Dänischer Satz - oder per Internet?

Hallo,

könnte mir jemand bitte den folgenden dänischen Satz übersetzen oder weiß jemand einen Online-Übersetzungsdienst für Webseiten auf dänisch?

Der dänische Satz:

Studio 1411 fra Bohemia som arbejder med mundbl�st glas. Studio 1411 har arbejdet med glas uafbrudt siden 1411 og er hermed det �ldste glaspusteri i Europa.

Vielen Dank.
Chris

Lösung:
Studio 1411 aus Bohemia, das mit mundgeblasenem Glas arbeitet.
Studio 1411 arbeitet seit 1411 mit Glas und ist somit die älteste europäische Glasbläserei.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Nordstern,

ich habe mir erlaubt, Deine Sätze etwas umzustricken, weil ich einiges anders verstehe.

Studio 1411 aus Bohemia, das mit mundgeblasenem Glas arbeitet.
Studio 1411 arbeitet seit 1411 mit Glas und ist somit die
älteste europäische Glasbläserei.

Studio 1411 aus Böhmen, stellt Arbeiten/Produkte aus mundgeblasenem Glas her.
Studio 1411 hat die Glas-Herstellung (seit) 1411 entwickelt/erfunden und ist somit die älteste europäische Glasbläserei.

uafbrudt = aufgebracht = entwickelt/erfunden

Gruß Gudrun

Der dänische Satz:

Studio 1411 fra Bohemia som arbejder med mundbl�st
glas. Studio 1411 har arbejdet med glas uafbrudt siden 1411 og
er hermed det �ldste glaspusteri i Europa.

Vielen Dank.
Chris

?
Äh, ich könnte schwören, daß „som“ eine Konjunktion, „uafbrudt“ ununterbrochen, kontinuierlich heisst, „har arbejdet“ Perfekt ist und „arbejder“ die konjugierte Verbform im Präsens ist.
Bohemia=Böhmen wusste ich nicht. Woher kennt man denn so Vokabeln? :open_mouth:
Chris kann ja auswählen, wie genau er die Übersetzung braucht.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Versuch einer Erklärung

Äh, ich könnte schwören, daß „som“ eine Konjunktion,
„uafbrudt“ ununterbrochen, kontinuierlich heisst, „har
arbejdet“ Perfekt ist und „arbejder“ die konjugierte Verbform
im Präsens ist.

Das mag alles stimmen. Zugegeben, ich habe kaum Ahnung von Dänisch, von dänischer Grammatik erst recht keine, aber ich weiß, was in einer Glasbläserei gemacht wird (meine zuletzt besichtigte war sogar eine dänische! auf Bornholm).

Studio 1411 fra Bohemia som arbejder med mundbl�st
glas.

Studio 1411 aus Bohemia, das mit mundgeblasenem Glas arbeitet.

Deine Übersetzung ist (sorry) sinnfrei, weil man „mundgeblasenes Glas“ nur herstellen, aber nicht mit ihm arbeiten kann.

Zum Vergleich: Würdest Du sagen, daß ein Schuhmacher „mit Schuhen arbeitet“? Ich nicht, ich sage: Der Schuhmacher stellt Schuhe her oder beschäftigt sich mit Schuhen resp. mit der Schuhherstellung.

Daraus folgt für mich, daß das dänische Wort „arbejd…“ (wie lautet der Infinitiv?) nicht nur wörtlich im engen Sinne als „arbeiten“ übersetzt werden kann/darf.

Mein ursprünglicher Vorschlag:

Studio 1411 aus Böhmen, stellt Arbeiten/Produkte aus
mundgeblasenem Glas her.

könnte (muß aber nicht) geändert lauten:

Studio 1411 aus Böhmen, das Arbeiten/Produkte aus
mundgeblasenem Glas herstellt.

uafbrudt = aufgebracht = entwickelt/erfunden

Da hast Du mich erwischt! An dieser Stelle habe ich vergessen, ein Fragezeichen zu setzen, da ich nicht sicher war. Von Dir weiß ich jetzt, daß das „ununterbrochen“ heißt, aber in Deiner Übersetzung suche ich es vergebens:

Studio 1411 har arbejdet med glas uafbrudt siden 1411 og
er hermed det �ldste glaspusteri i Europa.

