Hi Stupsel,
ich habe eine sehr wilde und lebhafte Tochter (20 Monate).
dito, auch das Alter:wink:
Sie will lieber
laufen.
Kenn ich.
Prinzipiell finde ich das gut, aber sie geht überhaupt nicht
an der Hand, rennt gerne weg, hört nicht und kennt natürlich
noch nicht die Gefahr der Strassen – wir fahren ja auch immer
mit der Straßenbahn.
Dito.
Nun überlege ich, so eine Lauflern-Leine zu besorgen, damit
meine Kleine „gesichert“ laufen kann. Natürlich ist mir
bewußt, dass man schnell den Vergleich ziehen könnte, ich
würde mein Kind „wie ein Hund, mit dem man Gassi geht“
behandeln.
Deswegen wollte ich hier mal nachfragen, was Ihr so darüber
denkt.
Hm, Hund hin oder her, meinst Du denn das könnte funktionieren? Deine Kleine merkt sofort wie eingeengt sie ist und wird sich dies, wenn überhaupt, nur sehr bedingt gefallen lassen. Gerade wenn sie wild und lebhaft ist, wie Du schreibst.
Meine Vorschläge:
… dass ich mit meinem schlechten Rücken nicht so verkrampft
gebückt laufen müßte, wenn ich die Kleine festhalte,
Nimm sie auf den Arm, wenn es wirklich gefährlich wird (oder benutze für diese Situationen eine Tragehilfe, der Ergo Carrier ist für dieses Alter ganz gut geeignet);
wenn sie eh nicht in den KW möchte, laß den KW zu Hause, laß sie frei laufen und folge ihr bzw. laufe neben ihr auf der jeweils „gefährlichen“ Seite (Straße oder so)
… dass die Kleine frei laufen kann, ohne sich eingeengt zu
fühlen und
S. oben, m. E. kann sie ja nicht frei laufen, sondern spürt ständig die Leine.
… dass sie im Strassenverkehr und in anderen
„Stress“-Situationen sicher ist.
M. E. bewirkt dies das Gegenteil. Sofern sie die Leine überhaut akzeptiert, wird sie immer unsicherer werden. Denn sie wird merken, daß sie angeleint auf nichts achten muß, denn Du übernimmst ja die Führung. Das kann fatal werden, wenn sie dann wieder ohne Leine läuft.
Versuche möglichst „ungefährliche“ Wege zu nehmen, wenn Deine Kleine ein großes Lauf- und Tobebedürfnis hat. Erkläre ihr immer wieder, die wesentlichen Sachen (Straße überqueren nur mit der Mutter, Ampeln, Fahrradwege, wie sind sie gekennzeichnet, etc.) und laß ihr gleichzeitig möglichst viel Lauffreiheit. Thema Straßenbahnfahren, auch hier, laß sie selbst entdecken, daß sie umfällt, wenn die Straßenbahn bremst und sie sich nicht festhält, beim nächsten Mal wird sie daran denken.
Thema Abhauen, Du hast ja oben geschrieben „rennt gerne weg“: meine auch, aber sobald sie merkt ich komme nicht hinterher, kommt sie irgendwann wieder zurück. Es fällt schwer, aber sobald die Kinder merken, daß die Mama eh immer hinterher rennt, rennen sie weiter ohne sich umzuschauen und darauf zu achten wo sie überhaupt hinlaufen. Versuch mal stehenzubleiben und ihr zuzurufen, daß Du dort auf sie wartest. In der Fußgängerzone funktioniert das ganz gut, weniger an gut befahrenen Kreuzungen:wink: Du kannst ja heimlich sie verfolgen, aber laß Dich nicht sehen. Wenn Du das ein paar Mal machst, wirst Du sehen, daß sie nicht unendlich weit läuft (wie ich anfangs auch bei meiner dachte), sondern sich erstens den Weg fantastisch merkt und jederzeit zurückfindet und zweitens gar nicht so lange wegbleibt und sich immer wieder vergewissert, ob Du noch da bist, wo sie Dich das letzte Mal gesehen hat.
Auch im Kaufhaus funktioniert das. Laß ihr möglichst viel Freiheit, aber weise sie auf die wesentlichen Gefahren hin (z. B. Rolltreppe ist tabu alleine). Es ist unglaublich was für einen Orientierungssinn diese Kleinen haben, aber eben nur, wenn man ihnen auch die Freiheit läßt selbigen zu entwickeln.
Gutes Gelingen!
Liebe Grüße,
Christiane