hallo ihr lieben,
brauche mal etwas rat und ein wenig zuspruch wäre auch schön… 
ich bin vor fünf monaten ins nähere ausland gezogen weil mein partner dort einen job bekommen hat. nun sitze ich hier in einer nahezu leeren wohnung den ganzen tag rum, nur alle 2 wochen fahre ich in meinem heimatort studieren.
es gäbe rein theoretisch viel zu tun für mich, ich könnte die viele freie zeit ohne nebenjob durchaus sinnvoll nutzen. aber:
es geht irgendwie nicht. ich schlafe ewig, dann häng ich nur rum und schreib bestenfalls listen mit den dingen, die ich tun sollte. ich schaffe es kaum mehr, kontake zu halten weil mir mails schreiben zu lange dauert oder zu anstrengend ist oder was weiß ich. komme zu nix mehr! der tag ist schneller rum als ich gucken kann - gähnt aber vor langeweile.
hier einen job zu finden ist schwer weil ich die sprache (noch) nicht spreche. und beim sport kontakte knüpfen ist auch nicht so leicht. klappt irgendwie alles nicht so.
nicht, dass ich unglücklich bin, meine entscheidung mit dm partner mitzugehen war nicht leicht und hat für mich nicht unbedingt nur vorteile parat, aber das wusste ich und damit habe ich gerechnet.
nur krieg ich meinen a… nicht mehr hoch! schon der haushalt fällt mir schwer. und dass, obwohl ich nicht mal vor dem guten alten deutschen fernsehen rumgammeln kann.
hm, weiß einfach nicht mehr raus. es gibt ja für mich hier auch nix zu tun. strand, stadtspaziergang oder museum- alleine alles nicht so der hit. scheint so, als könnte ich mich nicht beschäftigen.
brauche ein paar tips! erfahrungen, anregungen.
vielen vielen dank schon jetzt!
j
Hi,
ich finde es alles nicht so schlimm wie du es jetzt schreibst und ein Stückweit ist es sicherlich auch legitim sich mal hängen zu lassen. Die Frage für mich wäre eher wie lange ich das alles mit mir geschehen lassen würde wollen, eine, zwei drei Wochen/Monate.
Für mich klingt es selbstverständlich das man alleine nicht gerne auf Erkundungstour geht nur um die Zeit totzuschlagen. So etwas, gerade in einer neuen Umgebung will gemeinsam erlebt und erobert werden.
Auch eine Liste mit den Dingen die du tun willst (finde ich von der Tendenz nicht schlecht) sollte Anfangs nicht zu lang sein und sieht es gleich nach „unmöglich“ viel aus und schreckt vielleicht eher ab.
Nun wie kann ich dir helfen, als Laie wohl eher wenig weil ein gewissen Risiko zum krankhaften bestimmt in jedem von uns schlummert. Ansetzten würde ich aber in einem offenen und ausführlichen Gespräch mit deinem Partner, der zwar bestimmt beruflich gut eingebunden ist und auch so seine Probleme hat, aber alles in allem ist es ein Schritt den ihr zu zweit getan habt. Vielleicht, nein besser bestimmt, kann er dir hier und da in deinen A… (um es mit deinen Worten zu sagen) treten weil er, mal abgesehen von dir selbst, am besten weiss wie so eine Situation zu bewältigen ist.
Viele Grüße
Me
PS: Den Anfang hast du mit deinem Hilferuf ja heute hinbekommen 
Motivation kommt mit Zielen.
Und eines fällt mir spontan beim Lesen Deiner Zeilen ein:
Wie wäre es mit Sprache lernen?
;o)
Es könnte allerdings auch so sein, dass Du unbewusst eigentlich gar nicht dahin wolltest, wo du nun bist - und weil Du gegen Deine eigenen Bedürfnisse gehandelt hast, stellst Du Dir (ohne es zu wissen?) ein Bein.
Eine eigentliche innerliche Weigerung, diesen Schritt zu tun, drückt sich nun in Antriebslosigkeit aus, jetzt aus der Situation etwas angenehmes zu machen. Kein Ziel, keine Motivation.
