Dampfsperre/-Bremse bei altem Haus - ja/nein

Hallo!

haben uns vor ein paar jahren ein haus aus den 50er gekauft.

nun bin ich gerade dabei im obergeschoss ein neues badezimmer einzurichten.
wir haben schon in vorbereitung ein dachfenster einbauen lassen (zur besseren belüftung später)
Ich habe die alte dämmung entfernt (da unzureichend) und nun neu gedämmt. sofern ich sehen konnte ist unter der dämmung (dachseitig) eine holfbeplankung innen + dachpappe (oder ähnliches) und darauf das dach.

da ich immer wieder höre das eine dampfsperre wichtig ist wollte ich diese gestern anbringen. soweit so gut… nur glaub ich das ich diese nicht 100% dicht bekommen werde.
auf die Sperre kommt dann noch rigips.

Nun meine Fragen:

  • wenn die dampfsperre nicht 100% dicht aufgebracht werden kann - ist sie dann nicht schlechter als gar keine zu machen? denke feuchtigkeit dringt ein und kann nicht mehr raus.

  • ich lese auch immer von belüftung aussen - wäre die dampfsperre nun nicht ganz dicht, würde es bei meinem dachaufbau trotzdem trocknen können (falls feuchtigkeit eindringt)?

  • es ist eigentlich soweit ich weiss im ganzen haus keine dampfsperre/-bremse - ich dachte halt im bad speziell ists wichtig… auch weil es den „wind“ von aussen zusätzlich noch abhält - würden sie eben aus diesem grund trotzdem die sperre anbringen, auch wenn diese nicht 100% dicht wird? (weil die feuchtigkeit die vielleicht durchdringt eh abtrocknen kann…)

grundsätzlich glaub ich das durch das fenster (oft und gut lüften vorausgesetzt) sich eh nicht sooo viel wasser ansammeln wird… und selbst bei nicht 100% dichtheit das dach nach oben hin austrocknen kann und kein schimmel entsteht oder die balken vermorschen…
oder ist meine annahme falsch?
was können sie mir vorschlagen… bitte um expertenmeinungen…

vielen dank!

Hallo Narsillon, eine Dampfsperre würde für ein Badezimmer auf jeden Fall empfehlen. Allerdings sollte die auf jeden Fall 100% dicht sein. Sonst zieht die ganze feuchte Luft ja nur an einigen Stelle nach außen, da habe ich schon verfaulte Balken am Dachstuhl gesehen. Mit „oft Lüften“ kriegt man das auf keinen Fall geregelt, es geht hier ja um die warme Luft, die auf dem Weg nach außen abkühlt und Kondenswasser hinterläßt. Ob keine Dampfsperre da besser ist, kann ich nicht sagen, erscheint mir aber auch nicht logisch, da die warme Luft sich dann wahrscheinlich auch bestimmte Wege sucht und punktuell austritt - gerde wenn mit Rigips gearbeitet wird. Doch warum solltest Du die Dampfsperre nicht dicht bekommen? Man kann doch abkleben und/oder Ecken überlappen und dann abkleben. Ich weiß auch, dass es sogenannte Dampfbremsen gibt - da bin ich aber nicht informiert, wie die aussehen und ob die für Euren Dachaufbau geeignet sind.

Hallo!

Danke für die rasche antwort.

also nur theoretisch betrachtet:
wenn ich unter dem rigips die dampfsperre habe… bleibt mir ja die feuchtigkeit zwischen rigips und dampfsperre „Hängen“ oder nicht?
weil feuchtigkeit entsteht ja trotzdem… wo geht das wasser dann hin?

ja dicht bekommen tu ichs sicher irgendwie… zwischen den folien hab ich kein problem… kopfzerbrechen bereitet mir eher der rand rundum - hab aber gefunden das es da eine art silikon gibt mit dem mans am rand verkleben kann…

und auf der anderen seite: wenn ich durch rigips durchschaube „verletze“ ich ja auch die folie wieder - oder wird das durch den anpressdruck der platte wieder abgedichtet?

