Das Gottesbild

Ich habe das Deine nicht angegriffen.

Und ich würde sagen, daß sich auch unser Eigenes im Laufe der Zeit ändert. Mit 17 wird es noch sehr von unserer Umwelt geprägt sein, später erst findet man ein Eigenes und auch das nur vorübergehend. Immer müssen wir diesem Wandel begegnen können.

mfg

Ich habe das Deine nicht angegriffen.

So habe ich es auch nicht empfunden und sollte die Reaktion so angekommen sein, entschuldige ich mich einmal. Mir ging es nur darum, dass deine Rahmenbedingungen („Beim ersten Schicksalsschlag […]“) eben nicht genauso gegeben sein müssen. Es kann sein, muss aber nicht, entspricht aber für mich einem weitverbreitetem Klischee, dass dies so sein muss (s.u.).

Und ich würde sagen, daß sich auch unser Eigenes im Laufe der
Zeit ändert. Mit 17 wird es noch sehr von unserer Umwelt
geprägt sein, später erst findet man ein Eigenes und auch das
nur vorübergehend. Immer müssen wir diesem Wandel begegnen
können.

Wir ändern uns und auch unsere Beziehung zu haSchem ändert sich, allerdings habe ich hier immer Schwierigkeiten von einem G’ttesbild zu reden. Ich habe hier kein Bild und wenn dann nimmt es eher an Komplexität zu, als das es sich gross ändert.

Scholem,
Eli

Hallo Jules.

Das heißt also, Gott will auch, sofern es einen geben sollte,
dass du ihn hinterfragst, seine Existenz in Frage stellst?
Wäre das nicht schon blasphemisch?

Ich kann hier erst einmal nur von meinem G’tt reden :wink: und der fordert von uns in vielen Bereichen (Gebote), dass wir unseren Verstand benutzen sollen. Wir haben den Verstand, damit dieser unser Herz lenkt. Wir sollen keine Tiere sein, sondern eben darüber hinausgehen. Dieses bedeutet zwangsläufig alles zu hinterfragen und damit auch haSchem.
Dieses selbst ist auch wieder eine Forderung (Mitzwa, Gebot) von Ihm, da wir Ihn „mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen“ lieben. Liebe bedeutet im Judentum immer, dass wir die Sache erkennen. Wir sollen hier also mit unser allen Möglichkeiten haSchem erkennen. Dieses bedingt nun aber einmal, dass wir Ihn suchen und hinterfragen. In diesem Sinne ist der Glaube an haSchem der erste Schritt, die Nächsten müssen dann das Wissen über Ihn und die Erkenntnis Seiner sein.

Scholem,
Eli

Hallo Jules.

Ist es nicht oft so, dass jemand der glaubt, es überhaupt
nicht wissen möchte? Demjenigen reicht der Glaube, hinterfragt
nicht, will es gar nicht wissen.

Viele Dinge können wir auch nicht wissen, weil sie im Verborgenen sind. Hier besteht also die Schwierigkeit dieses aushalten zu müssen und einfach darauf zu vertrauen. Das ist auch garnicht so ungewöhnlich, wie es in diesem Kontext aussieht, wir machen es dauernd. Oder wie sieht es z. B. mit deinen Eltern aus. Weisst Du das es deine Eltern sind oder vertraust Du hier oder glaubst Du nur? (Hoffe diese Nachfrage verletzt hier keinen.)

Scholem,
Eli

Wir ändern uns und auch unsere Beziehung zu haSchem ändert
sich, allerdings habe ich hier immer Schwierigkeiten von einem
G’ttesbild zu reden. Ich habe hier kein Bild und wenn dann
nimmt es eher an Komplexität zu, als das es sich gross ändert.

Scholem,
Eli

Es ist komplex, - das ist auch meine Erfahrung :smile:

rolf, der böse wolf

Hallo Jules,

Im Moment gehe ich davon aus, dass es keinen Gott gibt. Es ist
aber nicht mein Glauben. Das hat definitiv nichts mit einem
Glauben zu tun.

In deinem ersten Artikel klang es so, als ob die Nichtexistenz Gottes eine feststehende Tatsache sei. Wenn sie deiner Meinung nach so etwas wie eine Arbeitshypothe ist, ist das was anderes. :wink:

Sollte die Apokalypse, laut deiner Glaubensrichtung, nicht
schon 1999 oder 2000 stattfinden?

Definitiv NEIN,… aber wen interessieren schon Details.

Wieso sollte „er“ eigentlich noch eingreifen, wenn es sowieso
schon zu spät ist?

Wer sagt denn, dass es schon zu spät ist (2.Petrus 3:9).

Mir fallen nämlich beim besten Willen keine
Potentiale ein, die wir durch einen Glauben an Gott haben und
ohne einen Gott nicht auch haben.