Studio 1411 arbeitet seit 1411 mit Glas und ist somit die
älteste europäische Glasbläserei.

Meine erste Variante streiche ich:

Studio 1411 hat die Glas-Herstellung (seit) 1411
entwickelt/erfunden und ist somit die älteste europäische
Glasbläserei.

und mein korrigierter Vorschlag lautet:
Studio 1411 beschäftigt sich seit 1411 ununterbrochen mit der Glas-Herstellung und ist somit die älteste europäische Glasbläserei.

Bohemia=Böhmen wusste ich nicht. Woher kennt man denn so
Vokabeln? :open_mouth:

Das weiß ich selbst nicht, woher ich das weiß. :wink:
Die böhmische Glasbläserkunst ist/war weltberühmt.
Es gibt eine berühmte Oper („La Bohème“).

Gegenfrage:
Woher weißt Du, daß Austria = Österreich ist? :wink:

Chris kann ja auswählen, wie genau er die Übersetzung braucht.

Das hier hatte weder was mit Genauigkeit noch mit dem Gegenteil zu tun.

Zitat von Elke, zwei Tage alt:
Zum Übersetzen gehört mehr als nur Sprach-
wissen sondern eben auch ein Wissen um die Kultur (die SEnder-
wie die Empfängerkultur).

aus diesem Posting: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Gruß Gudrun

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Du irrst leider
Hallo ihr drei

Äh, ich könnte schwören, daß „som“ eine Konjunktion,
„uafbrudt“ ununterbrochen, kontinuierlich heisst, „har
arbejdet“ Perfekt ist und „arbejder“ die konjugierte Verbform
im Präsens ist.

Alles richtig.

Das mag alles stimmen. Zugegeben, ich habe kaum Ahnung von
Dänisch, von dänischer Grammatik erst recht keine,

Das ist das Problem.

aber ich
weiß, was in einer Glasbläserei gemacht wird (meine zuletzt
besichtigte war sogar eine dänische! auf Bornholm).

Du nimmst an, dass der Satz sinnvoll ist. Wie oft aber muss man auch
in deutschen Texten (z.B. Zeitungen) sprachliche Schlampigkeit
hinnehmen?

Studio 1411 fra Bohemia som arbejder med mundbl?st
glas.

Studio 1411 aus Bohemia, das mit mundgeblasenem Glas arbeitet.

Deine Übersetzung ist (sorry) sinnfrei, weil man
„mundgeblasenes Glas“ nur herstellen, aber nicht mit ihm
arbeiten kann.

Siehe oben.

Daraus folgt für mich, daß das dänische Wort „arbejd…“ (wie
lautet der Infinitiv?)

arbejde

nicht nur wörtlich im engen Sinne als
„arbeiten“ übersetzt werden kann/darf.

Mein ursprünglicher Vorschlag:

Studio 1411 aus Böhmen, stellt Arbeiten/Produkte aus
mundgeblasenem Glas her.

könnte (muß aber nicht) geändert lauten:

Studio 1411 aus Böhmen, das Arbeiten/Produkte aus
mundgeblasenem Glas herstellt.

uafbrudt = aufgebracht = entwickelt/erfunden

nein, nein

Da hast Du mich erwischt! An dieser Stelle habe ich vergessen,
ein Fragezeichen zu setzen, da ich nicht sicher war. Von Dir
weiß ich jetzt, daß das „ununterbrochen“ heißt, aber in Deiner
Übersetzung suche ich es vergebens:

Studio 1411 har arbejdet med glas uafbrudt siden 1411 og
er hermed det ?ldste glaspusteri i Europa.

Studio 1411 arbeitet seit 1411 mit Glas und ist somit die
älteste europäische Glasbläserei.

