Angenommen eine Haus-Dachhälfte (inkl. Dachvorsprünge) hat, in der horizontalen 5,38 x 14,25m, also 76 qm Dachfläche. An dieser Dachhälfte angebracht ist eine 28er Rinne (vielleicht sagt man auch 280er?) - Es gibt nur ein 100er Ablauffallrohr für diese Dachhälfte ca. 1m von rechts.
Es gibt Dachrinnenfirmen, die sagen, nach DIN 18460 berechnet, wären bis zu 100qm bei einem 100er Fallrohr 28er Rinnen vollkommen ausreichend. Erst wenn diese Dachflächenhälfte über 100qm wäre, wäre dann eine 33er Rinne nötig.
Bei anderen Herstellern usw. heißt es jedoch sinngemäß ganz unmissverständlich:
>Dachentwässerungssysteme müssen auf ausreichende Dimensionierung hin, hydraulisch berechnet werden. Geltende DIN Normen und Regelwerke sind unbedingt zu beachten: DIN EN 12 056-3 / DIN 1986 -100 Tl.100 / Zusätzliche Bestimmungen zu DIN EN 752 und DIN EN 12 056 usw.
Gegenüber der bislang gültigen pauschalen Rinnenberechnung müssen vorgehängte wie auch innenliegende Dachentwässerungssysteme, seit Juli 2001 anhand einer hydraulischen Berechnung auf ihre ausreichende Dimensionierung hin berechnet werden.
Vorgehängte Dachentwässerungssysteme werden aus wirtschaftl. Gründen und zur Sicherstellung der Selbstreinigungsfähigkeit für ein mittleres Regenereignis bemessen. Nach DIN 1986-100 beläuft sich dieses auf die örtliche Fünfminutenregenspende, die einmal in 2 Jahren erwartet werden muss.
Die Berechungsregenspenden sind bei den örtlichen Behörden oder ersatzweise beim Deutschen Wetterdienst zu erfragen. In die hydraul. Berechnung fließen weiterhin die im Grundriss projizierte Niederschlagsfläche, und der Abflussbeiwert von Dachflächen ein usw. usw.
zunächst einmal werden bei „Dachrinnen“ die „Nennweite“ angegeben…
100er…125er…150er…usw.
Als „Faustregel“ kann man sagen,das eine „150er Rinne“ mit einem 100er
Regenfallfallrohr für ein normales Haus ausreichend dimensioniert ist.
Problematisch wäre in dem Beispielfall allerdings die pro Hausseite nur
„einseitige“ (also nur 1 Regenfallrohr) Anbindung der Dachrinne.
Nach den „sommerlichen Trockenperioden“ besteht gerade bei nur einem
Ablauf immer die Gefahr des Verstopfens wegen Laub,Vogelnestern usw.
Entgegen der „Landläufigen“ Meinung benötigen auch Dachrinnen samt ihren Abläufen eine regelmäßige Wartung…am besten im späten Herbst.
Aber was ist mit den gültigen Regeln und Vorschriften?
Sollen die genannten DIN usw. wirklich keine Bedeutung haben?
wie fast meistens: Es kommt darauf an. Irgendwer hat die Dachrinne zu berechnen, und wenn er das falsch macht, kann man ihn am Portepee packen. Sobald die Dachrinne mal hängt und der Bau abgenommen ist, interessiert sich keine Sau mehr dafür. Die praktische Bedeutung hält sich eh in Grenzen - wenn mal der richtige Starkregen runterkommt, dann läuft jede Dachrinne über.
das Dachdecker-Handwerk hat bei uns schon Dachrinnen und Regenrohre
gebaut und verlegt,als es überhaupt noch keine „Normen“ dafür gab…
Teilweise sind nämlich die „Normen“ auf den Erfahrungswerten dieses
Handwerkszweiges entstanden…
Wirkliche Berechnungen sind nur in „Sonderfällen“ notwendig,wie
Ungewöhnliche Dachformen oder Neigungen
Ungewöhnliche Lage des Hauses (z.B. tiefer als N.N.)
Weitergehende Nutzung des Regenwasser (zum B. als Brauchwasser
für Toiletten)