A) Die Grundlage für moralisch-ethisches Handeln ist dann eine Andere.
B) Das menschlische Leben wird ziemlisch sinnlos (meiner Meinung nach).
C) Es fehlt eine sichere Grundlage für Hoffnung.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

In deinem ersten Artikel klang es so, als ob die Nichtexistenz
Gottes eine feststehende Tatsache sei. Wenn sie deiner Meinung
nach so etwas wie eine Arbeitshypothese ist, ist das was
anderes. :wink:

Ganz ausschließen kann ich die Existenz Gottes nicht, auch wenn ich die Nichtexistenz für wahrscheinlicher halte. Also könnte man es ohne weiteres als Arbeitshypothese betrachten. Etwas als feststehende Tatsache zu betrachten halte ich für dumm und gefährlich.

Sollte die Apokalypse, laut deiner Glaubensrichtung, nicht
schon 1999 oder 2000 stattfinden?

Definitiv NEIN,… aber wen interessieren schon Details.

Ok, vielleicht habe ich mich da verhört. Mich würde schon interessieren, wann es denn soweit sein soll.

Wer sagt denn, dass es schon zu spät ist (2.Petrus 3:9).

Ich, in meinem offensichtlichen Unwissen. :wink:

Meinst du diesen Satz?:

„3,9 Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, daß irgendwelche verloren gehen, sondern daß alle zur Buße kommen.“

A) Die Grundlage für moralisch-ethisches Handeln ist dann eine
Andere.

Ja, aber ich bezweifele, dass die Grundlage schlechter wäre. Moral, Ethik, Nächstenliebe, Gerechtigkeit hat für mich nichts mit Religion zu tun. Sie sind ureigene Bedürfnisse des Menschen, die uns Menschen niemand ans Herz legen musste.

B) Das menschlische Leben wird ziemlich sinnlos (meiner
Meinung nach).

Ein Leben ohne Gott/Religion ist meines Erachtens überhaupt nicht sinnlos. Der Sinn unseres Daseins besteht u.a. darin herauszufinden, woher wir kommen, uns weiter zu entwickeln, den Dingen auf den Grund zu gehen.

In diesem Sinne:

„Unser Wissen ist ein Tropfen.
Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.
In meinem Leben war ich wie ein Kind,
das am Strand gespielt hat und Vergnügen daran fand,
hie und da einen glatteren Kiesel oder eine hübschere Muschel als üblich zu finden,
während der große Ozean der Wahrheit völlig unentdeckt vor mir lag.“

Isaac Newton

C) Es fehlt eine sichere Grundlage für Hoffnung.

Das sehe ich anders. Es gibt so viel, was uns Hoffnung geben kann, z.B. ein positives Ereignis, eine Perspektive, Freunde, Familie,…
Dazu braucht es keinen Gott.

Gruß,

Jules

Hallo Eli,

Viele Dinge können wir auch nicht wissen, weil sie im
Verborgenen sind. Hier besteht also die Schwierigkeit dieses
aushalten zu müssen und einfach darauf zu vertrauen. Das ist
auch garnicht so ungewöhnlich, wie es in diesem Kontext
aussieht, wir machen es dauernd.

Aber warum ist das so? Ich sehe das eher als Lethargie, Pessimismus oder Bequemlichkeit, wenn man von vornerein sagt, dass man viele Dinge nicht wissen könne.
Gerade die Dinge im Verborgenen sind interessant. Sie beflügelen unsere Neugier, unseren Forschungsdrang. Die Schwierigkeit für mich besteht also eher darin, dieser Neugier nicht nachzugeben.

Oder wie sieht es z. B. mit
deinen Eltern aus. Weisst Du das es deine Eltern sind oder
vertraust Du hier oder glaubst Du nur? (Hoffe diese Nachfrage
verletzt hier keinen.)

Na, alle Indizien weisen darauf hin. Ich sehe meinen Eltern sehr ähnlich und auch meine Geschwister sehen mir ähnlich und ich habe viele Eigenschaften meiner Eltern geerbt. D.h. es ist für mich keine Frage des Vertrauens oder des Glaubens.

Ich wüsste nicht warum diese Frage jemand verletzen sollte.

Gruß,

Jules

Hallo Eli,

Ich kann hier erst einmal nur von meinem G’tt reden :wink: und
der fordert von uns in vielen Bereichen (Gebote), dass wir
unseren Verstand benutzen sollen. Wir haben den Verstand,
damit dieser unser Herz lenkt. Wir sollen keine Tiere sein,
sondern eben darüber hinausgehen. Dieses bedeutet zwangsläufig
alles zu hinterfragen und damit auch haSchem.

Das heißt, wenn du bei diesem Prozess des Hinterfragens zu dem Schluss kommst, dass es deinen Gott nicht geben kann bzw. die Indizien gegen seine Existenz sprechen, so ist dies dann zulässig und gewollt?