Meine erste Variante streiche ich:

Studio 1411 hat die Glas-Herstellung (seit) 1411
entwickelt/erfunden und ist somit die älteste europäische
Glasbläserei.

und mein korrigierter Vorschlag lautet:
Studio 1411 beschäftigt sich seit 1411 ununterbrochen mit der
Glas-Herstellung und ist somit die älteste europäische
Glasbläserei.

Sinngemaess ist das richtig. Woertlich stimmt Nordsterns erste
Variante, wenn man darin noch ununterbrochen einbaut.

Bohemia=Böhmen wusste ich nicht. Woher kennt man denn so
Vokabeln? :open_mouth:

Das weiß ich selbst nicht, woher ich das weiß. :wink:
Die böhmische Glasbläserkunst ist/war weltberühmt.
Es gibt eine berühmte Oper („La Bohème“).

Auch englisch so.

Gruss, Tychi

Wenn Du meinst
Hallo Tychi,

seit wann sind Fremdsprachenkenntnisse eine Voraussetzung, um zu erkennen, ob ein Satz auf Deutsch inhaltlich sinnvoll ist oder nicht?

Wie oft aber muss man auch
in deutschen Texten (z.B. Zeitungen) sprachliche Schlampigkeit
hinnehmen?

Das ist natürlich eine hinreichende Begründung, die Finger von der Tastatur zu lassen, wenn einem bei w-w-w sowas begegnet.
Ja?

Der Satz

Studio 1411 aus Bohemia, das mit mundgeblasenem Glas arbeitet.

läßt nur zwei Schlüsse zu:
Der Übersetzer ist kein deutscher Muttersprachler und/oder
weiß sachlich/fachlich nicht, wovon er/sie redet
(bezogen auf das erste Posting von Nordstern, das lediglich aus zwei Sätzen bestand!).

und das geht nach meinem Verständnis über sprachliche Schlampigkeiten hinaus.

Bohemia=Böhmen wusste ich nicht. Woher kennt man denn so
Vokabeln? :open_mouth:

Das weiß ich selbst nicht, woher ich das weiß. :wink:
Die böhmische Glasbläserkunst ist/war weltberühmt.
Es gibt eine berühmte Oper („La Bohème“).

Auch englisch so.

Auf Dänisch offensichtlich auch so. Sonst wäre das hier wohl kaum aufgetaucht.
Aber war das denn die an mich gestellte Frage?

Übrigens: Selbsteingeräumte Fehler und selbsteingestandene Unzulänglichkeiten muß man mir nicht extra nochmal aufs Butterbrot schmieren.

Also: Wolltest Du mir jetzt etwas Darüberhinausgehendes mitteilen?

Gruß Gudrun

Hi Gudrun,

darf ich kurz (da du mich ja zitiert hast :wink: )

Ich kann zum eigentlichen Problem nichts betragen,
verstehe ich weder von Glasbläserei noch von Dänisch etwas,
aber es handelt sich hier um ein Problem von Übersetzung
an sich:

Wenn der Text, der übersetzt werden soll, Fehler aufweist
(oder Ungenauigkeiten) - wie geht man damit um?
Korrigiert man die Fehler und liefert einen Text,
der im Endeffekt besser als das Original ist?
Oder übersetzt man die Fehler mit?
Wenn im Original der Text holprig formuliert ist,
soll die Übersetzung dann auch holprig sein?
Mir widerstrebt das immer, weil ein Leser der
Übersetzung das ja nicht wissen kann, und folglich
schließen könnte, meine Arbeit sei mangelhaft.
Andererseits kann aber in den Fehlern Absicht liegen,
oder sie sind nötig, um eine Replik darauf zu verstehen,
oder… es kann viele Gründe geben, dass man die Über-
setzung „schlecht“ macht.

