Hallo liebe User,
wie wahr das bei der NVA eigentlich mit den Waffendienstverweigerern. Ich von irgenwem gehört es gab auch den sogenannten Bausoldaten.
Kann mir jemand von euch das Ende der NVA kurz erklären?
Welche Funktion hatte eigentlich Rainer Eppelmann?
Vielen Dank
Grüße,
Hallo Ronald
wie wahr das bei der NVA eigentlich mit den
Waffendienstverweigerern. Ich von irgenwem gehört es gab auch
den sogenannten Bausoldaten.
Kann mir jemand von euch das Ende der NVA kurz erklären?
Da gab’s vor kurzem eine gute Reportage über die Geschichte der NVA auf MDR.
http://www.mdr.de/doku/1214195.html
Welche Funktion hatte eigentlich Rainer Eppelmann?
Totalverweigerer
Gruß
hallo ronald,
eppelmann war der letzte verteidigungsminister (genannt abrüstungsminister) der ddr und hat den übergang von nva zu bundeswehr organisiert und beaufsichtigt.
die nva istgenauso in die bundeswehr übergegangen wie die ddr in die brd.
strubbel
n:open_mouth:)
Hallo,
die 2. Frage ist schnell beantwortet: Die NVA-Soldaten bekamen am 3.10.1990 neue Uniformen und waren dann Soldaten der Bundeswehr. >Die verteidiger des Sozialismus sind also komplett zum Gegener übergelaufen sozusagen. Eppelmann war der letzte Verteidigungsminister der DDR und unter dem lief diese ganze Sache.
Zur ersten frage: Wehrdienstverweigerung gab es ja offizell als Möglichkeit nicht. Das war eine Gesetzesverletzung die bestraft wurde. Andererseits gab es aber Leute, die aus Gewissensgründen nicht mit der Waffe dienen konnten. Sicher hat da auch der Druck der Kirchen eine Rolle gespielt dabei, daß für diese Wehrpflichtigen der Dienst der Bausoldaten geschaffen wurde, die ohren wehrdienst zwar auch ableisten mußten, aber halt ohne Waffe. Repressalien aller Art waren aber auch die ausgesetzt.
Gernot Geyer
Was sind da eigentlich aus den ganzen Waffen geworden?
Kampfhubschruaber, Jets, Gewehre etc.?
Wieviel ezig tausende Kalaschikofs und Munition da ja gewesen sein müssten. LAs ich beim Bund war hatten wir in der Waffenkammer ganze 2 AK47 und die waren mehr zum bewundern da
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Hallo,
ein Teil der Waffen wurde vernichtet. Das begann schon in der Noch-DDR unter Eppelmann. Vieles hat die Bundesrepublik dann später auch verkauft - um den verkauf der Minensuchboote der Marine nach Indonesien und um den von Schützenpanzern in die Türkei war ja viel Wirbel später. Da gehe ich einfach mal davon aus, daß das nur die Spitze eines Eisberges war und daß die große Masse der verkäufe in alle welt weitgehend reibungslos und unbemerkt über die Bühne ging. Schließlich ist die BRD einer der größten Waffenexporteure der Welt auch schin vorher gewesen und die haben das hinbekommen, ohne daß es große Aufregungen gab.
Gernot Geyer
Servus!
Was sind da eigentlich aus den ganzen Waffen geworden?
Kampfhubschruaber, Jets, Gewehre etc.?
Wieviel ezig tausende Kalaschikofs und Munition da ja gewesen
sein müssten. LAs ich beim Bund war hatten wir in der
Waffenkammer ganze 2 AK47 und die waren mehr zum bewundern da
Also, von den sagenumwobenen MIG29 der NVA weiss ich, dass die zwar an Manövrierfähigkeit usw. den NATO-Jets überlegen waren, trotzdem aber verschrottet bzw. verscherbelt wurden: Sie waren schlicht nicht Instand zu halten! Die Technik war - allen Legenden von der Robustheit sowjetischer Produkte zum Trotz - sehr wartungsintensiv (viel wartungsintensiver als westliche Maschinen), und dann fehlten auch sehr schnell die entsprechenden Ersatzteile, und zum Schluß kam noch dazu, dass die MIG´s unglaublich Spritfresser waren und daher eine ziemlich geringe Reichweite hatten.
