Danke an die Leute, die mir Tips zur Militärethik

gegeben haben!
Leider war ich gezwungernermaßen seitdem Off-line, und konnte mich nicht direkt bedanken… das hole ich hiermit nach.

Ich arbeite mich gerade durch das Material, das ihr mir gegeben habt …

Ich habe bei meinem letzten Posting was vergessen:
Ich soll bei meinem Referat besonderes Augenmerk auf Militärwissenschaften legen … also die ethischen entscheidungen, die ein Wissenschaftler fällen muß, der für das Militär forscht.

Ich hoffe da gibt es Links zu.

Nochmal vielen dank im Voraus!
Bis dann, Scrabz.

Ich soll bei meinem Referat besonderes Augenmerk auf
Militärwissenschaften legen … also die ethischen
entscheidungen, die ein Wissenschaftler fällen muß, der für
das Militär forscht.

Hallo,

es gibt Leute, die analysieren militärische Strategien vergangener Auseinandersetzungen und entwickeln neue Strategien. Dann gibt es Leute, die entwickeln das „Handwerkszeug“ für die Strategen. Das sind Natur- und Ingenieurwissenschaftler der verschiedensten Disziplinen. Zumindest bei der letztgenannten Gruppe weiß ich aus eigener mehrjähriger Tätigkeit, daß ethische Gesichtspunkte dem einzelnen Ingenieur zu schaffen machen können. Das sind Dinge, die jeder mit sich selbst ausmachen muß. Bei der praktischen Arbeit kommen ethische Gesichtspunkte nicht vor. Es gibt die Aufgabe, eine bestimmte Waffe, ein System, meist aber einen kleinen Teil davon zu entwickeln. Ziel ist stets ein effizientes Mittel zur Verfügung zu stellen. Eine Zieleinrichtung soll möglichst alle vorkommenden Einflüsse auf das Geschoß berücksichtigen. Eine Stabilisierung für den Panzerturm soll das Rohr auch im unebenen Gelände auf dem Ziel halten. Ein Geschoßmantel soll eine Panzerung durchschlagen, unabhängig davon, ob die dahinter befindlichen Menschen bei lebendigem Leib gegrillt werden. Kampfkraftschwächung des Gegners bei möglichst klein zu haltender eigener Schwächung ist stets das Ziel und nichts anderes.

Es ist verlogen, dabei von Ethik zu sprechen. Wer anderer Ansicht ist, sehe sich beliebige Kriege in einer beliebigen Epoche an. Im Zweifel wird auf nichts und niemanden Rücksicht genommen, auf keine Zivilisten, nicht einmal auf die eigenen Soldaten und nachhaltige Naturschäden kommen in militärischem Denken nicht vor. Hier werden ein paar tausend Menschen verheizt und anderweitig eine Gegend vermint, entlaubt oder überflutet. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Es gibt ein Ziel (oft genug gibt es nicht einmal das) und der Einsatz bestimmter Mittel wird allenfalls noch dadurch vermieden, weil Militärs und Politiker sonst Erklärungsnot in der Öffentlichkeit haben.

Es hat Versuche an lebendigen Menschen über die Wirkung von Geschossen gegeben. An Tieren gibt es diese Versuche bis heute. Die Generation unserer Großväter brachte es fertig, Menschen eine Kugel in den Leib zu schießen, Ein- und Austrittsöffnung nebst Schußkanal genau zu analysieren, den Betreffenden Menschen wieder zuzunähen, ihn genesen zu lassen, um ihm erneut eine Ladung zu Forschungszwecken zu verpassen. Ethisch hochstehend, nicht wahr? Heute wird eher an Leichen oder an lebendigen Tieren geübt und erprobt.

