Hallo,
es ist nämlich gar nicht so, dass sie kaputt ist, ich benutze
sie der Schnelligkeit und Einfachheit halber gar nicht!
du selbst als Autor hast möglicherweise einen kleinen Zeitvorteil, aber alle Leser brauchen länger, um deine Frage zu lesen. Damit läufst du Gefahr, dass sie von manch einem nicht gelesen wird. Im ungünstigen Fall hast du also schnell eine Frage gestellt, die nicht (zufriedenstellend) beantwortet wird, statt geringfügig mehr Zeit aufgebracht zu haben, um eine Antwort zu erhalten.
Du bist dir der Existenz von Sätzen bewusst, bei denen die Kleinschreibung zu sinnentstellenden Vieldeutigkeiten führen kann, und vermeidest solche Konstruktionen? Machst du es deinen Lesern zum Vorwurf, wenn sie dich wegen dieser Vieldeutigkeit missverstehen?
Hast Du eigtl. Probleme englische Texte zu lesen?
Deutsch und Englisch sind zwei unterschiedliche Sprachen. Es ergibt keinen Sinn einzelne Charakteristika von der einen auf die andere zu übertragen. Die zu beantwortende Frage ist: was ist leichter zu lesen: Deutsch mit korrekter Groß- und Kleinschreibung oder ohne?
Andernfalls müsstest du dich ebenso fragen, warum du auf die Satzstellung achtest oder zwischen drei grammatischen Geschlechtern unterscheidest. Für beides finden sich mit Leichtigkeit Sprachen, in denen dies nicht erforderlich ist.
Die Singularität im Inneren eines Schwarzschild-Lochs befindet
sich weniger an einem festen Punkt im Raum, sondern eher in
der Zukunft. Egal in welche Richtung man sich bewegt, man
trifft auf die Singularität. Das newtonsche Bild mit der
punktförmigen Masse ist hier ein wenig irreführend.
Hm, also kann man mit den Konzepten Raum und Zeit trotzdem
arbeiten?
Ich lasse das Herman Minkowski beantworten:
„Meine Herren! Die Anschauungen über Raum und Zeit, die ich Ihnen entwickeln möchte, sind auf experimentell-physikalischem Boden erwachsen. Darin liegt ihre Stärke. Ihre Tendenz ist eine radikale. Von Stund’ an sollen Raum für sich und Zeit für sich zu Schatten herabsinken und nur noch eine Art Union der beiden soll Selbständigkeit bewahren.“
…will heißen: die vierdimensionale Raumzeit ist für sich ein sinnvolles Konzept, während ihre Aufteilung in Raum und Zeit vom Beobachter (bzw., um im Bild zu bleiben, dem Sonnenstand) abhängt.
Es gibt also ein ‚innerhalb des Schwarzschild-Radius
und, zugleich, vor der Singularität‘, sowohl räumlich als auch
zeitlich gesehen?
Ja, wenngleich es keinen räumlichen Abstand zur Singularität gibt. An jedem Punkt in dem kollabierenden Universum findet die Singularität irgendwann (in endlicher Zukunft) statt.
Da der Lichtkegel am Ereignishorizont kippt', passen von einem Standpunkt außen aus definierte Begriffe wie Radius’
oder Zeit' und damit vorne’ oder `hinten’ nicht mehr
wirklich. Da die Singularität wie gesagt in der Zukunft liegt,
gibt es keine Richtung, in der man sie sehen könnte, denn
sehen kann man nur Vergangenes.
Letzteres ist ja immer so. D.h. das interessante daran ist,
dass die Singularität für immer in der Zukunft sein/bleiben
wird?
Für jeden Beobachter im Inneren des Schwarzschild-Lochs ist die Singularität in der Zukunft, und die Zeit die bis dahin vergeht ist endlich. Sie ist also nur in dem Sinne für immer in der Zukunft', als es keinen Zeitpunkt danach gibt - nicht in dem Sinne, dass man sie nicht erleben’ könnte.
[In einer wirklich fundamentalen Theorie, die aber nicht bekannt ist, würde soetwas natürlich nicht auftreten. Hier könnte z.B. die Singularität durch eine Baby-Universum ersetzt werden - praktisch macht das aber nicht unbedingt einen Unterschied, wenn trotzdem vorher alles durch die Gezeitenkräfte zerrissen wird.]
Direkt am Ereignishorizont kann ich mir es noch ‚vorstellen‘.
Und es treffen ja dadurch auch noch Begriffe wie aussen und
innen zu. Zumindest von aussen. Wenn ich mich von aussen
gesehen innen befinde, haben dann diese Konzepte noch Sinn?
Von außen sieht man nicht nach Innen. Für den Beobachter außen erreicht ein Objekt, das in das Schwarze Loch fällt, nie den Ereignishorizont - es kommt dort praktisch zum stehen. Das von diesem ausgesandte Licht wir nur immer weiter rotverschoben, so dass man es irgendwann (sehr bald) nicht mehr sieht.
Da der Weg des Lichts stark
gekrümmt wird, sieht man entfernte Objekte nicht mehr
unbedingt in der Richtung, in der man sie erwarten würde.
Naja, das kennt ‚man‘ ja auch von ausserhalb des schwarzen
Loches. Implizit sagst Du damit, dass immerhin der Begriff
‚Richtung‘ (zeitl. und räuml.) innerhalb noch Sinn macht?
Lokal um einen Beobachter herum ist die Raumzeit immer näherungsweise `flach’, also so, wie wir sie aus unserem täglichen Leben kennen. Das ist ein Fundament der einsteinschen Gravitationstheorie. Wir haben also immer drei Raumrichtungen, in denen wir uns bewegen können.
Außerhalb des SL haben wir aber eine ausgezeichnete Richtung, nämlich zum SL hin und vom SL weg. Innen gibt es diese Unterscheidung nicht - egal in welche Richtung ich mich bewege, die Singularität ist ja schließlich überall.
Wenn dem so ist, was befindet sich dann innerhalb? Wenn alles
ins Loch stürzt, dabei den Ereignishorizont überschreitet,
dann muss es doch auch noch einen Weg bis zur ‚eigtl.‘
Singularität ‚gehen‘
Die Raumzeit setzt sich kontinuierlich über den Horizont fort. Vom Standpunkt eines hineinfallenden Beobachters, sieht der Horizont auch überhaupt nicht besonders aus.
(auch wenn dies, wieder aus o.g. Gründen,
unendlich dauert, da die S. immer i.d. Zukunft ist - wenn ich
Dich recht verstehe)?
Die Zeit bis zur Singularität ist endlich - es gibt nur danach keine Punkte mehr in der Raumzeit.
–
Philipp