Danke für die Antworten

Hallo,
Danke für eure Antworten.Ich habe hier einen Grenzfall, der Symtome einer PTBS zeigt, jedoch es Schwierigkeiten mit dem A-Kreterium oder auch Forschungskreterium A gibt. Der Mann wurde von seiner Firma für 2 Monate nach Kabul geschickt. Er wusste Kabul ist nicht so ganz ungefährlich. Jedoch die Aussicht die ganze Zeit in einem gesicherten Bereich zu arbeiten, gab ihm ein Gefühl der Sicherheit. In Kabul angekommen, stellte sich ihm ein ganz anderes Bild über die Situation vor Ort dar. Er musste mehrmal wöchentlich mit einem normalen Toyota sich durch kabul und Umgebeung bewegen. Zudem bekam er in den ersten tagen Nahaufnahmen von Anschlagsopfern zu sehen,die grausam enstellt waren. Die Sicherheitslage in kabul war bei weitem gefährlicher, als er sich vorgestellt hat. Täglich gab es:
Kronkrete Warnungen vor Gruppierungen, die versuchen würden Angehörige von westlichen Nationen zu entführen. Konkrete Warnungen, dass Selbstmordattentäter in der Stadt seien, die versuchen würden Angehörige westlicher Nationen zu treffen. Konkrete Warnungen vor versteckten Sprengsätzen in Dingen des alltäglichen Lebens (Bücher, Bordsteinen, Eselskarren, Motorräder, Autos ect.)
Medlungen, dass wieder Anschläge auf Angehörige von westl.Nationen verübt wurden. Und ständig wurde davor gewarnt, dass man unter Beschuß geraten könnte.
Jetzt saß dieser mann in seinem normalen Toyota und hatte die Bilder von den Anschlagsopfern im Kopf. Er hatte ständige Angst, ihm könne auf seinen Fahrten das Gleiche passieren. Er fühlte sich ungeschützt und hilflos der Situation ausgeliefert. Das die Gefahr real war, bekam er ständig über die Nachrichten über die Situation vor Ort, sowie über die Verwundeten und Toten Transporte. Zudem sah er, wie das Militär sehr oft die Fahnen auf Halbmast setzte, was ein zeichen der Trauer für zu Tode gekommene Soldaten war.
Zuhause ging es los mit Alpträumen, Aggressionen, Intrusionen, ständige Wachsamkeit, Depressionen ect.
Meiner Meinung nach hatte dieser Mann zwei Monate lang Angst ums ein Leben. Die Angst wurde regelmäßig/täglich auf´s Neue durch sein Umfeld bestätigt.
Aber gemäß Diagnose kein A-Kriterium und daher keine PTBS und keine PTBS Therapie.
Es stimmt übrigens, dass mit der subjektiven und objektiven Bedrohung stand nicht im ICD-10, sondern wo anders.
Grüsse

Hallo,

Es stimmt übrigens, dass mit der subjektiven und objektiven
Bedrohung stand nicht im ICD-10, sondern wo anders.

dacht ich es mir doch. :wink:

Ich habe hier einen Grenzfall, der
Symtome einer PTBS zeigt, jedoch es Schwierigkeiten mit dem
A-Kreterium oder auch Forschungskreterium A gibt.

Wieso denn?

Wenn ich mir Dein Posting durchlese, insbesondere folgende Passagen

Zudem
bekam er in den ersten tagen Nahaufnahmen von Anschlagsopfern
zu sehen,die grausam enstellt waren.
hatte die
Bilder von den Anschlagsopfern im Kopf. Er hatte ständige
Angst, ihm könne auf seinen Fahrten das Gleiche passieren. Er
fühlte sich ungeschützt und hilflos der Situation
ausgeliefert.

-> „Die Betroffenen sind einem kurz- oder langhaltenden Ereignis oder Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung oder mit katastrophalem Ausmaß ausgesetzt, das nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde.“

-> tatsächlicher oder drohender Tod oder ernsthafte Verletzung der eigenen oder anderer Personen, wobei die Person selbst intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen erlebte.

dann scheint mir das A-Kriterium erfüllt zu sein.