Magst Du das mal nachprüfen?!?
Nur mal so am Rande:
wenn Du Dir Gedanken über „Ziele“ machen solltest, bedenke bitte:
Es gibt 2 Arten von Zielen,
- positive, zu etwas hin. Die ziehen hervorragend und versorgen mit Energie und gutem Zustand.
-negative, von etwas weg. Etwas tun, um etwas anderes zu vermeiden. Geht auch, nimmt aber a priori die Freude und führt in schlechte Zustände. Solche Dinge tut man dann zwar, aber eher lustlos.
und:
Situationen sind immer nur Situationen. Wertneutral. Ihren Einfluß auf Dich (dein Denken, deine Gefühle) bekommen sie nur durch die Bewertung, die Du der Situation gibst.*
Manchmal macht es Sinn zu überprüfen, ob es nicht vorteilhaft sein könnte, die eine oder andere Situation anders zu bewerten?!? Ist oftmals nur eine Entscheidung.
*selbstverständlich gibt es Situationen, die eher dazu neigen, positiv bewertet zu werden und andere, die von Haus aus eher negativ bewertet werden. Das ändert aber nichts daran, dass man auch da die Wirkung solcher Situationen start beeinflussen kann ;o)
…
Gruß
Sopho
Hi Jessica,
ich kenne die Situation nur zu gut.
Ich bin nicht nur einmal mitgezogen.
-
Zwing dich.
Klingt blöd, ist aber so. Besuch den Sprachkurs.
Geh zu den Sportdates. Zwing dich, viele soziale
Kontakte zu knüpfen, hab feste Zeiten (für Sport -
also nicht: ich geh 3mal in der Woche ins Gym, sondern
verabrede dich mit Leuten). -
Versuch rauszufinden, ob dich was blockiert.
Mich hemmt der Berg Hausarbeit immer wieder, wichtigeres
zu tun. Damit muss man umgehen lernen. -
Bau dir ein System, wo du dir Rechenschaft ablegst.
Listen sind gut - aber organisier sie dir, dass sie
machbar sind und dass du dich selbst belohnst/bestrafst,
wenn du sie nicht einhälst.
Es ist unheimlich schwer sich ohne Ziel (und für wen
ist Haushalt allein schon ein Ziel) zu motivieren.
Vielleicht kann ich später noch mehr schreiben oder
mir fällt mehr Konkretes dazu ein.
Gruß
Elke
Hallo,
richtig schlimm wird so eine „unätigkeit“ wenn sie zur Gewohnheit
wird - man wird träge, motivationslos und die Zeit schleicht sich
zwischen den wenigen unbedeutenden Ereignissen davon.
Ich denke nicht dass du hier erwartest zu hören was du TUN sollst.
Sicher könnte man sinnvolle Tätigkeiten wie für’s Studium lernen,
Hobby suchen, Sprache lernen aufzählen. Aber das weisst du ja
wahrscheinlich eh schon, es fehlt dir nur der Antrieb und das ist,
denke ich, die entscheidende Frage die du stellen solltest: Warum
fehlt mir die Lust etwas zu tun?
Was hast du denn in deiner Heimat (anders) gemacht? Sind es die
fehlenden Freunde? Womit hast du dich vorher immer beschäftigt? Und
was hindert dich daran dort wieder anzusetzen? Was hattest du als ihr
den Umzug geplant habt für Ziele - du für dich und ihr gemeinsam als
Paar?
Es geht doch nicht darum die Zeit totzuschlagen, sondern darum
glücklich zu sein und den Tag kreativ zu leben.
Viel Kraft und viele Grüße
Schrittchen für Schrittchen
Hallo, Jessica!
Ich kenne sehr gut, was Du beschreibst:
Man weiß, dass man könnte, man sollte eigentlich und müsste sogar… und dann muss der (Leidens-) Druck oder die Lust und die Motivation oder alles zusammen so groß werden, dass man fast durchdreht, bevor wirklich etwas passiert.
Aber sei ohne Sorge: Dann passiert auch was, irgendwann tut man den ersten Schritt und dann noch einen und noch einen.
