Ist es als moralisch gute Tat anzusehen, wenn A das Leben von B rettet, ohne zu wissen, dass B eine Serienmörder ist, der nach seiner Rettung weitere Morde begeht? Die Tat ist also einerseits im engeren zeitlichen Rahmen zu betrachten (Zeitpunkt der Rettung) und andererseits im weiteren zeitlichen Rahmen, nachdem B weitere Morde verübt hat. Hat A gut gehandelt, auch wenn das Resultat nahelegt, dass er die Rettung besser unterlassen hätte?
Anschlussfrage: Angenommen, A wüsste, dass B ein Serienmörder ist, der weitere Morde plant - wäre es dennoch eine gute Tat, ihm das Leben zu retten?
Das Problem ist bei der ersten Frage, dass man nie sicher weiß, ob jemand, dem man das Leben rettet, später mal einen oder mehrere Morde begehen wird. Unter dem Aspekt kann eine „gute“ Tat dieser Art doch nie abschließend als solche beurteilt werden, was in der Lebenspraxis dennoch geschieht. Also ist eine Lebensrettung auch bei negativen Folgen eine „gute“ Tat, was ein bisschen irritiert.
Du suchst hier nach einer Objektivität, die es hier nicht gebe kann. Warum? Weil „gut“ und „schlecht“ Bewertungen sind, die von vielen Faktoren abhängig sind und immer persönlich sind.
Sicherlich gibt es Moralvorstellungen innerhalb einer Gesellschaft, die weiträumig geteilt werden und als Grundkonsens aufgefasst werden können. Dennoch siehst du an genau diesem Beispiel, dass es Widersprüche geben kann, die nicht aufgelöst werden können. An der Stelle spielen dann persönliche Haltungen eine stärkere Rolle bei der Bewertung.
Verallgemeinern lässt sich hier gar nichts. Insofern musst du für deine Frage eine persönliche Bewertung finden. Argumente gibt es für beide Möglichkeiten.
Der 1. Fall ist klar: Nach gängigen Moralvorstellungen kann Handeln nur nach der Absicht beurteilt werden. Was eine Person nicht weiß und noch nicht einmal ahnen kann, kann aber nicht in die Absicht einfließen. Diese Folgen sind dann für die moralische Bewertung irrelevant.
Hallo.
Wenn du dem Mörder das Leben rettest, dann gibt das Pluspunkte für dein Karma, denn du hast wie schon gesagt einem Menschen das Leben gerettet. Wie dieser mit seinem geretteten Leben weiterhin verfährt interessiert in dem Moment nicht. Denn wenn du ihm nicht das Leben rettest obwohl du es könntest, dann bist du der Mörder.
Gruß
Wenn man unbekannten Personen das Leben rettet, weiß man doch nie ob das Mörder sind, oder eventuell noch werden.
Von daher ist und bleibt das eine gute Tat.
(Auch wenn das z.B. Angehörige von Opfern wahrscheinlich anders sehen.)
Wenn du weißt, dass er weitere Morde begeht, dann entziehe ihm doch einfach die Freiheit und lass ihn schmoren, bis er eines natürlichen Todes stirbt. Das wäre “meine” Lösung.
Jemanden zu töten, würde auch dich zum Mörder machen, und damit wärest du nun selbst auf der Liste derjenigen, die morden… und die man nun töten “dürfte”?
Ich persönlich bin der Ansicht, dass man gar nicht töten sollte, nicht einmal eine Spinne, eine Fliege oder ein anderes wehrloses Wesen. Das halte ich auch ganz gut durch. Früher habe ich das manchmal, selten getan, solche Wesen gemordet, und ich habe festgestellt, dass jeder Akt dieser Vernichtung eine seelische Verletzung erzeugt, mit der ich danach leben musste.
Wenn du einen anderem Lebewesen gezielt solchen Schaden zufügst, bist zu sozusagen auf einer spirituell - wir sind alle Wesen eines Ganzen - schlechten Fährte unterwegs, aber man kann auch ganz pragmatisch psychologisch sagen, dass mordende Menschen einen seelischen Schaden (davon) tragen. Einen noch größeren, als sie vorher bereits hatten, sonst würden sie nicht morden. Man verletzt sich demnach selbst oder den Teil in sich, der weiß und spürt und fühlt und mitleiden kann, dass man anderen Wesen nicht schaden sollte. Man ist immer sein eigener Zeuge und müsste damit weiter existieren. Das würde ich für mich niemals wollen. Es wäre also auch eine Form von Egoismus, solche Typen nicht zu killen:-)
Mfg, I.