Darmspiegelung ohne Narkose

Hallo, mein Freund liegt zur Zeit mit Verdacht auf perianaler Thrombose im Krankenhaus. Er hat extreme Schmerzen. Heute wurde eine Darmspiegelung ohne Narkose durchgeführt. Der Arzt meinte eine Betäubung wird nicht gemacht, weil es sowieso schnell geht. Meine Frage ist, ob der Arzt das einfach entscheiden kann?

Hallo,
eine perianale Thrombose ist sehr schmerzhaft. Das heisst jede manipulation am Anus ist schmerzhaft und auch schwierig da durch die Schmerzen auch der Analsfinkter (Ringmuskel) maximal angespannt ist. Wurde eine Darmspiegelung (dünnes Endoskop) oder eine Rektoskopie (dickeres Spekulum)durchgeführt? Generell sollte bei Manipulationen, welche der Pat. als schmerzhaft angibt, entsprechend vorher eine Schmerztherapie durchgeführt werden. Das muss nicht immer eine Narkose sein, wenn aber notwendig, dann schon. Einem Arzt, der einem eine notwendige Analgesie verweigert, sollte man die weitere Behandlung nicht erlauben.

Ich hoffe das hilft weiter.

Hallo!
Eine Darmspiegelung kann man sehr wohl ohne Narkose machen. Oft wird eine Sedierung gemacht, also Medis gegeben, die ein Vergessen und ein Schlummern bewirken. Eine (Voll-)Narkose ist da eher die Ausnahme. Aber geht es wirklich um eine Darmspiegelung? Bei einer Thrombose kann ich mir viel mehr eine Rectoskopie vorstellen - hier wird nur der Enddarm angeschaut…

Hallo,

der Arzt kann nur empfehlen und auf Vor- und Nachteile hinweisen…aber nichts bestimmen ohne die Zustimmung des Patienten. Der Patient hat immer das letzte Wort und muß Untersuchungen zustimmen, auch was das Betäubungsverfahren angeht.

Bei einer perianalen Thrombose dürfte es sich aber nicht um eine übliche Darmspiegelung gehandelt haben, diese wird praktisch nie ohne Betäubung (Analgosedierung) durchgeführt. Sinn macht bei der perianalen Thrombose nur eine Art „kleine Darmspiegelung“, die Proktoskopie bei der „nur“ der Enddarm untersucht wird. Dies ist sicher unangenehm aber wird fast immer ohne Narkose durchgeführt weil hier der Nutzen-/Risikoaufwand für die Untersuchung mit einer Narkose im Normalfall nicht gegeben ist..sprich bei einer so kurzen Untersuchung hat die Narkose mehr Risiken als sie Nutzen bringen würde und der Eingriff ist auch gut ohne Narkose zu überstehen.
Der Arzt hat also (wenn keine besonderen Gründe vorlagen welche für eine Narkose gesprochen haben) nach dem üblichen Verfahren gehandelt…

Hallo,

vielen Dank für Ihre Nachricht! Leider weiß ich nicht, ob eine Darmspiegelung oder Rektoskopie durchgeführt wurde. Ich weiß nur, dass eine Thrombose festgestellt wurde, die sich aber von selbst zurückgebildet hat. Das was ihm die extremen Schmerzen verursacht hat, konnte der Arzt nicht richtig erkennen. Beim Ultraschall später wurde ein 4 x 4 cm großer Abzess entdeckt, der noch gestern chirurgisch entfernt wurde.

Hallo,

vielen Dank für Ihre Nachricht! Ich weiß leider nicht, was genau gemacht wurde. Der Arzt konnte das, was ihm die extremen Schmerzen verursacht hat nicht richtig erkennen. Beim Ultraschall wurde dann ein 4 x 4 cm großer Abzess entdeckt, der gestern noch entfernt wurde.

Hallo,

vielen Dank für Ihre Nachricht! Ich weiß leider nicht, was genau gemacht wurde. Der Arzt konnte das, was ihm die extremen Schmerzen verursacht hat nicht richtig erkennen. Beim Ultraschall wurde dann ein 4 x 4 cm großer Abzess entdeckt, der gestern noch entfernt wurde.
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Nein, er muss eine Einwilligung vom Patienten einholen! Und wenn der die nicht gibt, dann darf er die Untersuchung auch nicht machen. Zur Einwilligung gehört auch eine eingehende Aufklärung.
Gruss Rainer

Meine Frage ist, ob der Arzt das einfach
entscheiden kann?

Ja, das wird er in der Regel ohne Narkose machen, da das Risiko einer Narkose unter Umständen in keinem Verhältnis zum Risiko der Untersuchung steht. In der Regel wird das mit dem Patienten abgesprochen.

Dr. J. Sauer

Hallo,

ein 4x4 großer „perianaler Abszess“ ist mehr als ausreichend um massive Schmerzen zu verursachen..
Und sehen kann man den auch nicht so wirklich bei der Proktoskopie. Passt also gut zusammen.