Darf ich keine Therapie mehr machen?

Hallo!
Ich war nun ungefähr 25 Mal bei einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aber lediglich zu Gesprächen.
Ich finde ihn nett und würde gerne eine Verhaltenstherapie bei ihm machen.
Mir wurde aber gesagt, dass man nur 5 Erstgespräche bei einem Therapeuten machen darf und wenn man nach 5 Erstgesprächen noch mehr Erstgespräche macht und dann eine Therapie bei dem Therapeuten anfängt, dass man die zuviel gemachten Probesitzungen, also in meinem Fall 20, dann selbst bezahlen muss.
Stimmt das?
Grüsse Ali

Hallo Ali

Ich war nun ungefähr 25 Mal bei einem Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, aber lediglich zu Gesprächen.

Ja, was Anderes darf der auch gar nicht mit dir machen, der gute Mann.
Diese 25 „Gespräche“ waren wahrscheinlich die 25 von der Krankenkasse bewilligten Therapiesitzungen. Somit wäre dein Kontingent für eine Kurzzeittherapie verbraucht nd du musst wahrscheinlich zwei Jahre warten, ehe du eine neue Therapie beantragen kannst. Ich meine, du kannst sie zwar vorher beantragen, aber sie wird dann wahrscheinlich nonchalant abgelehnt.
Die Krankenkassen sind zwar vermögend, aber so reich, dass sie dir ohne Pause dein Leben lang Therapien bezahlen, sind sie dann wohl doch nicht. Daher hat man zwischen jeder Behandlung dieser Art eine 2jährige Pause eingebaut. Das ist schon „immer“ so, jedenfalls seit ich seit rund 20 Jahren das in meiner Praxis mache.

Ich finde ihn nett und würde gerne eine Verhaltenstherapie bei
ihm machen.
Mir wurde aber gesagt, dass man nur 5 Erstgespräche bei einem
Therapeuten machen darf und wenn man nach 5 Erstgesprächen
noch mehr Erstgespräche macht und dann eine Therapie bei dem
Therapeuten anfängt, dass man die zuviel gemachten
Probesitzungen, also in meinem Fall 20, dann selbst bezahlen
muss.
Stimmt das?

Das ist im Prinzip richtig - aber der Kollege wird dir ja garnicht mehr als 5 Probesitzungen gewähren, eher deutlich weniger, weil dieselben budgetiert sind und er also letztlich nichts dafür bekommt.
Wahrscheinlich lief nach ein, zwei Probesitzungen dann nshon der Antrag und die 25 regulären begannen.
Gruß,
Branden

Hallo!
Wieso darf ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie nichts anderes als Gespräche mit mir machen?
Und wie gesagt eine Therapie mache ich dort nicht, habe ich auch nie gemacht und auch nie beantragt.
Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass man nur alle 2 Jahre eine Therapie machen darf. Wenn mich nun mein Freund verlässt und ich schwer depressiv mit Selbstmordgedanken werde, dann wird die Krankenkasse nicht sagen „Kommen Sie in 2 Jahren mal, wieder,…wenn Sie bis dahin noch leben“.
Ich denke auch nicht, dass mein Psychiater hinter meinen Rücken einen Antrag an die Krankenkasse gestellt hat, dass ich bei ihm eine Therapie mache, schließlich dauern unsere Gespräche immer nur 15min und er würde ja nicht sagen, dass er es für sinnvoll hält, wenn ich eine Therapie machen würde, wenn ich bereits eine mache.
Grüsse Ali

Hi

Wieso darf ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
nichts anderes als Gespräche mit mir machen?

Weil es nicht üblich ist, dass derselbe Arzt, der dich psychotherapeutisch behandelt, außerdem körpeliche Untersuchngen an dir vornimmt. Wahrscheinlich wäre das dann eine Intimität zu viel oder sowas.

Und wie gesagt eine Therapie mache ich dort nicht, habe ich
auch nie gemacht und auch nie beantragt.
Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass
man nur alle 2 Jahre eine Therapie machen darf.

Ist schon seit ewigen Zeiten so. Wäre wohl auch nicht anders zu finanzieren.