Einmal mehr kommt es auf die Absicht der Übersetzung
an, die z.B. von der Zielgruppe der Empfänger abhängt.
Ein simples Beispiel: Eine Gebrauchsanleitung würde
ich immer in mein bestes Englisch/Deutsch übersetzen,
weil die Intention ja ist, dass der Benutzer wirklich
weiß, wie der Gegenstand zu benutzen ist. Je deutlicher,
desto besser, auch wenn es im Original vielleicht
verworren ist.
Bei einem Privatbrief hingegen würde ich sprachliche
Eigenheiten stehen lassen, vielleicht auch grammatische
Patzer stehen lassen, wenn das Wesen des Briefschreibers
deutlich werden lassen.

Grüße
Elke

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Hallo Gudrun

seit wann sind Fremdsprachenkenntnisse eine Voraussetzung, um
zu erkennen, ob ein Satz auf Deutsch inhaltlich sinnvoll ist
oder nicht?

Sind sie nicht. Aber ich vertrete auch eklastics Standpunkt, dass es in vielen Fällen nicht Aufgabe des Übersetzers ist, einen Fehler im Original für die Übersetzung zu verbessern. Übersetzen erfordert zwangsläufig Interpretation, aber die sollte nicht so weit gehen, dass der Übersetzer seinen eigenen Text frei nach dem Original formuliert.

Wie oft aber muss man auch
in deutschen Texten (z.B. Zeitungen) sprachliche Schlampigkeit
hinnehmen?

Das ist natürlich eine hinreichende Begründung, die Finger von
der Tastatur zu lassen, wenn einem bei w-w-w sowas begegnet.
Ja?

Richtig wäre es, den Text inklusive (vermeintlichem) Fehler zu übertragen und eine Bemerkung zu machen derart: „So steht es wirklich da“.

Der Satz

Studio 1411 aus Bohemia, das mit mundgeblasenem Glas arbeitet.

läßt nur zwei Schlüsse zu:
Der Übersetzer ist kein deutscher Muttersprachler und/oder
weiß sachlich/fachlich nicht, wovon er/sie redet
(bezogen auf das erste Posting von Nordstern, das lediglich
aus zwei Sätzen bestand!).

Och, da gibt’s noch mehr Möglichkeiten, z.B. dass das mundgeblasene Glas noch aufwändig bemalt wird und dass darin die eigentliche Arbeit besteht.

Bohemia=Böhmen wusste ich nicht. Woher kennt man denn so
Vokabeln? :open_mouth:

Das weiß ich selbst nicht, woher ich das weiß. :wink:
Die böhmische Glasbläserkunst ist/war weltberühmt.
Es gibt eine berühmte Oper („La Bohème“).

Auch englisch so.

Auf Dänisch offensichtlich auch so. Sonst wäre das hier wohl
kaum aufgetaucht.
Aber war das denn die an mich gestellte Frage?

Woher du solche Vokabeln kennest. Da dachte ich, dass der Hinweis auf die bekanntere englische Sprache hilfreich sei.
La Bohème hilft wenig weiter, weil in dieser Oper keinerlei Zusammenhang zu Böhmen hergestellt wird, sondern bohème als Begriff für ein ungebundenes und unbürgerliches Künstlerleben (hauptsächlich in Verbindung mit Paris) steht. Die Verbindung Böhmens zu dieser Lebensform geschieht über die Assoziation mit einem Zigeunerdasein, und Zigeuner lebten u.a. in Böhmen.

Übrigens: Selbsteingeräumte Fehler und selbsteingestandene
Unzulänglichkeiten muß man mir nicht extra nochmal aufs
Butterbrot schmieren.

Das habe ich auch nicht getan. Ich habe nur einige Dinge richtiggestellt, die du trotz deiner eingeräumten Unkenntnis der dänischen Sprache nicht unterlassen konntest zu behaupten.

Also: Wolltest Du mir jetzt etwas Darüberhinausgehendes
mitteilen?

Lies mal nach: Ich habe aus Klarheit geschafft, wo Unsicherheit, Verwirrung und bloßes Mutmaßen herrschte.

Viele Grüße, Tychi

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Exemplarisches :wink:
Hi Elke,

darf ich kurz (da du mich ja zitiert hast :wink: )

aber ja doch!

