beim informieren.

Gruß Markus

Hallo Markus,

konkret geht es um die frage: Schafwolle oder Zellulose.

wir haben uns vor einigen Jahren auch das Dach isoliert und sind nach langer Überlegung doch bei der Mineralwolle hängengeblieben.
Grund war weniger, daß wir befürchteten das Material würde vergammeln, sondern schlicht der Preis.

Aber zu den Materialien:
Bei Cellulose wird das Material zwischen die Sparren eingeblasen und dabei hat man als Nebeneffekt eine gute Kontrolle, ob alles dicht ist.
Uns wurde damals auch geraten, statt der Unterspannfolien (also die Folie zwischen Isolierung unf Dachpfannen) mit einer Presssmatte aus Weichholzschnitzeln zu arbeiten.
Das ist bei der Verlattung ev. problematisch, weil ein Fehltritt Löcher verursacht, die nur recht umständlich zu flicken sind.

Wolle gibt es sowohl als Einblasmasse wie Cellulose als auch als Matten. Letztere zu verarbeiten soll nicht unproblematisch sein, weil sie sich nur seeeeehr schwer beschneiden lassen. Ein Freund wollte mir seine schenken, weil er irgendwann entnervt auf Mineralwolle umgestiegen ist.

Das Einblasen ist in Eigenleistung zwar theoretisch machbar, uns wurde aber einhellig davon abgeraten, weil es eine nicht geringe Erfahrung erfordert, so was ordentlich hinzukriegen.

Die Haltbarkeit ist bei ordentlicher Verarbeitung vergleichbar mit Mineralwolle, aber es muß wirklich sehr genau gearbeitet werden.
Das Problem neben der Verrottung bei Feuchtigkeit ist nämlich, daß es zu einer ziemlichen Gewichtzunahme kommt, wenn das Material feucht wird. Das kann im Extremfall dazu führen, daß die ganze Isolierung holterdipauz runterkommt.

Wir hätten bei einem tragbaren Preis trotzdem Cellulose genommen, weil die klimaregulierende Wirkung sowohl bei Cellulose als auch bei Wolle deutlich besser ist (Erfahrung von Leuten, die so was haben). Speziell das Aufheizen im Sommer fällt deutlich geringer aus.

Gandalf

Hallo zusammen

erstmal vielen Dank für die antworten.

nach eingehenderen infosammlungen werde ich jetzt cellulose verbauen:

  • in der herstellung relativ geringer energieaufwand
  • imprägnierung durch salze, daher (hoffentlich) verrottungssicher und pestizid
  • im direkten vergleich zu anderen „öko“-dämmstoffen auf jeden fall vorn dabei (U-wert, früher k-wert, feuerfetstigkeit…)
  • und zu letzt vom arbeitsaufwand am zügigsten
  • hygroskopisch (feuchteregulierend), darf man halt nicht pe-folie als „dampfsperre“ nehemen, braucht also eine „dampfbremse“, ebenfalls papier.

leider wird cellulose nicht gefördert, nur „nachwachsende“ rohstoff-produkte sind förderungswürdig.

warum keine schafwolle:

  • war riesen aktion bei den schwiegereltern, hängt nämlich ständig durch, muss in 2 schichten verlegt werden, da max 10 cm dick, abwasser belastung bei der herstellung und im rückbau ist die sortenreinheit nicht sicher (recycling)

viele halten mich vielleicht für einen öko…, aber das klima-ergebnis in diesen räumen rechtfertigt den mehraufwand (ist meine meinung).

warum keine Minerlawolle (Glas, stein):

  • hoher primärer Energieaufwand bei der herstellung
  • entsorgung ähnlich problematisch wie Asbest (Eternit…)
  • steht immer noch im verdacht krebs zu erregen…
  • habe fast 2 jahre mit glaswolle gearbeitet, kenne den duschaufwand…

danke an alle

markus

Also die verwendung von Naturdämmstoffen ist nicht unbedingt als esoterischer Ökoschwachsinn abzutun. Cellulose hat z.B. eine höhere Masse als Steinwolle und bietet dadurch einen besseren sommerlichen Wärmeschutz bei vergleichbaren Dämmeigenschaften (bis zu WLG 035). Cellulose wird in der Regel durch den zusatz von Borsalzen, bis max. ca. 10%, haltbar gemacht, diese Borsalze sind in der Regel Borate und weisen keine wesentliche toxizität, also Gefährdung für den Menschen auf(nicht schlimmer als Kochsalz), aber man sollte die Dämmung ja nicht essen. Ausgasungen finden wie z.B. bei Polystyrolen oder Polyurethanen nicht statt. Der Nachteil an Steinwolle ist das stauben bei der Verarbeitung und feinstäube stehen eben wie z.B. Asbest im Verdacht Krebs zu erregen, wobei imho das Potential bei Steinwolle sehr niedrig anzusetzen wäre. Glaswolle ist sehr nachteilig bei Bränden, wenn dan das geschmolzene Glas von der Decke tropft, wers nicht glaubt kann ja mal bei der örtlichen Feuerwehr nachfragen wie die zu Glaswolle stehen.
Die Nachwachsenden Dämmstoffe sind aber auch häufig nicht unproblematisch, nicht jede Faser eignet sich von Natur aus als Dämmstoff und wird dann z.T. sehr stark mit Pestiziden und Brandhämmern behandelt um sie verwendbar zu machen.
Für mich sind die einzig momentan bezahlbaren und vernüftigen Dämmstoffvarianten aus Naturprodukten, die Cellulosedämmung sowie Holzfasern (wäre auch noch ein Tipp als Alternative, bei gleicher WLG, gleicher Verarbeitung, noch etwas besserem sommerlichen Wärmeschutz, und ähnlichem Preis, Produkt z.B. „emfacell“, einfach mal ergooglen).
Diese Produkte sind aber schon ein gutes Stück teurer als z.B. Steinwolle, die ich, falls der Preis das wichtigste Kriterium sein sollte, allen anderen Dämmstoffen vorziehen würde.