Wenn mich nun
mein Freund verlässt und ich schwer depressiv mit
Selbstmordgedanken werde…

Dann müsstest du in eine der Notfallambulanzen gehen, die viele große psychiatrische Krankenhäuser ja haben.

Ich denke auch nicht, dass mein Psychiater hinter meinen
Rücken einen Antrag an die Krankenkasse gestellt hat, dass ich
bei ihm eine Therapie mache, schließlich dauern unsere
Gespräche immer nur 15min und er würde ja nicht sagen, dass er
es für sinnvoll hält, wenn ich eine Therapie machen würde,
wenn ich bereits eine mache.

So gesehen liegt die Sache wieder ein wenig anders. Wenn die Gespräche nur 15 min lang waren, war es also keine Antragstherapie. Dann kanns du in der Tat noch eine Therapie machen.
Aber wenn er mit dir dieselbe vorhätte, hätte er das vermutlich schon in de Wege geleitet bzw. vorgeschlagen. Ich habe ein wenig den Eindruck, dass er selbst dese Therapie bei dir nicht übernehmen will.
Gruß,
Branden

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Hi

Unter einer Verhaltenstherapie verstehe ich keine körperliche Untersuchung, davon abgesehen hat mein Psychiater bereits ein EEG und eine Blutuntersuchung gemacht.

Wenn mich nun
mein Freund verlässt und ich schwer depressiv mit
Selbstmordgedanken werde…

Dann müsstest du in eine der Notfallambulanzen gehen, die
viele große psychiatrische Krankenhäuser ja haben.

–> DAS wäre aber sicher teurer als eine ambulante Therapie.

Aber wenn er mit dir dieselbe vorhätte, hätte er das
vermutlich schon in de Wege geleitet bzw. vorgeschlagen. Ich
habe ein wenig den Eindruck, dass er selbst dese Therapie bei
dir nicht übernehmen will.

–> Das ist wohl richtig.

Grus Ali

Hallo Ali,

in fünf Stunden kannst Du bei einem oder untersschiedlichen „Therapeuten“ testen ob Du Dir vorstellen kannst, dass Du diesem Menschen trauen kannst und er Dir Hilfe zur Selbsthilfe leisten kann.

25 Stunden spricht für eine Kurzzeittherapie. Doch wenn der Behandler (Psychologe, Psychiater…) der Ansicht ist, es wäre eine Langzeittherapie angesagt, müsste er diese bei Deiner Krankenkasse beantragen.

Doch das findest Du nur heraus, wenn Du ihn fragst.

Bei einer Langzeittherapie würden dann 50 Stunden bewilligt werden, die auch wieder verlängert werden kann.

Allerdings reicht es beileibe nicht aus jemanden „nett“ zu finden. Deine Worte machen auf mich den Eindruck als ob Du sehr sehr zögerlich Dich nur einlassen würdest? Nach 25 Stunden weißt Du erst, dass Du bei jemanden Therapie machen willst? Bei dem Tempo wäre das ein lebenslanger Job für einen Therapeuten (mal ganz allgemein).

Ein Therapeut / Arzt ist auch nicht dazu da, dass man sich ähnlich zu einem Nachmittagskaffee auf ein Pläuschchen trifft, man Förm- und Höflichkeiten austauscht, doch an der Oberfläche kleben bleibt. Das schreibe ich mal etwas provozierend gemeint.

Was willst Du konkret von einem Arzt / Therapeuten? Denkst Du dass Du das mit diesem Menschen erreichen kannst? Hast Du ihn das eine oder andere gefragt um feststellen zu können, ob er Dir eine Hilfe für Deinen ureigenen Lebensweg sein kann?

Falls nicht, vielleicht kannst Du ja in einem Telefonat mit ihm das nochmal kurz klären. Falls er mit Dir (jetzt) keine Therapie machen will, dann frage ihn nach den Gründen und denke mal drüber nach.

Über was hast Du denn 25 Stunden lang gesprochen, wenn Du in der Zeit noch nicht rausgefunden hast, ob Du bei diesem Menschen überhaupt eine Therapie machen möchtest?