Ach ja, internationale Abkommen zur Ächtung bestimmter Waffen. Alles schlicht dummes Zeug und Augenwischerei. Die Ächtung von Landminen hält der Leithammel unserer Leitkultur für überflüssig. Dum-Dum-Geschosse (die mit der flachen Spitze, die so große Löcher reißen) gehören sich zwar nicht, aber man könnte sie gerne erlauben. Gibt es doch weit schlimmere Geschosse. Die Entwicklung ist eben viel schneller als irgendwelche Abkommen aus Papier. Es gibt so wohldosierte Geschosse, die am Ein- und Austritt nur ein winziges Loch hinterlassen. Dazwischen ist aber wie nach einer Explosion nur noch Mus.

Rede nicht im Zusammenhang mit Militär von Ethik. Das tun nur Politiker in Festtagsreden zur Volksverdummung. Bei jedem Militäreinsatz (Ausnahme ist das Sandsackstapeln bei Flutkatastrophen) werden sämtliche niederen Instinkte von der Leine gelassen. Es gibt deshalb keine Militärethik.

Gruß
Wolfgang

Rede nicht im Zusammenhang mit Militär von Ethik. Das tun nur
Politiker in Festtagsreden zur Volksverdummung. Bei jedem
Militäreinsatz (Ausnahme ist das Sandsackstapeln bei
Flutkatastrophen) werden sämtliche niederen Instinkte von der
Leine gelassen. Es gibt deshalb keine Militärethik.

Danke, Wolfgang,
wieder einmal ein Statement von dir, das ich vollinhaltlich unterschreibe.
Frohe Ostern
Eckard

Hallo!

Erstmal danke, das du dir die Zeit genommen hast, eine so lange Antwort zu schreiben.

Ich bin deiner Meinung, das es falsch ist, im Zusammenhang von „Militär“ von „Ethik“ zu sprechen - das hilft mir aber nicht bei meinem Referat, das ich nunmal über dieses Thema halten muß/will.
Ich habe dieses Referat freiwillig übernommen, weil mich eben dieses Thema interessiert hat - nicht weil ich meine Note verbessern wollte(das habe ich nicht nötig), sondern weil ich etwas lernen wollte.

Ich weiß, das bei den kriegerischen Auseinandersetzungen selber keine Rücksicht auf irgendwas genommen wird, und das die Wissenschaft, die am weitesten Fortgeschritten ist(und die meisten Forschungsgelder bekommt), diejenige ist, die dazu dient,
andere Menschen zu töten.
Ich wußte aber auch, als ich dieses Thema ünernommen habe, das die meisten der Wissenschaftler, die für das Militär geforscht haben, sich Gedanken über die ethische Seite ihrer Arbeit gemacht haben.
Von diesen vielen müßen einige etwas über ihre Probleme, und ihre Lösungen geschrieben haben - und diese Lösungen(oder Gründe aufzuhören) würde ich gerne etwas erfahren.

Frohe Ostern!

Bis dann, Scrabz.

Hallo Scrabz,

Ich wußte aber auch, als ich dieses Thema ünernommen habe, das
die meisten der Wissenschaftler, die für das Militär geforscht
haben, sich Gedanken über die ethische Seite ihrer Arbeit
gemacht haben.
Von diesen vielen müßen einige etwas über ihre Probleme, und
ihre Lösungen geschrieben haben - und diese Lösungen(oder
Gründe aufzuhören) würde ich gerne etwas erfahren.

Nobel hat als Sühne für die Nutzung seines Sprengstoffes als Tötungsmittel den Nobelpreis gestiftet, Albert Eibstein war über seinen Brief später nicht mehr so glücklich. Teller, der Vater der Atombombe, ist nicht gerade ein Vorbild für Nachdenken über die Folgen.
Viele Entdeckungen haben einen zivilen Hintergrund der militärisch genutzt werden kann: Pflanzenschutzmittel -> Giftgas und Entlaubungsmittel, N-Binden aus Luft (Haber-Bosch-Verfahren) ->Dünger und Sprengstoff.
Such mal was über die Gesprächsprotokolle der 1945f. in England internierten Wissenschaftler, die für D die Atombome entwickeln wollten (u.a. Heissenberg).
Heute ist die Situation wesentlich schwieriger: Die Forschungsförderung für Grundlagenforschung wird so ausgerichtet, das sowohl zivile als auch militärische Nutzungen möglich sind, wobei letztere hervorgehoben wird.