Ich glaube, man darf sich nur nicht zu viel auf einmal vornehmen. Dann ist die Erwartung so groß, dass man sie auf einmal gar nicht erfüllen kann, deshalb nehme ich mir Deinen Text jetzt mal „Schrittchen für Schrittchen“ vor:
nur alle 2
wochen fahre ich in meinem heimatort studieren.
Na, dann hast Du doch Inhalte, die zu bearbeiten sind! Wie ich Deiner Visitenkarte entnehmen kann, hast Du mit Kultur und Medien zu tun: Gibt es etwas Interessanteres? Wohl kaum (siehe meine Visitenkarte)!
Warum sich nicht Themen suchen und neue Felder beackern? Warum sich nicht zum Spaß ein Promotionsthema suchen und anfangen, zu recherchieren (zunächst mal egal, ob man es verwirklicht, es geht um den Ansatz und darum, dass man seine Leidenschaft für ein Thema entdeckt, das einem liegt)?
es gäbe rein theoretisch viel zu tun für mich, ich könnte die
viele freie zeit ohne nebenjob durchaus sinnvoll nutzen. aber:
es geht irgendwie nicht. ich schlafe ewig, dann häng ich nur
rum
Vor allem: mach Dir keine Selbstvorwürfe, die zermürben nur.
Es gibt Phasen, in denen man durchhängt, aber sie dienen manchmal dazu, neue Kraft zu sammeln. Es gilt dann, wenn man die Phase satt hat (und ich gehe davon aus, dass dies bei Dir der Fall ist), den kleinen ersten Schritt zu tun, zu dem man sich, zugegeben, manchmal ein bisschen zwingen und den inneren Schweinehund namens Trägheit überwinden muss.
und schreib bestenfalls listen mit den dingen, die ich tun
sollte
Diese Gewohnheit ist nicht die schlechteste: In meiner Küche hängt eine Tafel, auf der eifrig notiert wird und siehe da: Das wird auch peu à peu abgearbeitet. Solch eine Liste ist fein, denn wenn nur eine oder zwei Dinge darauf ausgestrichen sind, sieht man, dass etwas erledigt ist.
ich schaffe es kaum mehr, kontake zu halten weil mir
mails schreiben zu lange dauert oder zu anstrengend ist oder
was weiß ich.
Das ist der einzige Punkt, an dem Du sofort arbeiten musst: Kontakte zu Freunden schleifen zu lassen ist niemals gut. Koche Dir einen leckeren Tee, setze Dich an den Rechner und schreibe mal wieder eine Email. Oder nimm ein Blatt Papier, male eine kleine Blume darauf und schreibe einen Brief. Muss ja nicht lang sein!
die sprache
(noch) nicht spreche
Na dann bist Du doch dabei, sie zu lernen? Schon wieder ein schönes Projekt, siehst Du?
und beim sport kontakte knüpfen ist auch
nicht so leicht.
Warum nicht? Ist doch ein optimales Feld: gemeinsames Interesse, gemeinsame Tätigkeit: Los! Anquatschen, die Sportkollegen!
klappt irgendwie alles nicht so.
Wird schon!
obwohl ich nicht mal vor dem guten
alten deutschen fernsehen rumgammeln kann.
Nee, also da verpasst Du ganz sicher nichts!!!
strand, stadtspaziergang oder museum
Wie bitte? STRAND? Mach mich nur neidisch!
alleine alles nicht so der hit.
Das verstehe ich schon, einerseits, andererseits kann es sehr kontemplativ und intensiv sein, allein in ein Museum zu gehen oder „Wahrnehmungsspaziergänge“ durch die Stadt zu machen, schöne Ecken und geheime Orte zu entdecken. Und abends könntest Du Deinem Partner dann Spannendes von Deinen Eindrücken und Erlebnissen erzählen: Würde er sicherlich nicht schlecht staunen!
scheint so, als könnte ich mich nicht
beschäftigen.
Das ist tatsächlich ein Problem von vielen Menschen, aber ich denke, man muss sich nur die Quellen für die kleinen Anregungen suchen.