Du kannst nicht schwimmen ohne dabei nass zu werden. „Wasche mich, doch mache mich nicht nass dabei“. Das funktioniert nicht.

Doch um zu Deiner Ausgangsfrage zurück zu kommen, es kann schon sein, dass wenn jemand mehr als fünf Probestunden haben will oder meint zu brauchen, diese dann aus eigener Tasche zahlen muss. Man muss sich auch festlegen und einlassen können. Wenn das aktuell Dir (noch) nicht möglich ist, ist es vielleicht auch noch nicht die rechte Zeit für Therapie / Heilung.

Ciao,
Romana

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Hallo!

in fünf Stunden kannst Du bei einem oder untersschiedlichen
„Therapeuten“ testen ob Du Dir vorstellen kannst, dass Du
diesem Menschen trauen kannst und er Dir Hilfe zur Selbsthilfe
leisten kann.

—> Nach 5 Stunden werde ich dank meiner schlechten Erfahrung mit sogenannten Therapeuten sicher nicht wissen, ob ich sojemandem vertrauen kann. Davon abgesehen bin ich mit meinem Psychiater sehr zufrieden.

Nach 25

Stunden weißt Du erst, dass Du bei jemanden Therapie machen
willst?

—> Von Therapie war bislang nicht wirklich die Rede, war auch nie meine Absicht. Meinem Psychiater (bei dem ich wegen einer organischen Krankheit in Behandlung bin) ist es aufgefallen, dass ich eine schlechte Kindheit hatte und er es in Betracht zieht, dass es sinnvoll wäre, wenn ich deswegen irgendwann mal eine Therapie mache, aber momentan habe ich wirklich größere Probleme. Bei ihm würde ich die sogar machen, nur meint er, dass ich erstmal meinen Körper in den Griff kriegen muss. Es eilt ja auch nicht.

Was willst Du konkret von einem Arzt / Therapeuten? Denkst Du
dass Du das mit diesem Menschen erreichen kannst? Hast Du ihn
das eine oder andere gefragt um feststellen zu können, ob er
Dir eine Hilfe für Deinen ureigenen Lebensweg sein kann?

—> Ich bin bislang nie auf die Idee gekommen, dass ich eine Therapie brauchen könnte oder dass meine Kindheit nun so schlimm war. Ich fühle mich seelisch auch super. Aber wenn mein Psychiater das für sinnvoll erachtet, dann bin ich auch gerne bereit, mir mehr über meine Kindheit und Psyche erzählen zu lassen.

Über was hast Du denn 25 Stunden lang gesprochen, wenn Du in
der Zeit noch nicht rausgefunden hast, ob Du bei diesem
Menschen überhaupt eine Therapie machen möchtest?

—> Es ging um meine Krankheit. Was wir da machen hat absolut rein gar nichts mit einer Psychotherapie zu tun. Diese Gespräche/Untersuchungen die ich bei meinem Psychiater mache, könnte ich genauso gut bei meinem Hausarzt machen, nur haben Hausärzte bekanntlich nicht viel Zeit.

Grüsse Ali

Hi Ali,

dann habe ich es nicht richtig verstanden oder Du auch zu wenig konkret formuliert. Dann verstehe ich allerdings auch nicht Deine Frage nach den anfallenden Kosten, wenn es über die fünf Probestunden hinaus gehen soll?

Wenn Dein Arzt der Meinung ist, erstmal auf der körperlichen Ebene zu arbeiten und Du ihn dadurch auch lernst besser einzuschätzen und eventuell auch mehr zu vertrauen, dann ist das doch auch okay.

Je nachdem was jemand erlebt hat, mag es schwer sein Vertrauen zu fassen oder etwas - gleich wie nah - an sich heranzulassen. Doch ohne ein sich Einlassen auf ein Du und natürlich vor allem auch auf sich selbst macht Therapie wenig Sinn.

So ich Deine Worte verstehe, eilt es Dir auch nicht mit der Therapie. Dann gehe den mit Deinem Arzt vorgeschlagenen Weg und wenn er Dir guttut, kannst Du Dich möglicherweise nach und nach auch auf seelischer Ebene ihm mehr öffnen.

Ciao,
Romana