Hallo zusammen,
Hinter diesem alles andere als euphemistisch klingendem Titel, verbirgt sich eine Frage die ich mir seit geraumer Zeit stelle:
Weshalb verspüren wir manchmal das Verlangen einige Leute mit denen wir in Kontakt stehen für bestimmte Eigenschaften zu verachten und uns über besagte Leute aufzuregen? Ich glaube nämlich dass wir manchmal gar nicht überlegen warum wir das tun. Wir regen uns nicht auf, weil wir eine bestimmte Sache an der Person „hassen“, sondern der Hass kommt zuerst und dann rechtfertigen wir ihn nachträglich. Versteht ihr was ich damit zu sagen versuche? Ich frag mich wo dieser Impuls herkommt.
Eine Begründung wäre vielleicht dass die Dummheit die wir bei anderen sehen erhebend auf das eigene Gemüt wirkt. Aber das kann ja nicht bei allen der Grund sein. Wisst ihr mögliche Begründungen?
Gruß,
Christian
Projektion unserer eigenen Unzulänglichkeiten o.w.
…
Hallo,
einige Gründe:
- Mangel an Toleranz
- eigene Minderwertigkeitsgefühle
- sich den anderen überlegen fühlen wollen
- sich selbst in ein besseres Licht setzen wollen
- den anderen nieder machen wollen
- eigene Verletzungen psychischer Art rächen zu wollen
- seine eigenen Fehler auf andere projizieren (wurde schon erwähnt)
- der andere zeigt die gleichen Schwächen/Fehler wie man selbst - Spiegelung
- man liebt die Menschen allgemein nicht und sucht nach Fehlern
- oder schlicht und einfach unverbesserliche Meckeritis
und es gibt sicher noch vieles mehr…
Der Hass kommt nach meinem Empfinden danach, wenn man meint genug gefunden zu haben, was einem an dem anderen nicht gefällt.
Gruß,
p+p
Hallo,
zuerst mal würde ich sagen, daß zuerst das ungute Gefühl kommt ( Hass würde ich als extremes Gefühl bezeichnen und was sicher mal so schnell nicht kommt!) und dann die Reaktion folgt, daß man sich über einen anderen aufregt!
Wir sind nicht alle Mönche
und damit ist empfundenes abwertendes Verhalten einem Menschen gegenüber doch eine „recht normale“ Schutzreaktion um sich selber wieder besser zu fühlen.
Keiner möchte sich minderwertiger fühlen und es gehört schon eine gute Portion Reflektion dazu, daß man das eigene sich-schlecht-fühlen erkennt- auch wo es einen genau trifft…und dann den anderen stehen zu lassen- so wie er ist.
Und sicherlich ist der Schritt- den anderen dann nciht in sich (oder vor anderen ) abzuwerten gar nicht so einfach…
kitty
Ganz normale Abneigung
Hallo,
ich glaube die meisten von uns, ich eingeschlossen, können die meisten unserer Mitmenschen nicht leiden.
Diese Feststellung klingt drastisch und wurde auch schon bezweifelt, als ich sie z.B. in einer Bar aussprach. „Gut“, sagte ich zum Zweifler, „sieh dich bitte einmal um und schau dir die Leute an. Mit wem würdest du dich gerne mindestens 5 Minuten lang unterhalten?“ Mein Gegenüber ließ seinen Blick schweifen und gab dann zu: „Mit Niemandem.“
Ja, so sieht es aus. Eine grundsätzliche Sympathie bringen wir nur einer sehr kleinen Gruppe Fremder entgegen. Diese sind solche, die der selben sozialen Schicht angehören wie wir selbst und uns in bestimmten, schwer festzulegenden, Eigenschaften ähnlich sind. Davon gibt es natürlich Ausnahmen. Auch wenn wir auf Reisen sind, sind wir, je nach Gemüt, auch ganz anderen Gruppen gegenüber freundlich gestimmt.
Woher kommt diese Abneigung? Ich finde die von anderen gegebenen Erklärungen unnötig. Wir sind einfach so konstruiert, dass wir die meisten Kunstwerke, die meisten Speisen, die meiste Musik, die meisten Orte, die meisten Wetterlagen, die meisten Situationen, die meisten Fernsehsendungen usw. nicht mögen.
Hier mag jemand einwenden, dass er sehr wohl die meisten Speisen und die meiste Musik mag, aber der sollte dann prüfen, auf welch eingeschränktes Spektrum er sich bezieht. Wie stünde es denn mit afrikanischen Gerichten und fernöstlicher Musik?
Wenn wir also gegen so Vieles eine Abneigung haben, warum sollten wir dann ausgerechnet die Menschen mögen?
Tychi
Hallo,
ich glaube die meisten von uns, ich eingeschlossen, können
die meisten unserer Mitmenschen nicht leiden.
Könnte es nicht einfach so sein, daß uns die meisten Mitmenschen eher gleichgültig sind? Und das nur auf jene nicht zutrifft, die wir sympathisch finden oder lieben?
