Das Sichabfinden (mit etwas)

Hallo!
Bin bei dict.cc unter „acceptance“ auf diesen Übersetzungsvorschlag gestoßen. Duden sagt, Sichabfinden als Substantiv gibt es nicht. Ich will denen bei dict.cc nicht an den Wagen fahren, ohne mich vergewissert zu haben, dass ihnen wirklich ein Schnitzer unterlaufen ist.
Gruß,
Eva

Servus,

wenn man sich anschaut, wer das Wort als Substantiv in dieser Schreibweise verwendet, entsteht der Eindruck, es gäbe es, aber eben selten.

Unter anderem führt dieses Wort übrigens auch ein „richtiges Lexikon“:

https://de.pons.com/übersetzung/deutsch-französisch/Sichabfinden

Schöne Grüße

MM

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Hallo,

… aber Sichausweinen offenbar schon (mit Verweis auf Rechtschreibregel D 82; siehe auch D 27) – einen signifikanten Unterschied zur Wortbildung ‚Sichabfinden‘ kann ich da nicht erkennen.

Gruß
Kreszenz

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Nein, das sagt der Duden nicht. Er trifft keinerlei aussage darüber, ob es das Wort gibt oder nicht.

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Tja, ich habe das hier eben so verstanden. Vielleicht hätte ich anders formulieren sollen: „… dass es dieses Wort im Duden nicht gibt“. Verlagsseits wird man oft dazu angehalten, sich nach dem Duden zu richten, obwohl ich mir in literarischen Texten durchaus einige „dichterische Freiheiten“ genehmige
Gruß,
Eva

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https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Verlagsseits

Übersetzungsvorschlag

https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Übersetzungsvorschlag

Man verwendet permanent Wörter, die es im Duden nicht gibt. Unter anderem solche, die regulär nach Wortbildungsregeln gebildet werden und keine Lexikalisierung vorliegt.

https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Bundespressekonferenz
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Panzerlieferung
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Handballprofi

Das Sichabfinden ist nun genau das: Eine regulär nach Wortbildungsregeln gebildete Form, die nicht lexikalisiert ist. Also auch kein Grund für ein Lexikon, sie aufzunehmen. Und dieses „Das Wort steht nicht im Duden, das Wort gibt es nicht“ ist einfach nur dumm, dumm, dumm. Nenne mir den Verlag, ich werde mir von denen keine Bücher mehr kaufen, weil sie offensichtlich von Sprache keine Ahnung haben.

Beste Grüße,
Max

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Hallo Eva,

Du kannst doch aber jedes beliebige Verb substantivieren?
Ich finde „das Sichabfinden“ stilistisch nicht besonders schön, aber das kommt dann auf den Satzbau und die Verwendung an.

Viele Grüße,
Jule

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Vielen Dank :+1:

Vielleicht könnten wir die Kirche im Dorf lassen.
Gruß,
Eva

Hallo, Jule!
Ich hatte es schon hingeschrieben - es klang an der Stelle so schön nach Kopfhängenlassen :slight_smile: -, dann wurde ich plötzlich unsicher und wollte lieber auf Nummer Sicher gehen.
Gruß,
Eva

Du doch nicht. Dein Verlag.

Nein, das ist eines der Themen, die mich als Profischreiber und Germanist seit 25 Jahren auf die Palme bringen. Das andere sind Fugenelemente.

Ich habe diese Diskussion schon so oft geführt, dass ich mittlerweile schwer traumatisiert bin. :slight_smile:

Beste Grüße,
Max

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:slight_smile:

Beste Grüße,
Max

… womit möglicherweise nicht nur das Wörterbuch gemeint ist, sondern auch z. B. die Rubrik Sprachwissen:

„… die Frage, was man mit einem Reflexivpronomen anfängt. Gehört das zum substantivierten Infinitiv dazu oder nicht? Tja, es kommt darauf an. Um das Verständnis zu erleichtern, sollten Sie das Reflexivpronomen nach Möglichkeit mit hinzunehmen, also: das Sichaussprechen, das Sich-immer-wieder-Freuen.

oder
Duden - Richtiges und gutes Deutsch:

„Substantivierte Infinitive mit vorangehender Bestimmung werden groß- und zusammengeschrieben: das Sichverlieben, das allmähliche Sichzusammenballen der Gruppenaggression

oder
Duden - Die Grammatik:

„Bei der okkasionellen Konversion reflexiver Verben bzw. reflexiver Verbvarianten wird das Pronomen sich zur Sicherung der semantischen Klarheit meist beibehalten: der Wille zum Sichbetätigen (G. Schirmer), Impulse zum Sichdurchschlagen (taz 2004), Zeit zum Sichgewöhnen (taz 2004), Sichfestlesen (Zeit 2003), Sichbesinnen (H. Kant).
Neben der Zusammenschreibung ist auch Bindestrichschreibung möglich.“

Gruß
Kreszenz

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Okay, ich war nicht sorgfältig genug. Werde mich bessern
Gruß,
Eva