Ich kann zum eigentlichen Problem nichts betragen,
verstehe ich weder von Glasbläserei noch von Dänisch etwas,

Das macht nichts, denn da gibt es noch jede Menge anderer Produkte, die mit einer spezifischen Eigenschaft behaftet sind, die gleichzeitig die Technik/Methode der Herstellung beschreibt:
(wahrscheinlich gibt es noch viel mehr):

handgenähter Anzug (oder Schuhe)
handgewebtes Leinen
handgegerbtes Leder
handgeschmiedetes Gitter
mundgemalte Bilder
fußgemalte Bilder
handgestrickter Pullover *g*

handbemaltes Porzellan
handbestickte Tischdecke

luftgetrockneter Schinken
geräucherter Lachs

und in all diesen Fällen ist es schlichtweg unmöglich, eine Formulierung wie „arbeitet mit […]“ zu verwenden, weil […] noch gar nicht existiert, sondern erst hergestellt wird.
Der Gegenstand besitzt dann gleichzeitig mit Fertigstellung die spezifische Eigenschaft.

aber es handelt sich hier um ein Problem von Übersetzung
an sich:

Danke für Deine Ausführungen. Das war mir schon irgendwie alles klar. Schließlich lese ich dieses Brett schon viele Tage lang mit, wenn auch vorwiegend leise. Die eine oder andere Schwierigkeit des Übersetzens wurde immer mal wieder erwähnt.

Im vorliegenden Fall bin ich mir allerdings nicht mehr sicher, daß es ein Problem
des „an sich“ ist.
Ich habe Dich zitiert wegen Deines Hinweises, daß zum Übersetzen mehr als nur sprachliches Wissen erforderlich sei, eben das Kulturwissen.

Wenn Du weißt, was ein Schneider macht, dann würdest Du über einen Satz wie „Der Schneider, der mit handgenähten Anzügen arbeitet“ genauso stolpern wie ich über den Glasbläser-Satz gestolpert bin.

Die Vorlage des Glasbläser-Satzes kann man sich im Netz anschauen, sie stammt von dem dänischen Laden, der die böhmischen Produkte verkauft.

http://www.galleri-glas.dk/info.html
(Text rechts, letzter Absatz)

Da sollte man doch annehmen dürfen, daß die „Galleri-Glas“ weiß, wovon sie spricht, oder?
Tut sie auch.

Ich habe jetzt ein (inoffizielles?) Wörterbuch Dänisch-Englisch von einer russischen URL gefunden:

http://danish.nigilist.ru/dansk-engelsk.html

und wenn das alles stimmt, was da steht, dann war mein Einwand mehr als berechtigt.

Um es kurz zu machen: „arbejder med“ bedeutet offensichtlich nicht „arbeiten mit“ (obwohl es so logisch klingt), sondern wird mit „work at“ und „work on“ übersetzt.
„Som“ ist sowohl Konjunktion als auch Pronomen. Das erste hatte Nordstern zwar genannt, aber das letztere verwendet.
Englisch ist Dein Fach, da darf ich mich jetzt zurückziehen. :wink:

Falls es Dich interessiert, so sieht ein Glasbläser in Aktion aus:
http://www.glasriket.se/Valkom/V_RamT.htm
(bitte links auf Glasbläserei klicken)

Schönen Sonntag und

Gruß Gudrun

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Glasbläser-Satz
Hallo Tychi,

seit wann sind Fremdsprachenkenntnisse eine Voraussetzung, um
zu erkennen, ob ein Satz auf Deutsch inhaltlich sinnvoll ist
oder nicht?

Sind sie nicht. Aber ich vertrete auch eklastics Standpunkt,
dass es in vielen Fällen nicht Aufgabe des Übersetzers ist,
einen Fehler im Original für die Übersetzung zu verbessern.
Übersetzen erfordert zwangsläufig Interpretation, aber die
sollte nicht so weit gehen, dass der Übersetzer seinen eigenen
Text frei nach dem Original formuliert.

theoretisch ist dagegen nichts zu sagen. Wenn aber der deutsche Satz
nun aber so gar keinen Sinn ergibt, dann müßte man doch forschen, ob es tatsächlich am Original liegt oder ob es noch einen anderen Grund gibt.