VG
Christian
Ein Schwank aus meinem Leben: 1991 machte ich eine zweite Radtour durch die DDR bzw. durch die damals noch wirklich Neuen Bundesländer. Mein Tour führte mich u.a. nach Peenemünde. Auf dem Gelände des ehemaligen Raketenzentrums (V2) der Wehrmacht war zur DDR-Zeiten eine große Militäreinrichtung gewesen, ich meine es waren u.a. Marineflieger. Auf jeden Fall war der Hafen rammelvoll mit Schiffen der ex-Volksmarine, die nach Indonesien abgegeben werden sollten. Abschnitte des Flughafengeländes waren eng beparkt mit LKws und anderen Militär-KFZ. Eine Armee stand zur Verwertung bereit.
Bundeswehr und NVA wurden nicht zusammengeführt, sondern die NVA wurde aufgelöst und das, was an Personal und Material „westverträglich“ erschien, wurde übernommen. Das Problem beim Material war, dass man dieses in der Masse tendenziell schlichtweg sowieso nicht brauchte, weil es überzählig war. (Beim Personal war es, abgesehen von ideologischen Unterschieden, nicht viel anders…). Die Bundesregierung freute sich überdies auf die sog. „Friedensdividende“, d.h. man ging davon aus, dass man natürlich auch die Bundeswehr mangels Gegner stark abrüsten könnte. Was ja auch geschah, inkl. dem Zivilschutz, und heute haben wir da erhebliche Defizite.
Vieles von dem NVA-Material entsprach auch nicht den maßgeblichen westdeutschen Vorschriften oder widersprach der westdeutschen Rüstungsphilosophie, z.B. in Punkto Ergonomie in Kampffahrzeugen oder das Zeug war teilweise auch recht alt. Es gab Fälle, wo z.B. Kabelstränge nicht VDE-gerecht verlegt waren und man die Technik teuer hätte umrüsten müssen. Also hat man, wo doch sowieso auch jede Menge Bundeswehr-Material „übrig“ zu werden drohte, das Ostmaterial abgegeben oder über die VEBEG meistbietend verscherbelt. Zum Beispiel LKW usw. ins Baltikum abgegeben, auch als humanitäre Hilfe (einfach weiß anstreichen), Schützenpanzer (8-Rad) an die Türken usw.
Die Verwertung von NVA-Material in der Bundeswehr war also insgesamt nicht so dolle. Die MIG 29 wurde übernommen und im August 2004 für 1 Euro/Stück an Polen weitergegeben, weil die Luftwaffe den Eurofighter bekommt. (Die Luftwaffe der Bundesrepublik soll übrigens über 700 Millionen D-Mark in die „Anpassung“ der MiG-29, invbestiert haben).
Bei der Verwertung von einigen Bekleidungsstücken war man anpassungsfähiger. So gab es eine Zeitlang nur ziemlich miese Wollsocken der NVA auf der Kammer, und auch Unterwäsche wurde ausgegeben, z.B. grüne „Liebestöter“ (lange Winterunterhosen).
Also, von den sagenumwobenen MIG29 der NVA weiss ich, dass die
zwar an Manövrierfähigkeit usw. den NATO-Jets überlegen waren,
trotzdem aber verschrottet bzw. verscherbelt wurden: Sie waren
schlicht nicht Instand zu halten!
Falsch! Die Bundeswehr übernahm u.a. die 24 MiG-29 und 33 NVA-Piloten und integrierte sie (freilich unter erheblichem Kostenaufwand) ins Jagdgeschwader 73. Das Flugzeug wurde 2004 ausgemustert und an Polen abgegeben.