danke jedenfalls

Hallo Narsillon, die Feuchtigkeit zwischen der Folie und dem Rigips kann sicher wieder durch den Rigips abdampfen. (Da hilft Lüften). Hier ist der Themperaturunterschied nicht so groß und außerdem entsteht da kein Zug. Die Dampfsperre ist für die Luft, bei der ein Luftzug entsteht - wenn also warme Luft aufsteigt und entweichen kann. Es wird mehr Luft nach außen transportiert - mehr warme Luft hat mehr Feuchtigkeit und die wird dann immer an dieser Stelle abgegeben. Vielleicht ein Beispiel: Wir hatten unten richtig eingeheizt und oben noch dicke kalte Themperaturen und ein paar offene Stellen nach außen. Der Kabelschacht war noch offen und durch diese Öffnung entstand ein heftiger Luftzug. Die Feuchtigkeit setzte sich am kalten Teil des Kabelschachts und auch an der kalten Wand ab. Der Lappen, der zufällig dalag, war nach zwei Stunden klitschnass.
Das mit dem Durchschrauben hatte ich mir damals auch überlegt. Nachdem ich da aber nirgends eine Negativmeldung finden konnte hab ich mir auch die Sache mit dem Anpressdruck überlegt. Ist jetzt gut 20 Jahre her - kein Schimmel etc. - scheint also zu stimmen.

Hallo zurück,

leider habe ich diese Arbeit auch noch zu erledigen und benötige dafür selber Hilfe, also nix mit Experte, bitte einen anderen Profi fragen.

P.Tr.

Hallo!

haben uns vor ein paar jahren ein haus aus den 50er gekauft.

Hallo Narsilion,
nun bin ich kein ausgewiesener Experte in solchen Fragen, habe aber vor einigen Jahren auch ein altes Haus ausgebaut.
Grundsätzlich ist es so, dass eine Dampfsperre anzuraten ist, besonders, wenn sich ein Nassraum unter dem Dach befindet. Allerdings muss die tatsächlich und auch 100% dicht sein. Es betrifft die Dichtigkeit der Folie selbst, da brauchst du eine zugelassene mit Zertifikat, sowie auch alle Stöße zwischen einzelnen Folieabschnitten und auch Bauteilanschlüsse. Die sind besonders schwierig. Heute gibt es geeignete Baukleber, um Wandanschlüsse herstellen zu können, trotzdem wird auch immer wieder geraten mit bauseits angebrachten Leisten den Wandanschluss zu unterstützen. Theoretisch sind selbst die Stellen, wo die Folie angetackert wird wieder neu abzudichten, von den Schrauben der Deckenverkleidung mal ganz zu schweigen…
Da ich selbst schon mehrere Sanierungsversuche hinter mir habe, tendiere ich heute mehr dazu, nicht abzudichten, sondern zu öffnen. Auch dazu gibt es moderne Baustoffe.
Insgesamt kann man mit mangelhaften (bezüglich der Bauphysik!) Arbeiten mehr zerstören, als retten. Das Sparen von Heizkosten ist eher kurzfristig, Reparatur von Bauschäden eher noch teurer. Ich habe in der Angelegenheit Rat von einem Bausachverständigen eingeholt, der beispielsweise auch Gutachten für Gerichte macht, also unabhängig ist. Aus der Diskussion mit so einem Fachmann, musst du deine eigene Strategie finden (Abdichten oder diffusionsoffen) und danach konsequent den Aufbau von Wand und Decke machen…

Grüße und viel Erfolg von mdt-50

Hallo!
Ich bin kein Experte im weitesten Sinn, nur Eigenheimbesitzer und selbst Renovierer.
Ich habe bei uns /Dach ist auch mit Spanplatten, Dachpappe, Lattung, Konterlattung, Tonziegel/ aufgebaut
von innen Rollisol 180mm angebracht das ist schon mit Alu kaschiert, danach habe ich die Stoßkanten gut mit Aluklebeband abgedichtet. Das war vor knapp 15 Jahren. Bis jetzt haben wir keine Probleme. Ich finde die Dampfsperre sehr wichtig, da das Dach von aussen durch die Konterlattung abtrocknen kann, aber von innen steckt die Feuchtigkeit dann unter der Spanplatte und kann wegen der Dachpappe auch nicht weg.
Ich hoffe geholfen zu haben. Grüße lolita