Hallo zusammen,
ich brauche dringend eure Hilfe,
ich muss bald zu der Jugenduntersuchung 1 (ich bin 14, weiblich ).
In der Info Broschüre steht, dass ich meinen Freund mitbringen darf, jedoch war ein bekannter Junge da und der sagte, dass der Arzt (wir haben den selben) die Mutter nicht mit rein nehmen wollte und sie weg geschickt hat.
Und genau das will ich nicht, ich will das mein Freund mich während der Untersuchung und auch beim Gespräch unterstütz, egal was kommt, ob ich mich untenrum entkleiden muss ist mir auch egal, er MUSS mit.
Nun meine Frage: Habe ich irgendwie das Recht, bzw. einen Anspruch darauf, dass er während der Untersuchung dabei ist?
Oder darf der Arzt ihn wirklich vor die Tür setzen?
Leider bin ich durch Google nicht schlau geworden, ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt.
PS: Auch eine Auflistung der Sachen die gemacht werden, wäre sehr Gut.
Danke im Voraus.
Hallo,
klar kannst du mitnehmen wenn du willst.
Ich denke es ist sicher etwas anderes wenn die Mama bei einem 14 jährigen dabei sein soll, wie der Freund.
Vielleicht wollte der Arzt auch ein paar private Fragen stellen und dachte das solle die Mama nicht hören.
( evtl. rauchen, Sex, Drogen, etc.)
Da dich dein Freund ja aber kennt, wird er ihn sicher mit rein lassen.
Und wenn er nur dich herein bittet, dann musst du eben sagen, dass er mit soll. Kann dir keiner verbieten in nicht mit rein zu nehmen.
Was gemacht wird, steht hier:
„… und was passiert bei der J1?
Der Arzt kontrolliert deine Größe und das Gewicht und misst den Blutdruck. Außerdem stellt er fest, ob eventuell Impfungen nachzuholen oder aufzufrischen sind. Der Arzt stellt Fragen zu deiner körperlichen Entwicklung, er will wissen, ob du Sport treibst und so weiter. Solltest du dir Sorgen machen, weil bei deinen Freunden alles schon viel weiter entwickelt ist, bist du hier richtig: Der Arzt kann beurteilen, ob alles normal verläuft. Und fast immer wird er dich beruhigen können. Beim einen geht die Pubertät früher los, beim anderen später! Außerdem kannst Du Fragen zu Themen wie Rauchen, Drogen, Sexualität und Verhütung stellen.“
Quelle: http://www.jonet.de/heartbeat/lovelessons/arzt/boy.php
So, ich hoffe dir ist damit geholfen. Du wirst dich sicher nicht nackig machen müssten, aber nimm deinen Freund mit wenn du das willst!!
Alles Gute
MOD: Gemäß FAQ:2122 Zitat kenntlich gemacht und Quelle hinzugefügt.
Hallo!
Wir haben in der Praxi immer folgende Sachen gemacht:
Erhebung der Krankheitsvorgeschichte, eingehende körperliche Untersuchung, evtl. EKG und Bestimmung des Cholesterins im Blut, frühzeitige Entdeckung seelischer Entwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und Schulleistungsstörungen, gesundheitsgefährdendes Verhalten z.B. Rauchen, Alkohol, und Drogenkonsum, Überprüfung des Impfstatus (z.B. Diphtherie, Tetanus, Polio, Hepatitis B-Impfstatus usw. Da die Stiko-Impfempfehlungen einem ständigen Wandel unterzogen sind, sollte der Impfstatus nach den neusten Empfehlungen der STIKO überprüft werden.
Du musst dich NICHT ganz ausziehen. Du kannst deine Unterwäsche anlassen!
Wir haben zusätzlich noch Blut abgenommen, einen Hör -und einen Sehtest gemacht.
Du musst wirklich keine Angst haben.
Auch dein Freund hätte bei uns mit in ds Sprechzimmer gedurft. Ich denke, dass es auch überall anders kein Problem sein sollte.
LG
Nine
Hallo,
prinzipiell kann der Arzt verlangen, dass dein Freund raus geht. Es ist seine Praxis und er ist nicht dein Befehlsempfänger. Allerdings du auch nicht seiner. Du könntest dann auch die Untersuchung verweigern. (Ich lasse jetzt mal den Aspekt des Elterlichen sorgerechtes weg)
Wenn du also sagst „ich will die Untersuchung mit Freund“ und der Arzt sagt „er will sie nur ohne den“, dann kommt wohl kein Behandlungsvertrag zustande und du kannst/musst dir einen anderen Arzt suchen.
