Darlehensvertrag

Guten Tag,

ich habe vor 3 Jahrten einen Studentenkredit abgeschlossen und die Rückzahlung wird nun fällig. Die Deutsche Bank schickte mir daraufhin einen Darlehensvertrag über 144 Monate, den ich schnellstmöglich unterschrieben zurücksenden solle.
In diesem Vertrag steht jedoch nichts von möglichen Sondertilgungen oder kompletter Ablösung drin. Auf der Seite der Deutschen Bank wir jedoch mit folgendem Punkt geworben:
-Sondertilgungen und/oder komplette Ablösung ist jederzeit möglich.
Am Telefon meinte meine Kundenbetreuerung, dass die ersten 6 Monate die Tilgungsrate gezahlt werden muss und danach kann der Vertrag gekündigt werden und im neuen Vertrag können dann Sondertilgungen geleistet werden.
Meine Frage dahingehend lautet nun, kann ich mich darauf berufen, dass wenn ich mal etwas mehr Geld habe und eine Sondertilgung tätigen möchte, dieses ja auf der Deutschen Bank Seite so steht und es mir auch telefonisch so mitgeteilt worden ist oder sollte ich darauf bestehen, dass mir ein neuer Darlehensvertrag mit der Möglichkeit der Zahlungen von Sondertilgungen zugesendet wird?

MfG
Andreas

Hallo Andreas,

wenn wir alle aus der Bankenkrise eines gelernt haben, dann ist es dass wir auf Aussagen von sogenannten Bankberatern oder Betreuern absolut nichts geben sollten. Es zählt nur was schriftlich niedergelegt ist, aus allem anderen können die sich wieder raus reden. Wenn Dir Deine Betreuerin telefonisch sagt, dass Du nach 6 Monaten einen neuen Vertrag haben könntest der auch vorzeitig abgelöst werden könnte, dann ist das aus meiner Sicht Blödsinn. Sie kann Dir dann auch gleich einen solchen Vertrag geben, denn eine neuer Vertrag bedeutet für sie nur neue Provision und Erreichung vorgegebener Ziele, für dich neue Abschlussgebühr, neue Bearbeitungsgebühr, höhere Zinsen usw. - vielleicht auch gar keinen neuen Vertrag weil du irgendwelche Voraussetzungen nicht erfüllst – aus Sicht der Bank. Und dann bleibt Dir nix anderes übrig, als den bestehenden Vertrag bis zum bitteren Ende zu bezahlen.
Also besser Deine Beraterin mit der Website der DB konfrontieren und darauf bestehen dass auch so verfahren wird. Gut ist auf jeden Fall einen Zeugen mit zu dem Gespräch zu nehmen der die Aussagen der Betreuerin bezeugen kann. Nach dem Gespräch auf jeden Fall ein Protokoll anfertigen und an die Bank geben. Vielleicht kannst Du auch eine andere Bank suchen die umgänglicher ist – wenn das möglich ist.
Aber auch dort wenn es möglich ist immer einen Zeugen mitnehmen, der Aussagen belegen kann.
Am allerbesten ist natürlich, wenn der schriftliche Vertrag so ausfällt wie Du Dir das vorstellt.
Auch die Verbraucherzentrale ist an solchen innovativen Werbemethoden interessiert und kann Dir ggf. helfen. Die haben in solchen Fällen dann auch die Möglichkeit, die Bank anzugehen und solche Verhaltensweisen öffentlich zu machen – da bekommt Herr Ackermann dann richtig Angst :smile:

Ich habe der Deutschen Bank daraufhin geschrieben und sie um einen neuen Vertrag gebeten mit einer Laufzeit von 60 Monaten und der Aufnahme von Sondertilgungen/komplette Ablösung.
Einige Tage später bekam ich den neuen Kreditvertrag über 60 Monate mit folgendem Anschreiben:
„Ich schicke ihn den neuen Kreditvertrag zu. Die Möglichkeit der Sondertilgung ist im Kreditvertrag nicht verankert. Dabei greift die gesetzliche Kündigungsfrist. Daher können Sie gerne diese Schreiben als Bestätigung für die Möglichkeit der Sondertilgung nach Ablauf von 6 Monaten nutzen.“
Dies alles steht im Anschreiben und nichts von Sondertilgungen im eigentlichen Vertrag.
Ich weiss nun nicht genau was ich davon halten soll.