Wie oft aber muss man auch
in deutschen Texten (z.B. Zeitungen) sprachliche Schlampigkeit
hinnehmen?

Das ist natürlich eine hinreichende Begründung, die Finger von
der Tastatur zu lassen, wenn einem bei w-w-w sowas begegnet.
Ja?

Richtig wäre es, den Text inklusive (vermeintlichem) Fehler zu
übertragen und eine Bemerkung zu machen derart: „So steht es
wirklich da“.

Das wiederum setzt voraus, daß dem Übersetzer ein (vermeintlicher) Fehler überhaupt bewußt ist.

Der Satz

Studio 1411 aus Bohemia, das mit mundgeblasenem Glas arbeitet.

läßt nur zwei Schlüsse zu:
Der Übersetzer ist kein deutscher Muttersprachler und/oder
weiß sachlich/fachlich nicht, wovon er/sie redet
(bezogen auf das erste Posting von Nordstern, das lediglich
aus zwei Sätzen bestand!).

Och, da gibt’s noch mehr Möglichkeiten, z.B. dass das
mundgeblasene Glas noch aufwändig bemalt wird und dass darin
die eigentliche Arbeit besteht.

Toll. Aber leider falsch. Das nennt sich nämlich Glasmalerei und das wird nicht in der Pusteri durchgeführt. Als drittes gäbe es dann noch die Glasschleiferei. Wird auch nicht in der Pusteri durchgeführt.

Übrigens: Selbsteingeräumte Fehler und selbsteingestandene
Unzulänglichkeiten muß man mir nicht extra nochmal aufs
Butterbrot schmieren.

Das habe ich auch nicht getan. Ich habe nur einige Dinge
richtiggestellt, die du trotz deiner eingeräumten Unkenntnis
der dänischen Sprache nicht unterlassen konntest zu behaupten.

Na, da hoffe ich doch, daß Deine Dänisch-Kenntnisse größer sind als Deine
Kenntnisse über Glasbläserei.

Also: Wolltest Du mir jetzt etwas Darüberhinausgehendes
mitteilen?

Lies mal nach: Ich habe aus Klarheit geschafft, wo
Unsicherheit, Verwirrung und bloßes Mutmaßen herrschte.

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir immer noch, daß niemand mit einem Produkt arbeiten kann, das er grade im Begriff ist herzustellen.
Weder auf Deutsch noch auf Dänisch.

Ich habe - wie gewünscht - nachgelesen.
Siehe hierzu mein Posting an Elke, dort sind auch die Links.

Wenn Du Dir die „Schlüsselwörter“ (som arbejder med) anschaust, wirst Du nicht mehr von „Klarheit schaffen“ sprechen können. Ganz im Gegenteil. Es herrscht Nachholbedarf.

Auf Deinen Übersetzungsvorschlag bin ich gespannt.

Gruß Gudrun

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Hi Gudrun,

darf ich kurz (da du mich ja zitiert hast :wink: )

aber ja doch!

Das ist nett. :wink:
Ist ja jetzt auch nur mein 3. Versuch heute :frowning:
+
Ich wollte deinen Einwand auch nicht kritisieren,
mir klingt (und klang) logisch was du sagst.
Sollten meine Erklärungen schulmeisterlich geklungen
haben, bitte ich um Entschuldigung. Es ist bei
Übersetzungen eben ein Kreuz damit, dass die meisten
Menschen davon eine - leider meist falsche, oder
leicht falsche - Meinung haben. Ich denke da auch
an Diskussionen in diesem Brett, bzw. seMail-Diskussionen,
die sich dann anschlossen.

