Hallo,
Soweit ich mal im Netz was gelesen habe, soll Schrempp wegen
seiner Amtszeit schon mehrmals vor Gericht gestanden haben,
eben wegen dem Scheitern der sog. „Welt-AG“. Er wurde aber
bisher immer freigesprochen.
Das stimmt in der Tat. Erst vor kurzem gab es dazu ein Urteil, welches Schrempp in dieser Angelegenheit weitgehend entlastet hat und welches auch in der Rechtswissenschaft für großes Aufsehen gesorgt hat.
Es ist überhaupt schwierig,juristisch gegen einen (ehemaligen)
höheren Mitarbeiter von Daimler vorzugehen.
Ja, das ist allgemein eine sehr schwierige Sache, da vor allem das AktienG hier sehr restriktive Schranken hat. Im Grunde geht letztlich immer um den Nachweis des Vorsatzes. Dies ist aber vor dem Hintergrund der nahezu immer sehr komplexen Abläufe -gerade bei Großkonzernen- kaum zu beweltigen.
In den USA sieht es hier nicht zuletzt auch durch den Sarbanes-Oxley-Act mittlerweile schon ganz anders aus. Gleichwohl ist die Haftung für den Manager auch „bregrenzt“, wenn er sich an gewisse Verhaltensweisen im Rahmen der Publizität von Unternehmensdaten hält. In Deutschland ist man dabei mal wieder „etwas hinterher“.
Es wird oftmals behauptet, dass die
Stuttgarter Staatsanwaltschaft nichts als eine Rechtsabteilung
von Daimler sei.
Also dem kann ich nicht zustimmen. Ehrlich gesagt halte ich das für pP - puren Populismus.
Aber jetzt mal zu einer anderen Frage: nach dem ganzen
Scheitern der Welt-AG, müsste das Eigenkapital von Daimler
doch ziemlich gebeutelt sein, oder?
Man könnte es sich jetzt einfach machen und auf den Börsenkurs schauen: Da werden ja Anteile der Eigentümer bewertet. Nach der Trennung machte der Kurs einen starken Sprung nach oben.
Darüber hinaus muss man sehen, dass es nicht alleine auf das Eigenkapital ankommt.
Sicherlich war der Marktwert des Unternehmens schon einmal höher und mit Sicherheit auch das „bilanzielle“ Eigenkapital. Letztlich ist das aber niemals der alleinige Grund, etwa für eine feindliche Übernahme. Wie bereits erwähnt war die Trennung gut für den Börsenkurs und somit besteht auch in Zukunft ein deutlicheres Potential nach oben. Das ist die beste Maßnahme gegen feindliche Übernahmen - unternehmenswertsteigerndes Mangement. In der Person des Dieter Zetsche scheint dies möglich.
Wie wahscheinlich wäre es denn, dass Daimler von fremden
Investoren übernommen wird? Geht das so einfach?
Also wenn sie die Mehrheit der ausstehenden Anteile erlangen, wäre das natürlich machbar. Allerdings -wie bereits gesagt- kann man das nie so einfach und klar sagen, denn:
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Es kommt auf die Aktionärsstruktur an. Wer würde sich von seinen Aktien trennen (wollen), wer nicht. Wie hoch ist der Streubesitz. je höher der Streubesitz, desto geringer das Interesse.
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Angenommen man hat das UNternehmen. Was könnte man dann damit machen ? Es macht ja kaum Sinn, dass z.B. ein Mischkonzern aufspringt und auf einmal Autos dazu nimmt. Auf der anderen Seite sind die anderen großen Autokonzerne auch nicht dazu veranlasst, jetzt Daimler zu kaufen.
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Die Heuschrecken. Auch hier sollte die Gefahr einer Aktivität -zumindest für den momentanen Zeittraum und die nahe Zukunft - ausgeschlossen sein. Grund hierfür ist, dass das Geschäftsmodell dieser Investoren, die sog. leveraged buy outs, aufgrund der stark angespannten Lage an den Finanzmärkten und insbesondere bei den kreditgebenden Banken, gegenwärtig nicht oder nur sehr teuer zu realisieren ist.
Immerhin ist Daimler doch der grösste Aktionär von EADS, einem
Rüstungskonzern der EU, welche Schutzmechanismen hat Daimler
denn gegen eine Übernahme? Würden sie vom Staat oder der
Deutschen Bank Hilfe bekommen?
Zum einen kann das Unternehmen selber etwas tun. Hier reichen die Maßnahmen zunächst einmal natürlich von einem wertorientierten Management mit der Folge eines steigenden Aktienkurses bis hin zur Suche eines sog. White Knights, der dem anderen Unternehmen zuvor kommen würde.
Dann gibt es natürlich auch Möglichkeiten der Politik. Wobei diese natürlich immer sehr skeptisch und mit äußerster Vorsicht zu betrachten sind. Mitunter kann der Wirtschaftsstandort Deutschland nämlich durch solche Maßnahmen, aus blanken Politikaktionismus heraus, auch einen sehr starken Schaden nehmen.
VG
Sebastian