Schon wieder hat’s einer getan – Fördergelder würden nach dem „Floriani-Prinzip“ vergeben,
sagte der Mann gestern im TV-Interview. Der gute St. Florian aber ist der Schutzheilige gegen
die Feuersbrunst, und der Mann im Fernsehen hat das wieder einmal mit was ganz anderem
verwechselt, mit dem „Gießkannen-System“ nämlich. Das Floriani-Prinzip geht so:
»Heiliger Sankt Florian
Verschon’ vorm Brand mein Haus!
Zünd’ lieber das vom Nachbarn an
Und meins lass lieber aus. «
(zugleich ist der Heilige Florian auch der Schutzpatron der Feuerwehr,
aber die löschen ja heutzutags auch nimmer mit Gießkannen, bekanntlich.
Wer sich das merken kann, der merkt sich auch das mit dem Floriani-Prinzip leichter.)
So weit verbreitet, dass Zwiebelfisch längst dazu einen Artikel und eine Diskussionsseite hat => „Schuster, bleib auf deiner Leiter“.
Die Unbilden und die Unbildung öffentlicher Redner und Schreiber ist mit wattierten Boxhandschuhen und dem Krückstock zu fassen.
Selbst allgemein als gute Rethoriker geltende Leute wie unser Außenminister - aber da sieht man erst wie darnieder die Rede- und Schreibkunst liegt - versteigt sich zu Formulierungen wie: „… alles andere ist kontraproduzent!“
Hier meine jüngsten Florilegien:
244) In Sicherheit können wir uns nie wägen. (?)
245) Doch war es nicht von Erfolg beschienen. (?)
246) Er stellt das wie ein Faktotum in den Raum. (einer dieser spätpubertären CDU-Schnöseln um Merkel)
247) Die Emoticons scheinen Dich wirklich zu beschäftigen. Es ist ein Thema das Du immer wieder auf das Parkett bringst. (aus WWW)
248) Seine Grenzen waren limitiert. (ARD-Sportreporter bei der Tour de France)
Ignorieren oder verzweifeln!
An der Nummerierung magst du sehen, wie weit verbreitet dies ist.
Und da eschoffieren sich manche über die Neue Rechtschreibung!
Gruß Fritz
PS Sagt ihr wirklich „Floriani-Prinzip“? Klingt sehr hübsch!
Ich kenns als Florians-Prinzip.
An der Nummerierung magst du sehen, wie weit verbreitet dies
ist.
Und da eschoffieren sich manche über die Neue Rechtschreibung!
Ich sähe mich ungern dazu bewegt, dir einen Fehler anzukreiden. In derzeitiger Ermangelung eines Dudens stellt sich mir aber die Frage: Ist das tatsächlich die Neue Rechtschreibung oder wurde im Rahmen einer gewitzten Kritik an den NDR-Gegnern aus echauffieren „eschoffieren“?
Hallo,
wo wir gerade beim Beispielsammeln waren: Mein auch in anderen Belangen durchaus merkwürdiger Ex-Mitbewohner hat dann und wann von einem „Papyrus-Sieg“ gesprochen…
T.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Nicht so gut, aber wenn wir das noch weiterführen, schließt sich der Kreis und wir sind wieder beim (kantonesischen) Ursprung: Ke4 jap1. Das ist auch nicht schlecht
Seine Grenzen waren limitiert. (ARD-Sportreporter bei der
Tour de France)
Ich möchte nur kurz anmerken, dass es mathematisch gesehen durchaus limitierte und unlimitierte Grenzen gibt, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht sinnig erscheint.
Grüße,
Anwar
PS: Inwieweit diese Unterscheidung der Grenzen auch auf den Radsport anwendbar ist, ist mir nicht einsichtig.
So weit verbreitet, dass Zwiebelfisch längst dazu einen
Artikel
das war mir nicht bekannt, bitte um Patronanz.
(die Asche fällt nicht weit vom Haupt)
PS Sagt ihr wirklich „Floriani-Prinzip“? Klingt sehr hübsch!
Chateau lafitte!
Ja, und die Feuerwehrleute heißen Florianijünger
am 11.11. gibts Martinigans, und zu Leopoldi ist schulfrei.
Vielleicht sind das Genitiv-Formen, St. Leopoldi = der Tag des Hl. Leopold
es gibt z.B auch mehrere Ortschaften Sankt Andrä,
vielleicht nach der „Kirche des Hl. Andreas“ (?)
Wer in Deutschland zur ‚Szene‘ gehörte, und besonders die aktiven ‚Jazzer‘ sprach das Wort und seine Ableitungen immer in der ersten Silbe mit kurzem ‚Ja‘(/Nein) und dann mit zwei scharfen ‚z‘, nicht mit ‚tz‘ aus, und das von Anbeginn an. Im Gegensatz zum amerikanischen ‚Dschääässss‘ mit ‚zz‘ als stimmhafte ‚s‘ wie in ‚buzz und fuzz‘.
Und wir halten das heute noch so!
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim