Hallo zusammen.
Ich habe hier folgendes Problem: Ich habe gestern mit meiner Deutschlehrerin diskutiert, ob in dem nachfolgenden Satz das klein oder groß geschrieben wird.
Satz folgt:
A = Artikel
K = Konjunktion
R = Relativpronomen
„Das(A) das , das® hier fehlt, ist das(A) Relativpronomen.“
Das das wäre ein Demonstrativpronomen, meint meine Deutschlehrerin, aber ich meine, dass es ein Substantiv ist, weil ja ein Artikel davor steht, und demzufolge muss es groß geschrieben werden. In dem Heft (CORNELSEN; Deutschstunden 9), aus dem der Satz stammt, steht dieses das klein, obwohl ein Artikel davorsteht. Kann irgendjemand helfen, der nicht nur spekuliert, sondern sich auch ganz sicher ist? Bitte um Antwort!
Vielen Dank im Voraus!
Diese Regel, liebe® frolic,
_Substantivischer Gebrauch anderer Wortarten
R49 Substantivisch gebrauchte Adverbien, Präpositionen (Verhältniswörter), Konjunktionen (Bindewörter) und Interjektionen (Ausrufewörter) werden großgeschrieben.
das Drum und Dran, das Auf und Nieder, das Wenn und Aber, das Weh und Ach, das Ja und Nein, nach vielem Hin und Her, im Voraus
Bei mehrteiligen substantivierten Konjunktionen, die mit einem Bindestrich verbunden werden, wird nur das erste Wort großgeschrieben.
das Entweder-oder, das Als-ob
© Dudenverlag._
gibt dir Recht. Auch wenn hier die Artikel nicht eigens erwähnt sind.
Gruß Fritz
Vielen Dank!
Das sehe ich anders, lieber Fritz (ja, hallo erstmal)…
Wenn Du natürlich im Duden unter „Substantivischer Gebrauch…“ nachsiehst, ist natürlich klar, daß Du auf Großschreibung stoßen mußt. Insofern ist Dein Vorgehen methodisch nicht ganz einwandfrei. Ich sehe das ein wenig anders. Ich würde das „das“ nämlich in Anführungszeichen setzen und klein schreiben. In bestimmten Zusammenhängen darf man das nämlich auch. Ein Beispiel:
Und nicht:
Einwände?
Gruß
Aia
Oh, Aia,
du entwickelst dich zu einem Dorn in meinem Fleisch.
Insofern ist Dein Vorgehen
methodisch nicht ganz einwandfrei.
Ja, wo würdest du denn nachschlagen, wenn es um Großscheibung von Artikeln geht?
Ich sehe das ein wenig anders.
Ich hätte mich gewundert, wenn nicht!
Ich würde das „das“ nämlich in Anführungszeichen
setzen und klein schreiben.
Das war aber nicht das gestellte Problem.
Mit Anführungszeichen sieht das doch wohl anders aus.
In bestimmten Zusammenhängen darf
man das nämlich auch. Ein Beispiel:Und nicht:
Einwände?
Nein, dagegen ist auch nichts zu sagen.
An meiner Argumentation könnte ich nur kritisieren, dass ich in Analogie zu: „das Ja und Nein, das Wie und Was, das Ob, das Hier und Heute, eine Sechs, das In-den-Tag-hinein-Leben, das Gewollte, im Voraus usw.“ auch „das Das“ erschlossen habe.
Es gibt aber noch den Passus: Es gibt zahlreiche Fälle, wo Zweifel auftreten können, ob ein Wort als Substantiv gebraucht wird oder nicht.
Wenn ich aber die Zweifelfälle betrachte, die dann aufgeführt werden, scheint mir in dem Beispiel, das diese Diskussion eröffnete, das Das als Substantiv zu verstehen zu sein.
Im Zweifelsfall würde ich aber auch die „Gänsefüßchenlösung“ vorziehen, denn ich habe in den Grammatiken keine eindeutige Lösung des Problems gefunden.
Was ist mit den bei mir rumliegenden Dudenbänden? Sollen die nun doch hier bleiben?
Gruß Fritz
Also, lieber Fritz,
scheint es mal wieder an der Fragestellung und unser beider unterschiedlicher Interpretation derselben zu liegen. Wenn Du doch auch nach eigenem Bekunden vorziehst, warum dann nicht dem Fragesteller dieselbe empfehlen? Denn ein Zweifelsfall scheint ja in der Tat vorzuliegen. Das gestellte Problem lag doch nicht darin, daß der Fragesteller eine gänsefüßchenfreie Lösung suchte. Er wollte wissen, wie man das „das“ in dem von ihm zitierten Satz schreibt. Und da lautet die Antwort m.E.: „das“!
(So viel zu Deinem Satz:
Das war aber nicht das gestellte Problem.
War es eben doch.
Jetzt aber mal was anderes. Ich zermartere mir seit heute früh um fünf (in Worten: fünf, denn da hat unser blöder Kater randaliert) das Hirn, in welchem Zusammenhang man denn „das“ schreiben würde. Mir fällt kein einziger Beispielsatz ein. Deshalb behaupte ich jetzt mal ganz vorsichtig, daß man den Artikel gar nicht substantivieren kann. Das ist aber reine Theorie, und ich werfe sie beim erstbesten plausiblen Gegenbeispiel sofort über den Haufen. Versprochen. Ist das ein Angebot?
Viele Grüße
Aia
Das gestellte Problem lag doch nicht darin, daß der
Fragesteller eine gänsefüßchenfreie
Lösung suchte. Er wollte wissen, wie man das „das“ in dem von
ihm zitierten Satz schreibt. Und da lautet die Antwort m.E.:
„das“!
Das Problem, was ich habe, ist eigentlich schon das, wie das das OHNE Gänsefüßchen geschrieben wird.
Sonst könnte man ja bei jedem substantiviertem Wort sagen, man schreibt es in Anführungszeichen, weil man nicht weiß, ob klein oder groß.
mfg
frolic
Es hilft nichts, frolic,
du musst dich an die Mannheimer Dudenredaktion direkt wenden und die fragen, ob man den Artikel substantivieren kann oder nicht.
Fritz
Widerruf
Hallo, frolic,
als ich für Großschreibung plädierte, beachtete ich bloß die Systematik, nahm aber keine Rücksicht auf Gebrauch und Bedeutung.
Aias Einwand und weitere Forschungen bringen mich nun zu Einsicht:
Artikel und Relativpronomen sind generell nicht substantivierbar.
Mir fehlen noch ein paar Belege, dann werde ich noch einmal ausfühlicher referieren.
Sorry!
Gruß
Fritz