Das Sozialamt und wie man NICHT davon wegkommt

Hallo allerseits

erst muss ich euch einfach etwas erzählen, was mir auf dem Herzen liegt, unter Umständen könnte das für euch interessant sein.
Meine Freundin (33, 2 Kinder, keine Ausbildung) war bis vor kurzem Sozialhilfeempfängerin. Ich selbst hatte bis vor kurzem nur einen 450 € Job, bin aber dankbar das ich überhaupt einen Job hatte. Jetzt sind es 400 €, steht aber noch nicht so ganz fest, da ich noch in Verhandlungen mit meinem Chef stehe (wird also hoffentlich mehr). Aber ich kalkuliere jetzt mal mit 450 €, dann kann ich euch die Situation besser schildern.
Wir haben uns dazu entschlossen, möglichst schnell vom Sozialamt wegzukommen (ein guter Vorsatz, meiner Meinung nach).
Meine Freundin hat mittlerweile einen 400 € Job. Das man nicht versichert ist für 400 € ist klar. Also, im Endeffekt bleiben 285 € über. Für die Kinder müssen wir weiter Sozialhilfe beziehen, ansonsten reicht das Geld überhaupt nicht. Also, im Endeffekt haben wir knappe 700 Euro über, zuzügl. Kindergeld für die 2 Kinder und die Sozialhilfe für 2 Kinder. Von meinen Eltern bekomme ich Gott sei Dank auch noch Zuschüsse, ansonsten müßten wir uns wohl oder übel beide beim Amt anmelden (wäre für mich dann das erste Mal beim Sozi, und ich WILL DA NICHT HIN !).
Jetzt zum interessanten Teil : Meine Freundin hat sich also abgemeldet beim Sozialamt, und kostet den Staat so ca. 650 € weniger. Da unser Geld aber verdammt knapp ist, sind wir ins Wohngeldamt getigert. Die nette Sachbearbeiterin : Ja, ich habe das gerade mal durchgerechnet. Sie sind ja weit unter Sozialhilfeniveau ! So können wir Ihnen aber kein Wohngeld geben, gehen Sie zum Sozialamt und melden sie sich beide an !
Lustig, oder ?!? Aber der Hammer kommt erst noch. Das Sozialamt hat uns als Bedingung gesetzt, dass wir Wohngeld beantragen. Geht aber nicht, da wir ja unter dem Niveau sind ! Die Sozialarbeiterin dazu : Ja, entweder lassen Sie sich was einfallen, oder sie melden sich eben beide an !
Hä ?!? Wir wollen doch weg vom Sozialamt ??? Warum soll wir uns denn jetzt beide anmelden… Sonderbare Bearbeitungsmoral, oder ? Denkt ihr nicht auch ?

Falls euch die Lösung meines Problems interessiert, hier ist sie. Ich habe beim Ausfüllen des Wohngeldantrages gelogen. Gebe ich ganz offen zu. Aber : Ich habe NACH OBEN gelogen. Ich habe einen Bezug von meinen Eltern von 400 € angegeben (in Wirklichkeit sind es vielleicht 100 €), damit wir auf Sozialhilfeniveau sind und Wohngeld beziehen können. Jetzt ist es raus, ich habe den Staat belogen, damit ich WENIGER Geld von ihm beziehe. Interessant, das so etwas überhaupt nötig ist, oder ?

Meine Frage : Warum sind Ämter auf’s sparen aus, wollen aber lieber das man mehr kostet als man selbst will ?!?

Ich hoffe ich habs ins richtige Forum geschrieben und euch die Situation vernünftig geschildert.

Hallo,

soviel ich weiss, besteht beim Bezug von Sozialhilfe automatisch ein Anspruch auf Wohngeld.

Daher ist es für das Wohnungsamt sehr einfach, den Antrag zu bewilligen, wenn entsprechende Nachweise über den Bezug von Sozialhilfe beigebracht werden.

Anders ist es für eine Behörde nicht logisch: Person A erfüllt die Anspruchsvoraussetzungen für Sozialhilfe und beantragt sie nicht, wohl aber Wohngeld ? Das gibt es in der Behördenlogik nicht.

Allerdings ist dieses Phänomen gar nicht so selten. Sozialhilfe wird ab und zu dann nicht in Anspruch genommen, wenn dann Kinder für die Eltern zahlen müssten. Oft sind die Eltern (andere Generation eben) zu stolz, die Kinder in Anspruch zu nehmen.

Man müsste mal das Wohngeldgesetz durchsehen. Meist steht da so ein Passus: „Wenn der Antragsteller zum Zeitpunkt der Antragstellung Sozialhilfe nach §§ XYZ bezieht … hat er Anspruch aus Wohngeld“

Wichtig ist: „zum Zeitpunkt der Antragstellung bezieht“ oder ob da steht „zum Zeitpunkt der Antragstellung die Voraussetzungen für die Gewährung von Sozialhilfe erfüllt“ !

Exotische Lösung: Sozialhilfe beantragen, mit dem Bewilligungsbescheid Wohngeld beantragen, auf Sozialhilfe verzichten. Ergibt ein Jahr Wohngeld.

Gruss

Andreas

Ja, neee… ich hab das Wohngeld ja auch so beantragt bekommen. Im Oktober, dauern würde es um die 10 - 12 Wochen. Eigentlich auch lustig, Leute die auf das Wohngeld angewiesen sind und es SOFORT brauchen haben da wohl Pech gehabt ???
Auf alle Fälle finde ich es schon interessant, dass man von einem Amt ins andere geschoben wird. Wenn man sich doch selbst dafür entscheidet, weniger vom Staat beziehen zu wollen (schon irgendwie aus Stolz, muss ich zugeben), dann sollten sich die Ämter doch eher die Hände reiben und glücklich sein, statt den Weg so steinig zu gestalten, oder ?
Ich habe eben meinen Stolz, und meine Freundin hat diesen Stolz auch, aber mit 2 Kindern und ohne Mann, der Alimente zahlt, ist es eben nicht so leicht, über die Runden zu kommen. Naja, jetzt ist zumindest der erste Schritt getan :smile:.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, Maik,

danach hast Du zwar nicht gefragt, aber vielleicht hilft Dir mein Tipp doch weiter:

Sin die Kinder Deiner Freundin unter 12 Jahre alt? Hat sie beim Jugendamt einen Antrag auf Unterhaltsvorschusss gezahlt (weil der leibl. Vater der Kinder keine Alimente zahlt?)
Ingeborg

Der Unterhalt wird vom Sozialamt in vorm von Sozialhilfe für die Kinder bezahlt. Das Jugendamt bezahlt max. 7 Jahre lang Unterhalt. Trotzdem danke für die Info :smile:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]