Darf ein Naturheilmittel angeboten werden?

Ein Freund in Übersee hat ein Naturheilmittel gegen gegen eine nicht so seltene Krankheit entwickelt/gefunden und würde es auch gern in Europa anbieten. Ich habe ihm gesagt, er solle es vergessen. Denn soviel ich weiß, darf man zumindest in Deutschland keine Heilung versprechen.

Außerdem kann ich mir vorstellen, dass er dann die ganze Pharma auf den Fersen hat, und noch dazu die EU-Vorschriften sowas komplett verbieten.

Ich möchte den Vorschlag, es lieber zu vergessen, aber gern noch konkreter begründen. Kann mir jemand Hinweise geben, was ein Anbieten solcher Mittel verbietet?

(Es handelt sich einfach um einen Pflanzenbestandteil, der lediglich getrocknet wird)

Danke
dfx

Grundsätzlich ja.
Auch ohne ein „Guten Tag“!

Ein Freund in Übersee hat ein Naturheilmittel gegen gegen eine
nicht so seltene Krankheit entwickelt/gefunden und würde es
auch gern in Europa anbieten.

Wahnsinn! Und es hat tatsächlich noch niemand gewusst, dass es hilft?
Gegen welche Krankheit ist es denn?

Ich habe ihm gesagt, er solle es
vergessen. Denn soviel ich weiß, darf man zumindest in
Deutschland keine Heilung versprechen.

Das ist wohl das geringere Problem.

Außerdem kann ich mir vorstellen, dass er dann die ganze
Pharma auf den Fersen hat, und noch dazu die EU-Vorschriften
sowas komplett verbieten.

Na, das glaub ich kaum, da hast du zuviel Filme gesehen.
Wenn „die Pharma“ das hört, lehnen die sich erstmal zurück und schmunzeln.
Und EU-Vorschriften verbieten es nicht, ein wirksames Heilmittel auf den Markt zu bringen, das wäre ja noch schöner.

Ich möchte den Vorschlag, es lieber zu vergessen, aber gern
noch konkreter begründen. Kann mir jemand Hinweise geben, was
ein Anbieten solcher Mittel verbietet?

Nichts!
Das Anbieten ist solcher Mittel ist nur an Bedingungen geknüpft, und die wird dein Freund nicht erfüllen können:
Arzneimittel (und als solches will er es ja auf den Markt bringen) müssen ein langwieriges und aufwändiges Zulassungsverfahren durchlaufen, und das wird sich dein Freund nicht leisten können.
Die Wirksamkeit und v.a. die generelle Ungefährlichkeit muss er nachweisen, dazu werden üblicherweise von der Pharmaindustrie Studien durchgeführt, denn das kann sich keine Einzelperson leisten.
(Natürlich gibt es Medikamente, die gefährlich sind, Chemotherapie bspw. wenn man keinen Krebs hat, aber da spielt die Abwägung des Nutzens dann die Rolle).

(Es handelt sich einfach um einen Pflanzenbestandteil, der
lediglich getrocknet wird)

Hört sich in meinen Ohren recht naiv an zu glauben, dass da noch kein anderer drauf gekommen sein soll und dass damit nun ein tolles Heilmittel auf den Markt kommen soll.

Was dein Freund machen kann:
Er kann es als Lebensmittel oder Kosmetikum deklarieren, dafür sind die Auflagen zur Genehmigung nicht so hoch wie bei Medikamenten.

Auch ohne Gruß

Fo

Ergänzung
Da es sich hier ja nicht um eine medizinische Fragestellung handelt, sondern um eine rechtliche, solltest du die Anfrage besser im Rechtsbrett unter Einhaltung der FAQ1129 stellen!