Hallo tHORSTEN
mich beschäftigen folgende Fragen:
Das Leiden Jesu war zwar enorm, aber es stellt - glaube ich -
bei weitem nicht das Maximum möglichen menschlichen Leids dar.
nA JA, BIN MIR DESSEN NICHT SICHER. Zumindest ist mir kein
Mensch bekannt, der mehr leiden musste.
Leute, die in einem Krieg monate- oder jahrelang Angst
ertragen müssen, verstümmelt werden und mit ansehen müssen,
wie ihre Angehörigen verletzt oder umgebracht werden, leiden
mehr als Jesus litt. Es kommt nicht darauf an, ob man einen
Betroffenen kennt; man kann solche Schicksale als Tatsache
ansehen. Auch unsere moderne Zivilisation mit ihren
Auswucherungen bringt Leidenssituationen hervor, die über das
Leiden Jesu hinausgehen. Jahrelange seelische Folter kann
sogar schlimmer sein als körperliches Leid (Stichworte:
Mobbing, Existenzangst, Ausgrenzung).
Jesus hat auch seelische Folter ertragen. Ausserdem hat er alle Sünden der Welt getragen, dies als völlig Unschuldiger. Der Kreuzestod als letzter akt der Grausamkeit ist einer der allerschlimmsten, wenn nicht der schlimmste Tod. Diese Leid am Kreuz zu hangen und dazu noch alle Sünden zu tragen konnte nicht einmal der Film „die Passion“ darstellen.
So schrecklich dass von Dir erwähnte ist, zweifle, dass es noch schlimmer ist.
- Kann das Leiden Jesu (+ Auferstehung) ein Trost für
Menschen sein, die mehr leiden ?
Ja, da Jesus sündlos war und völlig unschuldig leiden musste.
BER DER TROST IST NUR EIN NEBENPRODUKT.
Nach dem Trost habe ich aber gefragt. Wer leidet, braucht den
Trost mehr als die religionsrechtliche Erlösungsgewißheit.
Die Erlösungsgeiwssheit mit dem Wissen, dass jesus dies auch mitgemacht hat, beinhaltet den Trost.
- Der starke und immer präsente Hinweis auf das Leiden Jesu
durch die christliche Religion - weist dieses in der Summe auf
das andauernde reale Leid in der Welt hin oder lenkt es eher
davon ab ?
Der STARKE Hinweis auf das Leiden Jesus ist typisch
katholisch, nicht allgemein christlich.
Dieses leid zeigt den Preis der für die Sünden eines JEDEN
EINZELNEN von uns bezahlt wurde, weshalb jeder der IHN
annimmt, frei vopn chuld ist, da ER als Unschuldiger die
Strafe der eigenen Sünde getragen hat.
Geht also primär gar nicht um das leiden dieser Welt.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob es
wirklich unmöglich sein soll, ohne Sünde zu bleiben.
Ist es
Ich würde
sagen, wenn jemand systematisch zu Dingen gedrängt oder
verführt wird, die vorher als Sünde definiert wurden, dann
begeht er keine Sünde, wohl aber die Veranstalter eines
solchen Systems.
Dann ist kaum jemand Sünder. Alle werden verführt und alle sagen irgendwann ja statt nein.
Jesus bleibt aber trotzdem wichtig, weil er
authentisch gehandelt hat. Den ständigen Hinweis, daß Jesus
vorab für unsere Sünden gestorben sein soll und uns dadurch
erlöst habe, empfinde ich als ranzig und nicht akzeptabel.
Wie wäre es, wenn es aber so ist?
Sein authentisches Handeln…
war nur möglich, weil er eben den Auftrag unsere Sünden zu tragen wahrnehmen wollte und hat.
Gruss
beat