Ich hatte, als ich meinen Artikel schrieb, gerade
wieder so eine grfmpfff-Übersetzungsbeispiel vom Abend
vorher an der Hand:
Wir waren in einem mexikanischen Restaurant. Dort wird
ein Bier verkauft, das offensichtlich eine Mulde im
Glasboden hat, die als Flaschenöffner für eine andere
Flasche dienen kann. Der Reklamepappdeckel war dann
folgendermaßen beschriftet:
Ask for unopened bottles of (Markennamen vergessen).
Darunter auf Deutsch:
Fragen Sie nach geschlossenen Flaschen von…

Das klingt nach Babelfisch!
„to ask for“ klingt halt nur wie „fragen Sie nach“
(vielleicht müsste man schon dankbar dafür sein,
dass da nicht „fragen sie für zuene“ steht).*

Grüße
Elke

*to ask for: Erkundigen Sie sich nach, im Kontext eher:
Verlangen Sie … (könnte auch „bitten Sie
um“ heißen, aber nicht im Kontext).
Flaschen sind nicht geschlossen, sondern verschlossen,
in diesem Fall wäre „ungeöffnet“ richtig gewesen, seltsamer-
weise wurde die ähnlich klingendere Übersetzung ignoriert.

Deine Beharrlichkeit wird belohnt
Hallo Gudrun

Ich habe deiner Antwort an Elke einen Stern gegeben. Du hast dir wirklich Gedanken gemacht und recherchiert. Es hat sich gelohnt.
Jetzt bin ich zu Hause und kann meine Wörterbücher konsultieren und finde unter „arbeide med“ (norwegisch, dänisch schlussfolgere ich nur, weil die beiden Sprachen im Schriftlichen fast gleich sind) den Eintrag „arbeiten an“. Das habe ich nicht gewusst und Dank deiner Persistenz habe ich etwas dazugelernt.
Auch wenn du Unrecht behalten hättest, wollte ich mich entschuldigen, weil ich dachte, dass meine Antwort an dich herablassend geklungen haben könnte. Nun, da ich dir Recht gebe, ist meine Bitte um Entschuldigung mir ein echtes Bedürfnis.
Die 1. Übersetzung Nordsterns verändert sich dann entsprechend.

Viele Grüße, Tychi

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Hi Elke,

darf ich kurz (da du mich ja zitiert hast :wink: )

aber ja doch!

Das ist nett. :wink:

hehe, das sollte freudige Zustimmung sein!
Anderenfalls wäre die Reihenfolge: doch, ja… gewesen und ich hätte den Betreff unverändert übernommen! :wink:

Ist ja jetzt auch nur mein 3. Versuch heute :frowning:

???

Ich wollte deinen Einwand auch nicht kritisieren,
mir klingt (und klang) logisch was du sagst.
Sollten meine Erklärungen schulmeisterlich geklungen
haben, bitte ich um Entschuldigung.

Das habe ich weder als Kritik noch als schulmeisterlich aufgefaßt und deswegen gibt es keinen Grund für eine Entschuldigung.
Ich hoffe, Du hast meine Beispiele auch nicht als schulmeisterlich aufgefaßt. Es stand halt Sprachkenntnis gegen Sachkenntnis oder so…
Jedenfalls bis gestern.

Mich fasziniert gerade diese Handwerkskunst ungemein und ich könnte da stundenlang zugucken. Und wenn ich wieder an einer Glasbläserei vorbeikäme (die nächste wäre dann die 4.), dann nüscht wie rein!
Erst ist es nichts als ein glühender Klumpen und dann wird gepustet und gedreht und gepustet und abgezwickt und und und… und am Ende ist es ein Gegenstand, je nachdem mehr Kunst- oder mehr Gebrauchs-G.
Der Odenwald war - soweit ich weiß - auch mal eine Glasbläser-Region.
Vielleicht gibt’s da für Dich was zum Entdecken?

Ich hatte, als ich meinen Artikel schrieb, gerade
wieder so eine grfmpfff-Übersetzungsbeispiel vom Abend
vorher an der Hand:
Wir waren in einem mexikanischen Restaurant.

