Moin Thomas,
Jeder Krieg hat auch etwas Einzigartiges, etwas was ihn von
anderen Kriegen unterscheidet, und das wird durch das Photo
hervorragend ausgedrückt.ok, das kann man so sehen, aber ich sehe das nicht so.
Das ist doch kein Problem, oder ? Jeder verbindet mit diesem Krieg etwas anderes und wird auch die Auswahl des Photos entsprechend treffen.
Natürlich regt das Photo MEHR an, als das Denken. Kriege sind
nun mal nicht besonders rational.Sehr richtig, aber was du vergisst, ist, dass beide Sätze ein
Manko ausdrücken. Denn gerade wenn ein Foto mehr anregt als
das Denken, dann ist es trotzdem die Aufgabe des Denkens,
falsche (womöglich sogar wissentlich fremd gesteuerte) Gefühle
zu kontrollieren. Andernfalls lässt man sich manipulieren bzw.
unterliegt der Gefahr der Manipulation.
Also wirklich Thomas. Ein Photo wirkt nunmal anders als eine nüchterne theoretische Abhandlung und zwar jedes Photo. Häufig stoßen durch Photos ausgelöste Gefühle auch erst einen Denkprozess an, insbesondere in Fällen, wo vorher relative Gleichgültigkeit herrschte. In diesem Fall is es sogar so, dass das Poto ziemlich gut auf den Punkt bringt, was ich über diesen Krieg denke.
Und das Kriege nicht
rational sind, ist auch richtig, aber das sagt nichts darüber
aus, wie man die Kriege und die dahinterstehenden Personen zu
bewerten hat. Eine solche Bewertung an einem einzigen Bild
festzumachen, ist auch ziemlich gefährlich, auch wenn es
mehrere Bilder sind.
Natürlich, aber das Photo sagt ja grade etwas über eine Essenz aus, über etwas, dass einem wesentlich erscheint. Dass das Ganze wesentlich komplexer und vielfältiger ist, wird dadurch ja nicht ausgeschlossen.
Wenn wir etwa das Deutschland des Dritten
Reiches aufgrund der Riefenstahlfilme beurteilen würden, kämen
wir sicher zu einem befremdenden Ergebnis, d’accord?
Nun ja, ich bin mir sicher, dass für viele die Riefenstahlfilme das Wesentliche am Dritten Reich ausdrücken. Das ist ebe neine Frage der individuellen Perspektive (s.o.).
Gruss
Marion
