Liebe Expertin, hallo Experte,
mich interessiert, seit wann dieser Ausdruck in der deutschen Sprache geläufig ist. Ich kenne eher „wissen, dass…“
Vielen Dank: Zerni
Liebe Expertin, hallo Experte,
mich interessiert, seit wann dieser Ausdruck in der deutschen Sprache geläufig ist. Ich kenne eher „wissen, dass…“
Vielen Dank: Zerni
wizzen umb den tot
Lieber Zerni,
das Verb „wissen“ mit der Präposition „um“ kann als sehr alte sprachliche Möglichkeit des Deutschen betrachtet werden.
Es ist schon im Mittelhochdeutschen belegt.
Dazu Grimm:
_a) um etwas wissen, bis in die gegenwart üblich, doch mehr und mehr nur dann, wenn es sich um ein unbestimmtes wissen oder ein wissen um etwas dunkles, geheimnisvolles handelt , vgl. das vereinzelte verstehen um, s. u. sp. 1683; um etwas wissen sapere di qualche cosa KRAMER dict. 2 (1702) 1367b; nichts um etwas wissen non sapere niente di qualche cosa ebda:
der herzoge Kyôt
wesse wênc umb sîner tohter tôt
Parz. 805, 12 ;
[der Hezog Kyot wusste wenig um den Tod seiner Tochter (FR)]
dasz wort (die 3. bitte des vaterunsers) hât zwêne sin. daz êrste: slâfe vor allen dingen, daz ist, daz dû noch umbe zît noch umbe crêatûren noch umbe bilde niht enwizzest. die meister sprechent: ein mensche, der rehte sliefe, sliefe er hundert jâr, er enweste umbe dekeine crêatûre, er enweste noch umbe zît noch umbe bilde MEISTER ECKHART 208 Pf.; caecus iudicat de colore … der sich eins dings annimpt und wil vil drumb wissen, und hat kein verstand ALBERUS dict. (1540) V 2a; aber disser kunst gedenckt man itzt nit in den hohen schulen, und wissen die pawren mehr drum, denn unsser magi LUTHER 10, 1, 1, 563 W.; nun waren diese ding dem getrewen truchses, hertzog Thinas, verhalten gewesen, vnd hett auch nichts darumb gewisst, denn hette er es gewiszt, er were hierzu nicht kommen buch der liebe (1587) 90c; alle, die umb das mord wiszten Fortunatus 152 ndr.; mit hülfe eines bedienten, der um den betrug weisz, sieht er alles, was in seinem hause vorgeht LESSING 10, 139 M.;
graf Aubespine, der abgesandte Frankreichs
weisz um den bund
SCHILLER 12, 426 G.;
die gesellschaft … ward noch mehr in dem verdacht bestärkt, dasz Serlo um die erscheinung des geistes wisse GÖTHE I 22, 207 W.; das subject selbst darf nie so aussehen,
Bd. 30, Sp. 759
als wenn es um seine anmuth wüszte SCHILLER 10, 84 G.; die ganze Kröppelstrasze wuszte bereits um das ereignis W. RAABE der hungerpastor (1864) 1, 6.
ungewöhnlich statt des üblichen von nichts wissen wollen ist um etwas nichts wissen wollen (non voler sapere altro d’una cosa) KRAMER dict. 2 (1702) 1367b; will nichts um dich wissen – allein will ich bleiben MALER MÜLLER w. (1811) 1, 68; das ‚nichtwissen‘ kann im ‚nichthaben‘ begründet sein und so die bedeutung des letzteren annehmen:
dine wizzen umme arbeit niet
graf Rudolf Cb, 23;
liezen mich gedanke frî,
son wiste ich niht umb ungemach
WALTHER VON DER VOGELWEIDE 41, 36;
umb solhen kumber ich niht weiz
WOLFRAM VON ESCHENBACH Parzival_
Gruß Fritz
Hi Zerni,
in meinem Sprachgebrauch bedarf der Aussage „darum wissen“ keinerlei anschließenden Erklärung mehr
Ich kenne eher „wissen, dass…“
Dem „Wissen, dass“ folgt eine Erklärung…
Bin gespannt auf die Antworten der „Korifeen“ (schreibt man doch sicher so nach der neuen deutschen Rechtschreibung? *g) hier…
Vielen Dank: Zerni
Immer wieder gern,
Anja
Radschlag
Zerrnie
an andrer Nerven Leute!
Fritz 