Beste Grüße

Wenn ich mir Dein Posting durchlese, insbesondere folgende
Passagen

Zudem
bekam er in den ersten tagen Nahaufnahmen von Anschlagsopfern
zu sehen,die grausam enstellt waren.
hatte die
Bilder von den Anschlagsopfern im Kopf. Er hatte ständige
Angst, ihm könne auf seinen Fahrten das Gleiche passieren. Er
fühlte sich ungeschützt und hilflos der Situation
ausgeliefert.

-> „Die Betroffenen sind einem kurz- oder langhaltenden
Ereignis oder Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung oder
mit katastrophalem Ausmaß ausgesetzt, das nahezu bei jedem
tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde.“

-> tatsächlicher oder drohender Tod oder ernsthafte
Verletzung der eigenen oder anderer Personen, wobei die Person
selbst intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen erlebte.

dann scheint mir das A-Kriterium erfüllt zu sein.

Beste Grüße

Tja, so habe ich auch gedacht, doch dann kam die Argumentation mit dem DSM IV, wie ich es oben erwähnt hatte. Zudem war der begutachtende Psychologe und Azt der Meinung, es sein schon nicht so gefährlich gewesen.

Man kann es eben auch kompliziert machen, wenn man will. Auf den Punkt gebracht erfolgte die Aussage, dass kein Event(unfall etc) stattgefunden hat und daher kein A-Kriterium vorliegt.

Ich fürchte das muß vor das Sozialgericht, egal wie es dem Patienten damit geht.

Grüße

Hallo,

Tja, so habe ich auch gedacht, doch dann kam die Argumentation
mit dem DSM IV, wie ich es oben erwähnt hatte. Zudem war der
begutachtende Psychologe und Azt der Meinung, es sein schon
nicht so gefährlich gewesen.

Entschuldigung: Hat die betroffene Person lediglich Aufnahmen von den Toten gesehen oder war er bei den Anschlägen in der Nähe und hat die Toten selbst gesehen?

Beste Grüße

Hallo,

er hat Bilder gesehen. Die Bilder waren Nahaufnahmen von den Totn/Verletzten mit zerfetzten Gesichtern, abgerissenen Gliedmaßén und zerfetzte Körper. Ab da hatte er Angst, dass ihm auf Grund der Gefährdungssituation dies genauso passieren könnte.
Der Gedanke war ständig bei ihm, dass ihm auf den fahrten genau das Gleiche passieren könnte, weil die Attentäter bevorzugt die ungeschützten Fahrzeuge angriffen.
Grüsse

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Hallo,

er hat Bilder gesehen.
Der Gedanke war ständig bei ihm, dass ihm auf den fahrten
genau das Gleiche passieren könnte, weil die Attentäter
bevorzugt die ungeschützten Fahrzeuge angriffen.

ja, aber ob ein ausschließliches Betrachten von - wenn auch - grauenhaften Bildern im Kontext einer realen Bedrohung bereits das A-Kriterium erfüllt, wäre ich mir auch nicht sicher. Sicher wäre ich mir dann, wenn er einen Anschlag erlebt und Tote oder Verletzte gesehen hätte. Beispiel: Beobachter des Terroranschlags vom 11. September.

Beste Grüße

Das wäre ja einfach. Wie wäre es denn damit, dass er sich mit den Bildern indentifiziert hat. Sprich er dachte:" Das könnte genauso ich sein." Er beschreibt das durch die Bilder es erhebliche Angst gehabt hat, er könne ebenso ein Opfer werden und genauso grausam entstellt werden. Er hatte Angst und das über Wochen hinweg, konnte nicht weglaufen und diesen Ort verlassen.
Von meinem Gefühl her ist es für eine PTBS im klassischem sinne zu wenig für eine Anpassungsstörung aber zu viel.
Ich habe mal gehört, dass durch permanente Angst sich im Hirn etwas ändert.
Bei Trais habe ich auch was über eine komplexe PTBS gelesen, die entsteht, wenn man über lange Zeit extrem Belastet wird.

Im Spiegel habe ich mal einen Artikel über mitgefühlte Angst gelsen. An einer Uni in den USA hat man herausgefunden, dass das Gehirn keinen Unterschied zwischen wirklich erlebter Angst und nur mitgefühlter Angst(wie bei einem Film) macht.

Das dumme ist halt nur, dass an der Diagnose auch die passende Therapie hängt.

Grüße

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