Eben dieses „s“ lässt mir momentan keine Ruhe, da ich nicht weiß, nach welcher Regel es gesetzt wird. Es kommt beispielweise in Amtsenthebung und Körperschaftssteuer vor. Also in Komposita, in denen der zweite Wortteil für eine Tätigkeit steht (z. B. die Besteuerung)? Nee: Rufsweiterleitung, Lautsmalerei.
Gibt es also irgendwelche Regeln hierfür? Ich habe in diesem Bereich zwar schon ein recht gutes Sprachgefühl, finde ich. Aber nachdem in der Sprache von z. B. Steuerberatern dieses s fast ausnahmslos einfach weggelassen wird, bin ich da etwas unsicher geworden. (na ja, was soll man schon von Leuten erwarten, die „des“ mit d. ab"kürzen".
Eben dieses „s“ lässt mir momentan keine Ruhe, da ich nicht
weiß, nach welcher Regel es gesetzt wird. Es kommt
beispielweise in Amtsenthebung und
Körperschaftssteuer vor. Also in Komposita, in denen
der zweite Wortteil für eine Tätigkeit steht (z. B. die
Besteuerung)? Nee: Rufsweiterleitung,
Lautsmalerei.
Gibt es also irgendwelche Regeln hierfür?
Weiß ich auch nicht, mir fällt nur spontan ein Unterschied auf:
Bei Rufweiterleitung wird der Ruf weitergeleitet (logisch *g*),
bei Amtsenthebung wird nicht das Amt, sondern von einem Amt enthoben, Körperschaftsteuer ist nicht die Steuer einer Körperschaft, die zahlt auch noch andere Steuern, sondern Steuer auf eine Körperschaft.
Gruß
Rainer
Wann fügt man ein Fugen –s ein? Heißt es z.B. „Essenmarke“ oder „Essensmarke“?
Es gibt keine eindeutige Regel, und das Fugen –s hat auch nichts mit dem Genitiv zu tun. Der Gebrauch des Fugen –s unterscheidet sich von Region zu Region. Der Gesetzgeber in Deutschland vermeidet es allerdings, Fugen –s zu setzen. So werden die offiziellen Steuerbezeichnungen ohne „s“ gebildet: Einkommensteuer, Versicherungsteuer usw. In Österreich ist das Fugen-s verbreiteter, dort ereignen sich sogar „Zugsunglücke“.
Analog zum Fugen -s gibt es auch das Fugen -n. Man findet es z.B. im „Hallenbad“.
Sehr viel ist das indes nicht, was da zusammenkam.
Das mit den Steuerarten war mir ja auch schon aufgefallen - Körperschaftsteuer ohne Fugen-S - pah! Eine Regel, wann es zu setzen ist, wäre natürlich schon schön.
Schöne Grüße
Siegfried
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andersrum, ist meine beobachtung
huhu,
ich erlebe mit völligem grauen, daß eine inflation dessen auftritt.
aus essenresten werden essensreste, aus eßtisch wird essenstisch(!), aus schadenersatz schadensersatz usw.
stattdessen wird dann das genitiv-S verschluckt, selbst bei der pluralbildung fehlt es häufig.
vor allem die sprachschluderer nr.1, journalisten,haben das drauf!!!
es mag vielleicht keine einheitliche regel geben, aber das hat man doch im gefühl!!!
Dreiecks(!)tuch, Verbandstuch, etc.
All so was krieg ich beim Ausbilden in erster Hilfe von den lieben Teilnehmern um die Ohren gehauen.
Auf die Bemerkung, so ginge das aber nicht, meinte einer: „Wieso, es heißt doch auch Schnapsflasche“.
Da sagt man erst mal nichts drauf.
deswegen nehme ich im 2felzfalle immer ein x im Dreiextuch oder ein z im Verbanzkasten … die Leute regen sich dann so über die falsche Schreibweise auf, daß das falsche Wort gar nicht mehr auffällt …
Abgesehen davon:
Wenn’s einfach wär, dann könnt’s ja jeder
Wenn’s jeder kann, ist’s keine Kunst mehr!
Und die deutsche Sprache soll ja Kunst schlechthin sein…
(sagen Johann Wolfgang und Friedrich)
Und außerdem:
Frag mal
einen Franzosen, warum sie beim Zählen Kopfrechnen können müssen (81 = vier mal zwanzig und eins)
einen Engländer, warum seine Sprache so arm an Satzbaumöglichkeiten ist
einen Chinesen, warum er statt Buchstaben Silben benutzen (der gebildete Chinese muß mehrere tausend Silben kennen)
Sprache ist nun mal saukompliziert (um im Bild des Schweinebratens zu bleiben)
Grüße
Siegfried
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