Diese Feststellung klingt drastisch und wurde auch schon
bezweifelt, als ich sie z.B. in einer Bar aussprach. „Gut“,
sagte ich zum Zweifler, „sieh dich bitte einmal um und schau
dir die Leute an. Mit wem würdest du dich gerne mindestens 5
Minuten lang unterhalten?“ Mein Gegenüber ließ seinen Blick
schweifen und gab dann zu: „Mit Niemandem.“
Auch bei dieser Antwort, würde ich eher darauf tippen, daß uns solche Menschen gleichgültig sind oder uns als uninteressant vorkommen, das aber nicht als Abneigung bezeichnen - dazu mußte man erst mal mehr über diese Menschen wissen. Ein Eindruck, der sich durch ein 5-minütiges Gespräch sehr schnell ändern könnte. Ich habe immer wieder feststellen können, daß man bei so ziemlich jedem Menschen einen sehr interessanten und oft auch angenehmen Kern finden kann, wenn man sich mit Empathie auf ein intensives Gespräch einläßt.
Es gibt meiner Erfahrung nach auch nur sehr wenige, vereinzelte Fälle, bei denen wir einen Menschen sofort als unsympathisch empfinden, eine spontane erste, intuitive Reaktion, die sich dann im weiteren Verlauf als gerechtfertigt erweisen kann.
Die Schattierungen zwischen sympathisch und unsympathisch sind zahlreich und haben eine große Bandbreite. Daher sollte man jedem Menschen eine Chance geben, seine bessere Seite aufscheinen zu lassen, wenn wir das nicht tun, verpassen wir nicht nur viele erfreulichen Momente, sondern verarmen auch selbst, weil wir Anregungen von außen nicht annehmen.
Gruß,
p+p
Hallo!
das aber nicht als Abneigung
bezeichnen - dazu mußte man erst mal mehr über diese Menschen
wissen
Nein, ich sehe das genau anders. Gerade diese vorrationalen, fast unterbewussten Gefühle wie „Abneigung“ oder „Symphatie“ entstehen im ersten Augenblick. Da das aber gesellschaftlich verpönt ist, jemanden nicht zu mögen, den man nicht kennt, muss das Gefühl rationalisiert werden. Natürlich kommt es gelegentlich auch dazu, daß der erste Eindruck revidiert wird - aber nichtsdestotrotz haben wir schon in den ersten Sekunden ein klares Bild unserer Gefühle dem anderen gegenüber.
Es gibt meiner Erfahrung nach auch nur sehr wenige,
vereinzelte Fälle, bei denen wir einen Menschen sofort als
unsympathisch empfinden, eine spontane erste, intuitive
Reaktion, die sich dann im weiteren Verlauf als gerechtfertigt
erweisen kann.
Ja und nein. Der weitere Verlauf kann durch den ersten Eindruck derart beeinflusst sein, daß wir nur das sehen wollen, was den ersten Eindruck bestätigt. Aber auch das ist keine Regel. Oft hat die Intuition auch recht gehabt.
Daher sollte
man jedem Menschen eine Chance geben
Ja, aber man sollte seine ersten Gefühle nicht völlig ignorieren, sondern ihnen auf den Grund geben - denn das Gefühl HAT einen Grund. Der kann belanglos sein, aber auch sehr ernst.
Gruß,
Max
Hallo!
das aber nicht als Abneigung
bezeichnen - dazu mußte man erst mal mehr über diese Menschen
wissen
Nein, ich sehe das genau anders. Gerade diese vorrationalen,
fast unterbewussten Gefühle wie „Abneigung“ oder „Symphatie“
entstehen im ersten Augenblick. Da das aber gesellschaftlich
verpönt ist, jemanden nicht zu mögen, den man nicht kennt,
muss das Gefühl rationalisiert werden. Natürlich kommt es
gelegentlich auch dazu, daß der erste Eindruck revidiert wird
- aber nichtsdestotrotz haben wir schon in den ersten Sekunden
ein klares Bild unserer Gefühle dem anderen gegenüber.
Da stimme ich dir generell zu. Im UP bezog sich diese Abneigung offenbar gleich auf eine ganze Gruppe, wobei die Personen dem Gefragten unbekannt waren. In dem Zusammenhang erscheint mir die Ablehnung mit einem davon 5 Minuten sprechen zu sollen, eher nicht auf Abneigung hinzudeuten, sondern daran kein Interesse zu haben.
Es gibt meiner Erfahrung nach auch nur sehr wenige,
vereinzelte Fälle, bei denen wir einen Menschen sofort als
unsympathisch empfinden, eine spontane erste, intuitive
Reaktion, die sich dann im weiteren Verlauf als gerechtfertigt
erweisen kann.
Ja und nein. Der weitere Verlauf kann durch den ersten
Eindruck derart beeinflusst sein, daß wir nur das sehen
wollen, was den ersten Eindruck bestätigt. Aber auch das ist
keine Regel. Oft hat die Intuition auch recht gehabt.
Auch hier stimme ich dir zu. Denke aber, daß es da viele Abstufungen von Ablehnung oder Abneigung usw. gibt. Man kann sie als sehr stark empfinden oder nur schwach. Und das kann sich natürlich auch als richtig bestätigen.
Daher sollte
man jedem Menschen eine Chance geben
Ja, aber man sollte seine ersten Gefühle nicht völlig
ignorieren, sondern ihnen auf den Grund geben - denn das
Gefühl HAT einen Grund. Der kann belanglos sein, aber auch
sehr ernst.
Auch hier stimme ich dir voll und ganz zu. Unsere Intuition kann ein ausgezeichneter Hinweis oder gar Warmung sein.
Gruß,
p+p