wir behandeln im Unterricht zur Zeit das Thema Entwicklungspsychologie und werden in dem Zusammenhang auch über das Mädchen Genie reden! Vorab hätte ich aber sehr gerne schon ein paar Informationen, damit ich mich ausreichend darauf vorbereiten kann! Wer kann mir ein paar Seiten im I-Net oder ein passendes Buch empfehlen?! Über jede Hilfe bin ich sehr dankbar, da mich dieses Thema wirklich sehr interessiert, außerdem wird man außerordentlich zum Nachdenken angeregt!
hier ´mal das, was ich heute morgen zu dem Thema auftreiben konnte.
Genie wurde im April 1957 in Kalifornien geboren. Vom 4. bis 11. Monat wurde ihre Hüfte wegen eines angeborenen Defektes geschient. Sie erkrankte mit 14 Monaten so schwer, daß die Ärzte die Eltern auf die Gefahr einer Retardierung hinwiesen. Leider faßte der anscheinend psychisch gestörte Vater die Warnung als Tatsache auf und sperrte Genie in einen sehr kleinen Raum, in dem sie tagsüber und manchmal auch nachts auf einem Stuhl festgebunden wurde. Die übrige Zeit lag sie in einem Schlafsack in einem Kinderbett, das mit einem Drahtnetz auf allen Seiten und nach oben ausgestattet war. Ihre zunehmend erblindende Mutter gab ihr nur das Notwendigste und der Vater mißhandelte sie körperlich, wenn sie sie irgendeinen Laut von sich gab. Ihr Vater konnte Laute anscheinend grundsätzlich schlecht ertragen, denn er verbot im Haus auch Radio und Fernsehen. So redeten der Vater und auch der gesunde Bruder nicht ein Wort mit Genie, bellten sie aber manchmal wie Hunde an.
1970 wurde Genie befreit, war bis 1971 in einem Kinderkrankenhaus in Behandlung und lebte dann bei Pflegeeltern. Zum Zeitpunkt ihrer Befreiung war sie deutlich unterernährt und in der Entwicklung so zurückgeblieben, daß sie wie eine 6jährige wirkte (ca. 7 Jahre Entwicklungsrückstand). Genie konnte nicht aufrecht stehen, war unsauber und konnte keine feste Nahrung zu sich nehmen, weil sie bis dahin nur flüssig ernährt worden war. Laute gab sie nicht von sich, kein Lachen, kein Weinen.
In der Zeit nach der Befreiung konnten sich bei Genie einige Verhaltensweisen entwickeln, die sie in der Gefangenschaft nicht gezeigte. Auf dem sprachlichen Gebiet fing sie schnell von selbst an, einzelne Wörter zu sprechen. Sie erhielt gezielten Sprachunterricht, sobald ihr Sozialverhalten es zuließ. Allerdings lernte sie niemals eine Sprache zu sprechen, wie wir es tun, und sie blieb sozial gesehen weitgehend ein „wildes“ Kind.
Dieser Text ist eine Zusammenfassung einiger der Informationen in
Oerter, R. & Montada, L. (1998). Entwicklungspsychologie. Weinheim: Psychologie Verlags Union. Darin Kap. 15. ISBN: 3-621-27411-1 Buch anschauen
Die neueste Auflage dieses Buches stammt vom Oktober letzten Jahres und hat die ISBN: 3621274790 Buch anschauen.
Hallo Miss Melle,
die Geschichte von Genie wird von Russ Rymer in dem Buch „Das Wolfsmädchen“ gut beschrieben. Ich habe gerade mal bei amazon nachgesehen, dort kann man es auch z.Zt. noch bekommen.
ISBN3-455-11047-9
Hier kann man nachlesen, welche Experimente mit dem Kind gemacht worden sind, was erwartet und was eingetroffen ist. Natürlich geht es auch um einzelne persönliche oder staatlich/finanzielle Interessen. Genie kann am Ende zwar sprechen aber beherrscht nie die Grammatik.
Laut Klappentext hat Rymer glänzend recherchiert und eine Meisterleistung an Erzählung und Forschung vollbracht.
Schöne Grüße
Sabine
auf dieser Homepage (englischsprachig) findest Du viele Infos zum Thema, u.a. auch eine Liste mit den bisher dokumentierten Fällen: http://www.feralchildren.com/en/index.php