Das läuft dann unter „Berufskrankheit“.
In solchen Fällen hilft nur Weggucken und das Essen genießen! :wink:

(vielleicht müsste man schon dankbar dafür sein,
dass da nicht „fragen sie für zuene“ steht).*

Und wenn doch? Dann hat der Mexikaner das von einem Deutschen aufgeschnappt. Im Vertrauen: ich verwende manchmal auch dieses Wort, weil ich es so herrlich finde, aber natürlich nur mündlich, bis eben wußte ich gar nicht, wie ich das hätte schreiben sollen. :wink:

"Ver"schlossen vs. "ge"schlossen. Witzig, habe ich noch nie drüber nachgedacht, daß es so ist.
Und noch witziger ist, daß mir erst beim Schreiben der Beispiele in meinem vorherigen Posting bewußt wurde, daß es „handge…“ und „handbe…“ gibt.
Und auch diese Unterscheidung macht Sinn ist von der Logik her sinnvoll. :wink:

Schönen Montag und

Gruß Gudrun

Hallo Tychi,

Ich habe deiner Antwort an Elke einen Stern gegeben. Du hast
dir wirklich Gedanken gemacht und recherchiert. Es hat sich
gelohnt.

die Seite von der Galleri-Glas hatte ich mir aus Interesse schon vor meinem ersten Posting angesehen. Mit Google und dem Suchbegriff „Studio 1411“ war das kein Problem. Und wenn ich das online-Wörterbuch nicht auch ziemlich schnell gefunden hätte, wäre mir das Ganze egal gewesen.

Jetzt bin ich zu Hause und kann meine Wörterbücher
konsultieren und finde unter „arbeide med“ (norwegisch,
dänisch schlussfolgere ich nur, weil die beiden Sprachen im
Schriftlichen fast gleich sind) den Eintrag „arbeiten an“. Das
habe ich nicht gewusst und Dank deiner Persistenz habe ich
etwas dazugelernt.
Auch wenn du Unrecht behalten hättest, wollte ich mich
entschuldigen, weil ich dachte, dass meine Antwort an dich
herablassend geklungen haben könnte.

Nicht „könnte“, sie hat! Deine Reaktion war mir umso unverständlicher, weil mein Einwand sich nicht auf ein Posting von Dir bezogen hatte.
Dieses „wild um sich schlagen, ohne auch nur den Bruchteil einer Sekunde darüber nachzudenken, ob an einem Einwand vielleicht etwas dran sein könnte“-Verhalten geht mir gegen den Strich.

Nun, da ich dir Recht
gebe, ist meine Bitte um Entschuldigung mir ein echtes
Bedürfnis.

Ich finde es schade, daß es Anlaß gibt, solche Sätze überhaupt schreiben zu müssen (ausgenommen natürlich Mißverständnisse, die ja immer vorkommen können).
Ansonsten plädiere ich für einen fairen Umgang miteinander.

Gruß Gudrun

off topic
Hallo Elke,

Ist ja jetzt auch nur mein 3. Versuch heute :frowning:

???

Ich hab dieses Post 3x geschrieben und 2x gelöscht.
Falls du die Benachrichtigung angeklickt hattest und
dich gewundert hast. Jedesmal waren Fehler drin, bzw.
hatte ich was vergessen.

Und wenn doch? Dann hat der Mexikaner das von einem Deutschen
aufgeschnappt.

Der „Mexikaner“ hatte aber genug Geld, um das alles ziemlich
professionell auf so ein Pappdeckelteil, das man auf den
Tisch stellen kann, zu drucken. Aber für eine anständige
Übersetzung …

Im Vertrauen: ich verwende manchmal auch dieses

Wort, weil ich es so herrlich finde, aber natürlich nur
mündlich, bis eben wußte ich gar nicht, wie ich das hätte
schreiben sollen. :wink:

Dito. Ich hab mir überlegt, ob ich „zu-ene“ schreiben sollte,
gerade weil ich bis vor kurzem noch kein Umlaute zur Verfügung
hatte. Nicht, dass jemand „züne“ liest und denkt, es sei
schweizerisch. :wink:

Schönen Montag

Dir auch.

Grüße
Elke