Hallo liebe Sprachforscher,
über den Grund, warum man Schiffen (und anderen Fahrzeugen, Bergen und Flüssen) Namen gibt und diesen einem bestimmten Geschlecht zuordnet finden wir im Netz mannigfache Begründungen - mit und ohne die Gewähr der Richtigkeit oder gar einer einheitlichen Authentzität.
Nun habe ich in meinem Archiv eine Uralt-Fotokopie (auf Thermopapier) eines recht amüsanten und doch lehrreichen Gedichts über DAS GESCHLECHT VON SCHIFFEN, die leider nicht mehr einwandfrei lesbar ist, mich aber aus nostalgischen Gründen immer noch interessiert.
Einige der Strophen (sind es jetzt Strofen geworden?) kann ich noch mühselig wie folgt entziffern
"So kommt es dann - Gott sei’s geklagt -,
daß man an unseren Küsten
jetzt meistens der „Columbus“ sagt,
obwohl wir’s gar nicht müßten. …
Dem „Adler“ wird, wie sich’s gebeut,
ein hehrer Dank gezollt.
In maskuliner Herrlichkeit
ER durch die Dünung rollt.
Und mit ihm rollt in voller Fahrt
DER „Rhein“ als Paladin,
auch „Atlas“ sieht man forsch und hart
MANNLICH am Tampen zieh’n.
Doch fragst du mich nach dem WARUM,
dann muss auch ich verzagen;
Horch selbst in allen Häfen rum,
es kann dir niemand sagen."
Vielleicht kennt ja jemand das Gedicht und kann es hier einstellen oder mir die Quelle verraten. Den Verfasser konnte ich auch noch nicht ermitteln. Könnte in Form und Art jedoch von Kästner sein.
Dabei fällt mir gerade auf: DER Rhein, DIE Elbe, DIE Weser, DER Nil, DER Ganges sind ähnliche (unbegründete??) Geschlechtsbezeichnungen. Ist darüber schon mal was diskutiert worden oder sind gar klare Definitionen bekannt? Große Flüsse mannlich, kleine weiblich, was dann ja beim Neckar auch wieder nicht stimmen würde.
Mit windigen Grüßen - auch wieder so eine unklare und nicht eindeutige Definition -
Windrose