Allerdings halte ich das für ziemlich theoretisch. Gegebenenfalls wird der Arzt begründen, warum er die Untersuchung ohne Zuschauer durchführen will und du kannst darstellen, warum etwas anders für dich wichtig ist.
Ich komme aber schon ein wenig ins Grübeln, warum dein Freund UNBEDINGT MIT MUSS!
Egal ob du dich untenrum frei machen musst. (!?)
Ich könnte mir vorstellen, dass allein deswegen ein Gespräch unter vier Augen mit deinem Arzt sinnvoll wäre.
Gruß
Werner
Hallo Werner,
Ich komme aber schon ein wenig ins Grübeln, warum dein Freund
UNBEDINGT MIT MUSS!
Egal ob du dich untenrum frei machen musst. (!?)
Ich könnte mir vorstellen, dass allein deswegen ein Gespräch
unter vier Augen mit deinem Arzt sinnvoll wäre.
da kommt es doch drauf an, von wem das „Muss“ ausgeht - neben der Möglichkeit, dass er sie dazu zwingt, gäbe es auch noch die Möglichkeit, dass sie sich in Begleitung besser fühlt, oder?
Genauso, wie viele Frauen ihren Partner zu gynäkologischen Untersuchungen nebst Beratung (aber auch zu ganz anderen Untersuchungen) mitbringen.
Viele Grüße,
Nina
Hallo,
zwischen „sich besser fühlen“ und „muss unbedingt mit rein“ liegt für mich ein bemerkenswerter Unterschied.
Ich will aber gar nicht weiter spekulieren, wie es zu einer solchen Rigidität kommt. Das war hier nicht die Frage.
Gruß
Werner
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Hallo Werner,
zwischen „sich besser fühlen“ und „muss unbedingt mit rein“
liegt für mich ein bemerkenswerter Unterschied.
man sollte die Dinge immer im Kontext lesen:
„Und genau das will ich nicht, ich will das mein Freund mich während der Untersuchung und auch beim Gespräch unterstütz, egal was kommt, ob ich mich untenrum entkleiden muss ist mir auch egal, er MUSS mit.“
Das sieht mir doch sehr nach einem von ihrer Seite ausgehenden „Muss“ aus, da _sie_ ihn als _Unterstützung_ dabei haben will, oder?
Viele Grüße,
Nina
Hallo Nina,
Das sieht mir doch sehr nach einem von ihrer Seite ausgehenden
„Muss“ aus, da _sie_ ihn als _Unterstützung_ dabei haben will,
oder?
Ja, das kann so sein. Nur ist auch das auf Grund der Zwei Sätze hier kaum zu sagen. Oft empfinden unterdrückte Charaktere sich irgendwann ohne ihren „Herren“ völlig verunsichert und würde dann genau das gleiche sagen. Es kann natürlich auch eine „Weisskittelphobie“ vorliegen oder auch nur Schlechte Erfahrungen mit dem Konkreten Arzt oder eine Art Intimitätssucht, so dass der Freund in alles involviert werden soll oder das ganze kann einfach in der Formulierung übertrieben sein oder … mit mehr Zeit würde mir vielleicht noch mehr einfallen.
Aber eigentlich wollte ich gerade nicht spekulieren, weil mir das wenig fruchtbar erscheint.
Ich finde aber selbst bei einer vielleicht noch recht kindlichen 14jährigen eine solche Verunsicherung - egal welcher Ursache - angesichts einer recht banalen ärztlichen Untersuchung bemerkenswert, zumal als Ausweg nur der Freund und nicht etwa auch die Eltern „zugelassen“ sind.
Gruß
Werner
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Leider gibt es immer wieder Ärzte, die ihren Patienten solche Regeln aufzwingen wollen. Ich meine, es muss dem Patienten einfach zustehen, eine Vertrauensperson mitzubringen. Allerdings muss der Arzt auch die Möglichkeit bedenken, dass die vorgebliche Vertrauensperson, eine Person sein könnte, die Zwang ausübt. Das muss er in einem einfühlsamen Vorgespräch so gut wie möglich abklären. Wahrscheinlicher ist es aber, dass der Patient das eigene innere Bedürfnis hat, diese Person an seiner Seite zu haben. Wenn man allein bedenkt, ein wie großer Anteil der Gesellschaft unter Angst und Unsicherheit leidet, die nicht vom Partner verursacht sind. Der Partner wird dann eher so gewählt, dass er schützend wirkt, und das ist auch gut so.
Einem Arzt der das „grundsätzlich“ ablehnt, würde ich ein gewisses Maß an menschlicher Inkompetenz unterstellen. Er wäre gut beraten, sich in dieser Hinsicht fortzubilden.