Hi,
ich erlebe das tagtäglich, dass Schüler ihre Leistungen vergleichen und daraus Zufriedenheit oder Unzufriedenheit schöpfen. Das mündet dann im Grunde zwangsläufig in ihre Leistungsmotivation, manchmal in einer eher unschönen Form als Neid und Missgungst, aber auch positiv als Wetteifer. Vielleicht solltest Du noch mal genauer hinsehen.
Nicht zuletzt erlebe ich es bei meiner eigenen Tochter, die nie schlechter sein will als ihr Freundin und darum jedesmal, wenn sie doch eine Note schlechter war als diese, vor der nächsten Arbeit von sich aus noch mal etwas mehr lernt.
Und du kannst dir sicher sein, dass das weder in meinen Klassen noch bei meiner Tochter von mir angetrieben wird. Ich stelle solche Vergleiche nie an.
Eine Note bewertet eine Leistung und nicht einen Schüler.
Das ist nun aber eine völlig abstrakte Begriffsakrobatik.
Mit der Note wird keine physikalische Größe dargestellt, sondern die Leistung eines Menschen beurteilt und damit dieser Mensch in einem bestimmten Aspekt. Natürlich muss immer klar sein, dass dieses beschränkte Urteil nicht auf die Gesamtpersönlichkeit verallgemeinert wird und vor allem keine moralische Dimension annehmen (was etwa bei Arbeits- und Sozialverhaltensnoten manchmal schwer wird), aber so zu tun, als sei eine Schulnote etwas von dem Menschen losgelöstes, neutrales ist irreal.
Gruß
Werner
Sicher eine Vereinfachung der Griffigkeit halber. Wenn ich einem Schüler eine 6 erteile, hat das nichts damit zu tun, ob ich ihn leiden kann oder nicht. Es hat auch nichts damit zu tun, was ich von der Art und Weise seiner Vorbereitung halte. Jemand kann fleißig lernen, und dann nichts wissen - dann ist er fleißig, aber die Leistung Note 6 (hier, in Englisch, unter 30%). Und jemand kann seine Hausaufgaben andauernd nciht machen, verpennt zum Unterricht erscheinen, in der REchenschaftsablage alles wissen - dann ist das eben eine 1, auch wenn mir die Arbeitseinstellung missfällt.