Dieses selbst ist auch wieder eine Forderung (Mitzwa, Gebot)
von Ihm, da wir Ihn „mit deinem ganzen Herzen und mit deiner
ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen“ lieben. Liebe
bedeutet im Judentum immer, dass wir die Sache erkennen. Wir
sollen hier also mit unser allen Möglichkeiten haSchem
erkennen. Dieses bedingt nun aber einmal, dass wir Ihn suchen
und hinterfragen. In diesem Sinne ist der Glaube an haSchem
der erste Schritt, die Nächsten müssen dann das Wissen über
Ihn und die Erkenntnis Seiner sein.

Wenn du also an ihn glaubst, woher hast du dann anschließend das Wissen und die Erkenntnis über ihn bekommen? Aus der Tora oder aus anderen Quellen?

Gruß,

Jules

Hi,

Das heißt also, Gott will auch, sofern es einen geben sollte,
dass du ihn hinterfragst, seine Existenz in Frage stellst?

da wir ein hirn haben diese frage zu denken, muß man davon
ausgehen, daß gott - sofern es einen gibt :smile: - dies will, denn
er hat das hirn geschaffen!

Gut, denn ich rüttele an seinen Grundfesten. :wink:

Gruß,

Jules

Hallo Harald,

Ist es nicht oft so, dass jemand der glaubt, es überhaupt
nicht wissen möchte? Demjenigen reicht der Glaube, hinterfragt
nicht, will es gar nicht wissen.

oder ist es eher so, dass jemand glaubt, etwas zu wissen und
dann schlicht behauptet, es zu wissen?

Ja, das gibt es leider ziemlich häufig.

Gruß,

Jules

Hallo Jules.

Das heißt, wenn du bei diesem Prozess des Hinterfragens zu dem
Schluss kommst, dass es deinen Gott nicht geben kann bzw. die
Indizien gegen seine Existenz sprechen, so ist dies dann
zulässig und gewollt?

Wenn man hier ehrlich zu sich selber war, dann ja. Wenn man es sich aber zu leicht gemacht oder bestimmte Punkte nicht aushalten will, dann nicht.

Wenn du also an ihn glaubst, woher hast du dann anschließend
das Wissen und die Erkenntnis über ihn bekommen? Aus der Tora
oder aus anderen Quellen?

Von meinen Vätern :smile: Wie ich an anderer Stelle schon hinwies, übernehmen wir sehr viel von unseren Eltern, was wir später nicht mehr hinterfragen. Wir vertrauen hier, weil wir sonst mit auch unsere Person in Frage stellen würde.

Dieses ist dann zumindest der Ausgangspunkt von dem ich immer weiter lernen. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, ich sehe wie andere sich verhalten, ich lerne was in der Torah steht usw.

Scholem,
Eli

Hallo Carlos,

Ok, vielleicht habe ich mich da verhört. Mich würde schon
interessieren, wann es denn soweit sein soll.

Das weiss Niemand (Matthäus 24:36). In der Bibel wird eine Zeitperiode beschrieben, besonders gut nachzulesen in Matthäus 24, aber kein Datum benannt.

Gruß
Carlos

Hi,
bekanntlich schuf Gott uns Menschen als Ebenbild seiner selbst. Das heißt, in unserem lieben Nächsten oder auch im Spiegel, schauen wir Gott. Einfach, nicht wahr?
Tschüß Chris

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Carlos
möchte nur auf Punkt 3.) zurückkommen: Die Antwort heißt ALLES!
Wir leben z.B. heute(so qualitativ gut) von und durch die Innovationen
von gestern. Innovationen von heute bestimmen (in Qualität)unser Leben morgen. Innovationen stützen sich aber in 1. Linie auf den Glauben, der bekanntlich das herkömmliche Wissen übersteigt und damit eine Schwelle übertritt, die (ungläubig) für nicht überschreitbar gehalten wurde.(Was zu Reformstau und Problemlawine geführt hat.) Glaube öffnet das Tor zum Weg einer (innovativen) Problemlösung.
Freiheit setzt sich über alle einer Problemlösung in den Weg gelegten Hindernisse hinweg und kreative Arbeitsleistung vollendet das Werk!
Innovationen sind folglich Produkt aus 1. Glauben (an eine Lösung), 2.
Freiheit (alle Destruktionen zu überwinden) und 3. Arbeitsleistungen (im besten wertschöpfenden Sinnen).
Tschüß Chris

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallihallo,

was hat es eigentlich mit der schreibweise G’tt auf sich?
Steht im alten Testament irgendwo „Du sollst dir keinen Vokal machen.“?
Blöder Witz, ernstgemeinte Frage:
Wieso „G’tt“?

gruß vbt

In meinen Augen schuf Gott die Seelen nach seinem Abbild.
Nicht den fleischlichen Körper