… operiert werden
Hi,
vor 3 Jahren erhielt mein Bruder 56 eine kuenst-
liche Blase, Diagnose Blasenkrebs 4. Stadium.8 Mon. spaeter stellte sich Knochenkrebs ein. Nach der Behandlung und CT’s sagte man ihm es sei alles OK.
Im Aug. wurde er mit Mastdarmkrebs diagnostiziert, sowie Metastasen auf der Leber.
Keine OP nur kuenstlicher Darmausgang. In 2 Wochen
will man mit einer sehr starken Chemo beginnen.
Soll er sich dieser Tortur noch unterziehen.
Wie ist seine Prognose?
Hoffe auf eine baldige Antwort.
Hallo edi48
leider kann ich und wahrscheinlich niemand darauf eine Antwort geben. Dazu ist einfach ein sehr exaktes Detailwissen notwendig, darüber um welche Tumorart (nicht nur Dickdarmkrebs - auch da gibt es verschiedene), welches Stadium, welche Lokalisation es sich handelt.
Ich denke das wird dein Bruder mit den behandelnden Ärzten besprochen haben und wenn da noch Zweifel sind, dann muss dein Bruder (oder wenn ihm die Kraft fehlt vielleicht Du mit seinen Unterlagen und Vollmacht) ggf. eine zweite Meinung einholen.
Gruß
Werner
Hallo,
ich bin kein Mediziner, vielleicht ist mein Beitrag aber denoch hilfreich …
Zu:
„Wie ist seine Prognose?“
Dazu kann ich aus o.a. Gründen wenig sagen.
Aber zu
„Soll er sich dieser Tortur noch unterziehen.“
Diese Frage muß er sich selbst - nach Klärung des medizinischen Sachverhaltes mit seinem/n Onkologen - beantworten. Manchmal bringt eine Chemo viel, manchmal auch „nur“ eine Verlängerung der Lebenszeit. Der eine verträgt eine Chemotherapie relativ gut, andere schlechter. Und Chemo ist ja nicht gleich Chemo. Kann man ja aber jederzeit selbst entscheiden und auch nach begonnener Chemo seine Meinung ändern. Ich habe eine solche vergleichsweise gut vertragen und bereue nicht, mir einige weitere Monate „erkauft“ zu haben,
Ich habe mich aber auch immer wieder jede Woche neu für die Chemo entschieden und zwischen Wirkung und Nebenwirkungen abwägt. Hätte diese meine Lebensqualität über ein von mir gesetztes Maß beeinträchtigt, hätte ICH mich gegen eine Fortsetzung entschieden.
Allein: Bei mir ging und geht es nicht um Heilung, sondern rein um die Lebensverlängerung. Sprich: Welchen Preis (Befinden) hat ein weiterer Monat, welche Nebenwirkung bin ich bereit, zu akzeptieren.
Ein solcher Maßstab verschiebt sich natürlich, wenn es eine ernstzunehmende Chance auf „Heilung“ gibt.
Dies wiederum können natürlich nur (wenn überhaupt) die mit dem Fall vertrauten Ärzte beurteilen.
Dir und deinem Btuder wünsche Stärke und ein wenig Glück.
Grüße
godam
Hallo,
Schwierige Sache, auf die es ohne genaue Kenntnis der Situation keine Antwort geben kann.
Es gibt viele Situationen wo eine starke Chemo sehr viel Sinn machen kann. Das ganze für und wieder ist mit dem Onkologen vor Ort zu besprechen. Beim Rektumcarcinom gibt es viele Therapieansätze die nach Tumorstation etabliert sind. Man kann teilweise noch vieles erreichen, was man Anfangs, geschockt durch die Diagnose Krebs gar nicht realisiert und nicht weiss.
Jede Entscheidung für und wieder sollte mit dem Onkologen besprochen werden, der einen darüber informieren sollte, was man je nach Entscheidung konkret zu erwarten hat.
Viele primär inoperablen Tumore sind nach Therapie evtl. soweit operabel dass die Lebensqualität deutlich verbessert werden kann.
Eine Metastase in der Leben heisst noch lange nicht, dass das Ende des Patienten nahe bevorsteht.
NUR: Wer jetzt den Kopf in den Sand steckt, wird fast immer verlieren.
Deshalb lasst Euch aufklären und hackt immer wieder nach , wenn es Fragen gibt.
Liebe Grüsse
Anja
Keine OP nur kuenstlicher Darmausgang. In 2 Wochen
will man mit einer sehr starken Chemo beginnen.
Soll er sich dieser Tortur noch unterziehen.
Wie ist seine Prognose?
Schlecht. Die Entscheidung über eine Chemotherapie (mit allen ihren Nachteilen) kann jedoch nur der Betroffene selbst fällen. Zu bedenken ist auch, daß wir heute bei den massiven Tumoren in Bezug auf die Chemo noch ärmlich dastehen. Oft keine Lebenverlängerung, und wenn, dann nur eine sehr geringe, dafür eine miserable Lebensqualität.
An Stelle Ihres Bruders hätte ich schon sehr viel früher gesagt „Laßt mich in Ruhe!“ Aber das hängt von seiner Lebensphilosophie ab, nicht von Ihrer oder der von sonst jemanden.
Hi edi,
Wie ist seine Prognose?
wie die anderen schon schrieben: Prognostizieren kann niemand aus der Ferne ohne genaue Befunde zu kennen.
Ich kann Dir nur sagen, wie ich damit umgehe bzw. vor habe umzugehen, nachdem ich vor zwei Jahren Brustkrebs hatte und im Juni Lebermetastasen entdeckt wurden:
Nach 8 Chemos mit Taxol wurde eine Ct gemacht und es wurde festgestellt, dass sich in der Zwischenzeit bestehende Metastasen vergrößert hatten und auch neue hinzugekommen sind. Jetzt bekomme ich weitere Chemos mit Carbo-Gemza. Die vertrage ich wesentlich schlechter. Von dem 10-tägigen Zyklus kann ich fünf Tage vergessen, weil es mir zimlich schlecht geht, ich zu kaum was fähig bin. Dann geht es aufwärts um am Tag vor der nächsten Chemo geht es mir gut - bis es wieder von vorn anfängt.
In 8 Wochen soll wieder eine Ct gemacht werden. Sollte das Ergebnis ähnlich niederschmetternd wie nach Taxol sein erwäge ich schon heute, alle weiteren Chemotherapien abzulehnen. Lieber noch ein paar Monate ein gutes Leben führen, als den Rest allein und krank im Bett zu verbringen.
Ich wünsche Euch alles Gute,
Anja