Oh. Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Die bisherige Politik hat stets die Faktoren Beschäftigung und Arbeitslosenzahl als Grundlage für viele Entscheidungen heraus gestellt (in wie weit das Propaganda und die Zahlen geschönt sind, sollte Thema für eine andere Diskussion sein). Wenn nun der Lebensunterhalt durch das BGE sicher gestellt würde, könnte sich der Staat aus dieser Pflicht zur Erhaltung von Arbeitsplätzen, zur Wahrung der Einkommen zurückziehen.
Naja, die Worte BGE egal in welcher Höhe sind falsch gewählt. Ab einer bestimmten Höhe hat vielleicht keiner mehr Lust gegen Entlohnung zu arbeiten. Doch bis dahin?! Es gibt Menschen, die versichern glaubhaft, dass sie arbeiten müssen, um einen Sinn in ihren Tag zu bekommen. Die würden sich fühlen, als gingen sie zu Grunde, wenn sie keiner regelmäßigen Beschäftigung nachgehen könnten. (Vielleicht müssen sie das auch, weil ihr Leben deutlich teurer ist, als das des Durchschnitts.) Was ist, wenn die Arbeitslosigkeit auf 20, 50 oder 90% steigt und diese Menschen keine Arbeit finden, ihren Lebensunterhalt nicht verdienen können?
Genau hier sehe ich die Gefahr. So, wie der Staat heute schon behauptet, dass man von 404 € plus Miete leben kann, so könnte er es auch von einem BGE in Höhe von vielleicht 800 € oder 1000€ behaupten und keine weiteren Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen ergreifen.
Alles in Allem ist ein BGE und alle gesellschaftlichen Veränderungen (die aus meiner Sicht) notwenig sind, um das ganze gesellschaftlich akzeptabel für die nächsten 50 oder 100 Jahre zu gestalten so groß, so umfangreich, so umwälzend, dass es große Geister und großen Mut bedarf, um das zu durchdenken und durch zu ziehen. Unsere derzeitigen Politiker der ersten Riege sind dafür nicht geeignet. Zu engstirnig, zu eingefahren zu viel Angst kennzeichnet ihre Politik.
Von daher würde ein BGE in Deutschland aus meiner Sicht zu einer ähnlichen Katastrophe werden wie Hartz 4 und Mindestlohn, 1 € Jobs und 400 € Pauschalentlohnnug, wie Zeitarbeit und befristete Arbeitsverträge, um nur mal eine Hand voll populistischer Argumente hin zu schmeißen.