Es gibt sie in Deinem Fachbereich, in Deiner neuen Umgebung, in Deinen persönlichen Interessen oder auch hier, im Forum.
Du schreibst, dass Du in einer nahezu leeren Wohnung sitzt:
Ideen, die Höhle lebendiger zu gestalten, gibt es nun wirklich überall: Flohmarkt, Vorhänge aufhängen, ein altes Möbelstück restaurieren, Blumen hinstellen (wirken manchmal Wunder für die Stimmung), etwas Schönes kochen, Möbel rücken, gestalten, was auch immer, bringt schon einmal ein kleines Hochgefühl.
Liebe Jessica, ich glaube, das war die längste Antwort, die ich jemals in diesem Forum geschrieben habe und das hat seinen Grund.
Es sind die kleinen Schritte und die kleinen Dinge, die einen weiterbringen und erfreuen.
Ich wünsche Dir, dass Du bald aus Deiner momentanen Lethargie ausbrechen und zu neuen Ufern aufbrechen kannst und grüße Dich herzlich!
Lea
danke an alle, recht habt ihr
erstmal danke für die wirklich guten antworten! an alle.
alle gamchten vorschläge sin drichtig, doch sicher kennt ihr da ja: man findet immer irgendwie ausreden nicht wahr… aber ich weiß es ja selbst. sprache lernen ist ganz wichtig, und an sich schon ne aufgabe.
aber das eigentliche problem ist wahrscheinlich, danke sopho, dass ich eigentlich lieber zuause wäre bei meinen freunden, meinem alten nebenjob und dem normalen leben. nun, das lässt sich nicht mehr ändern:wink: und da muss ich wohl durch jetzt. aber es blockiert mich, stimmt, weil ich irgendwie auch trotzig bin und meinen freund dann auch für alles verantwortlich mache was so kommt. und er arbeitet so viel, das zum in den A… treten zwar noch zeit bleibt, aber wohl nicht genug.
ich sollte wohl aufhören rumzuheuelen und in selbstmitleid zu baden und es endlich anpacken. vielleicht klappt es ja, aber ab und zu hab ich dann einfach so´ne phasen wo ich mich allein und mutlos fühle. und ziele, naja, das war schon immer ein problem von mir. ich hatte noch nie wirklich welche. hm, ja, ist schon seltsam. sozial war ich immer, und kommunikation macht mich aus- nur hier ist das so schwer! sobald ich auf englisch antworte wenn mich jemand anspricht versiegt das gespräch. muss einfach die sprache lernen, aber das geht nur in den semesterferien… so viele hindernisse, so erscheint es mir jedenfalls.
ich würde gern den tag glücklich und kreativ erleben (danke chili) aber das hat bei mir auch zuhaus niemals geklappt, dass es hier in der fremde dann wohl schlimmer wird ist wohl klar…
und danke lea, für die ausführliche und motivierende antwort. aber es ist ja nicht so als ob ich das alles nicht wüsste… nur der antrieb fehlt mir, so viele hürden oder ausreden… es sind soviele kleinigkeiten die mir das leben hier eben so „schwer“ machen. weiß nicht, ob ich es bin oder wirklich die umstände. wahrscheinlich beides nicht?
jedenfalls haben mir eure antworten etwas auftrieb gegeben und heute lege ich mich einfach mal mit nem studienbuch an den strand! mal sehen.
DANKE!
Vorsicht, Falle:
mit
…aber das eigentliche problem ist wahrscheinlich,
dass ich eigentlich lieber zuhause wäre bei meinen freunden,…
und:
…trotzig bin und meinen freund dann auch für alles
verantwortlich mache was so kommt.
kannst Du (wissentlich oder unwissentlich) wunderbar dafür sorgen, dass Du auch wieder zuhause landest.
Du verstehst?!? 
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ich sollte wohl aufhören rumzuheulen und in selbstmitleid zu
baden und es endlich anpacken.
JAWOLL!
Eine hervorragende Entscheidung!
:o)
Ich wünsch Dir alles Gute