Tschuess Marco.

Frohe Ostern!

dito.

Tschuess Marco.

Auf N3 gibts z. Zt. jeden Mittwoch um 23.05 Uhr die Sendung „Forscher für den Krieg“.

Gruß
Wolfgang

Danke für den Tipp! Werde ich mir ansehen. o.T.
o.T.= ohne Text

Hallo!

Danke für deine Antwort!

Nobel hat als Sühne für die Nutzung seines Sprengstoffes als
Tötungsmittel den Nobelpreis gestiftet, Albert Eibstein war
über seinen Brief später nicht mehr so glücklich.

Welchen Brief Albert Einsteins meinst du?

Teller, der
Vater der Atombombe, ist nicht gerade ein Vorbild für
Nachdenken über die Folgen.

Teller war der Vater der Wasserstoffbombe, Oppenheimer der Vater der Atombombe - wir lesen in Deutsch gerade „In der Sache
J. Robert Oppenheimer“ von Heinar Kipphardt, daher weiß ich das so genau.

Viele Entdeckungen haben einen zivilen Hintergrund der
militärisch genutzt werden kann: Pflanzenschutzmittel ->
Giftgas und Entlaubungsmittel, N-Binden aus Luft
(Haber-Bosch-Verfahren) ->Dünger und Sprengstoff.
Such mal was über die Gesprächsprotokolle der 1945f. in
England internierten Wissenschaftler, die für D die Atombome
entwickeln wollten (u.a. Heissenberg).

Danke für den Tipp!

Heute ist die Situation wesentlich schwieriger: Die
Forschungsförderung für Grundlagenforschung wird so
ausgerichtet, das sowohl zivile als auch militärische
Nutzungen möglich sind, wobei letztere hervorgehoben wird.

Wircklich? Davon wußte ich noch nichts. Wo finde ich Infos darüber?
Nochmal danke im Voraus.

Bis dann, Scrabz.

Hallo Scrabz!

Welchen Brief Albert Einsteins meinst du?

Albert Einstein formulierte Anfang der 1940er einen Brief an den Präsidenten der USA, in welchen er die Befürchtung äussert, die Nazis könnten (unter Mithilfe von Kapazitäten wie Bohr ?, Meitner ? und Heisenberg) die Atombombe entwickeln und damit den Krieg entscheiden. Er plädiert für ein amerikanisches Atombombenprogramm (-> Manhattan Project). A.E. überzeugte berühmten Physikern/Naturwissenschaftlern, den Brief zu unterschreiben. Die Namen haben den Brief ein Gewicht gegeben, welches dem Manhattan Project nicht abträglich war.

Teller, der
Vater der Atombombe, ist nicht gerade ein Vorbild für
Nachdenken über die Folgen.

Teller war der Vater der Wasserstoffbombe, Oppenheimer der
Vater der Atombombe - wir lesen in Deutsch gerade "In der

richtig

Heute ist die Situation wesentlich schwieriger: Die
Forschungsförderung für Grundlagenforschung wird so
ausgerichtet, das sowohl zivile als auch militärische
Nutzungen möglich sind, wobei letztere hervorgehoben wird.

Wircklich? Davon wußte ich noch nichts. Wo finde ich Infos
darüber?

schwierig, da das nur Leute einschätzen können, die selbst tief drinstecken (wissenschaftlich und finanziell).

Ein Beispiel:
Zeolithe sind Molekularsiebe und Katalysatoren fürdie Erdölindustrie. Diese Forschung wird vom BMFW gefördert.
Warum finanzierte die NATO ein Symbosium zu dieser Stoffklasse ?
Als Bestandteile von Atemfiltern ? So richtig klar ist mir die Srossrichtung der Militärs nicht, aber das Geld wird nicht umsonst ausgegeben.

Tschuess Marco.