Bin ich denn der einzige, dem dieses urdeutsche „Vorsprechen“ tierisch auf den Sack geht?
Jedesmal wenn ich höre, jemand soll doch mal bei Amt XY vorsprechen, hab ich das Bild eines kleinen geknechteten Bauern vor Augen, der mit dem Hut in der Hand demütig vor dem Herrn Amtmann steht und dort untertänig bitten muß, ob man ihm denn die Gnade erweist, sein bürgerliches Bitgesuch dort vorbringen zu dürfen.
Oder bin ich da einfach kleinlich?
Jedesmal wenn ich höre, jemand soll doch mal bei Amt XY
vorsprechen, hab ich das Bild eines kleinen geknechteten
Bauern vor Augen, der mit dem Hut in der Hand demütig vor dem
Herrn Amtmann steht und dort untertänig bitten muß, ob man ihm
denn die Gnade erweist, sein bürgerliches Bitgesuch dort
vorbringen zu dürfen.
Oder bin ich da einfach kleinlich?
Etymologisch gesehen ist „vorsprechen (bei)“ ein neutraler Begriff, siehe Grimm http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu… - 6) e):
bei jemandem einen besuch machen … vorsprechen ‚bei einem vorgehen, nach seiner wohnung gehen und ihn sprechen. auch nur, bei einem vorgehen, im vorbeigehen antreten‘ …
jetzt ist der von Norddeutschland ausgehende gebrauch wohl über das ganze sprachgebiet verbreitet.
Gruß
Kreszenz
Hallo,
Also ich teile deine Assoziationen nicht. Bei vorsprechen schwingt bei mir nur ganz unerheblich und wenig die Implikation mit, dass man das bei einer irgendwie höhergestellten Instanz tut. Da das im Kontext von vorsprechen fast selbstverständlich ist, find ich das auch nicht schlimm.
Also nein, ich teile deine Meinung nicht.
Gruß,
Oder bin ich da einfach kleinlich?
Ja, das Gegenteil ist fernsprechen.
Und dabei denkt sich auch niemand was Böses?
Naja…doch. Wenn Du eine höhergestellte Instanz siehst, dann denkst du genau dasselbe wie ich…
Naja…doch. Wenn Du eine höhergestellte Instanz siehst, dann
denkst du genau dasselbe wie ich…
Aber ich störe mich nicht an vorsprechen, also scheinen wir doch anders darüber zu denken. 
Gruß,