Das Wandern ist der Christa(s) Lust

Hallo ihr Lieben,

ich gestalte gerade ein Fotoalbum für meine Oma, was ich mit einigen Texten verzieren möchte.
Auf einer Seite sind viele Wanderfotos, weshalb ich gerne -abgeleitet von „Das Wandern ist des Müllers Lust“- den Text „Das Wandern ist der Christa Lust“ schreiben möchte. Mein Freund behauptet, dass auf jeden Fall ein s an das Christa muss.
Hat er Recht?
Für eure Antworten schon jetzt meinen herzlichen Dank.

Schönes Wochenende und liebe Grüße,

Sarah

Hallo. Nein, „der Christa Lust“ ist korrekt. Ein s müsse hin, wenn es heissen würde „ist Christas Lust“. Bei Männern müsste das s hin: “ist des Peters Lust". Gruss, Frank

Hallo Frank,

danke für deine schnelle Antwort.
Kannst du es auch grammatikalisch erklären?
Geht es einfach nur darum, dass man „Wessen“ Lust fragt? Und dann antwortet: Die Lust der Christa / Die Lust des Peters?
Und ändert dann die Satzstellung nichts daran?

Viele liebe Grüße

Sarah

Gerne geschehen!

Geht es einfach nur darum, dass man „Wessen“ Lust fragt? Und
dann antwortet: Die Lust der Christa / Die Lust des Peters?

Genau, es geht um den Genitiv. Die Satzstellung ändern nichts daran, solang sich durch die Umstellung der Genitiv nicht ebenfalls verändert. Und die gemeinsame Lust der Christa und des Peters wäre dann „die Lust der beiden“ :smile: Gruss,
Frank

Hallo Frank,

vielen Dank nochmal.
Dann weiß ich ja jetzt Bescheid :wink:

Hallo.

Bei Männern müsste
das s hin: “ist des Peters Lust".

Wieso das denn? Die Regel lautet:
Personennamen mit Artikel oder Pronomen werden im Singular endungslos dekliniert.
Im Plural kann das mitunter anders sein. Aber die männlichen Vornamen auf -el/-en/-er erhalten auch im Plural keine Endung.
Schönen Gruß!
H.

Hallo Hannes,
gilt diese Regel denn auch im genitiv?
Kannst du mir einen Tipp geben, wo ich das im Netz nachlesen kann?
Vom Sprachgefühl hätte ich jetzt auch gedacht, dass Peters richtig ist, weil es ja auch Müllers heißt.
Du bist dann aber auch der Meinung, dass sich bei Christa nichts ändert, richtig?

Hallo!

gilt diese Regel denn auch im genitiv?

Christas/Peters (ohne Artikel),
der Christa / des Peter (mit Artikel).

Kannst du mir einen Tipp geben, wo ich das im Netz nachlesen
kann?

Kann ich leider nicht. Das wird aber sicher noch jemand beisteuern.
Ich weiß es halt aus den Sprachbüchern für den Deutschunterricht.
Gruß!
H.

Wieso das denn? Die Regel lautet:
Personennamen mit Artikel oder Pronomen werden im Singular
endungslos dekliniert.
Im Plural kann das mitunter anders sein. Aber die männlichen
Vornamen auf -el/-en/-er erhalten auch im Plural keine Endung.

Hmm, ich zweifle. Schau mal hier: http://deutsch.lingo4u.de/grammatik/deklination/genitiv

„Bei Eigennamen kann die Genitiv-Form auch vorangestellt werden. Das Nomen hat dann die Endung s (bzw. einen Apostroph, wenn das Nomen auf s, ß, x, z endet)“

Hi!

„Bei Eigennamen kann die Genitiv-Form auch vorangestellt
werden. Das Nomen hat dann die Endung s (bzw. einen Apostroph,
wenn das Nomen auf s, ß, x, z endet)“

Klar doch! Da handelt es sich um Namen OHNE Artikel.
Meine Berichtigung bezog sich aber auf Personennamen MIT Artikel.
Habe ich dazu ein Beispiel in deinem Link übersehen?
H.

Hallo!

Bei Männern müsste
das s hin: “ist des Peters Lust".

Wieso das denn? Die Regel lautet:
Personennamen mit Artikel oder Pronomen werden im Singular
endungslos dekliniert.

Nein, nicht in dieser vorangestellten Version - und das gilt mit und ohne Artikel. Nachzulesen Duden 9, Seite 698 ganz unten.

Gruß,
Max

Hallo!

Ich weiß es halt aus den Sprachbüchern für den
Deutschunterricht.

Dann steht da was falsches. :smile: Sowohl der 9er Duden als auch die Duden-Grammatik (Abschnitte 311/312) erlauben die Flexionsendung bei vorangestelltem Genitiv und Artikel.

gruß,
Max

Sowohl der 9er Duden als auch
die Duden-Grammatik (Abschnitte 311/312) erlauben die
Flexionsendung bei vorangestelltem Genitiv und Artikel.

http://www.canoo.net:
Namen im Genitiv: ohne Artikel mit -s, mit Artikel endungslos.
H.

Mir scheint
die ganze Verwirrung stammt wohl aus der Anlehnung an das Volkslied, in dem es heißt „Das Wandern ist des Müllers Lust“
Nun ist hier Müllers ja kein Name, sondern eine Berufsbezeichnung, die deshalb füglich des Genitiv-s teilhaftig wird.

Setzt man aber statt des Müllers einen Vornamen, so soll dieser den Regeln gemäß der Genitiv-Endung verlustig gehen, sobald ihm ein Artikel vorangesetzt wird.

Es wird also bei „der Christa Lust“ bleiben, während man dem Peter in diesem Fall durchaus das „S“ (aber dann, bitte, ohne Apostroph!) anhängen mag, um den Gleichklang mit dem bekannten Lied herzustellen.
Blah

http://www.canoo.net:
Namen im Genitiv: ohne Artikel mit -s, mit Artikel endungslos.

Ja. Und das ist auch falsch bzw. grob vereinfacht - Canoo ist nun mal nicht so ausführlich wie Duden oder andere Grammatiken. Sorry, aber das ist so. Und die entsprechenden Stellen im Duden belegen nunmal, daß Canoo da extrem vereinfacht - was man auch daran merkt, daß das, was Canoo in zwei Sätzen darstellt, im Duden zwei Seiten einimmt.

Hier noch einmal die Belegstellen:
Duden-Grammatik-Abschnitte 311/312
Duden „Richtiges und Gutes Deutsch“ Seite 698

Gruß,
Max

Hallo1

Es wird also bei „der Christa Lust“ bleiben, während man dem
Peter in diesem Fall durchaus das „S“ (aber dann, bitte, ohne
Apostroph!) anhängen mag, um den Gleichklang mit dem bekannten
Lied herzustellen.

Das liegt vor allem daran, weil Peter maskulin ist - die Sprache macht hier eine Ausnahme bei maskulinen Namen.

die Lust der Christa
der Christa Lust
die Lust des Peter
des Peter(s) Lust

Das s bei Peters kann wegelassen werden, muß aber nicht - was in vereinfachten Grammatiken zu dem Irrtum führt, es sei an dieser Stelle grundsätzlich falsch. ME dürfte die Form mit Flexionsendung aber im Sprachgebrauch sogar die häufigere sein.

Gruß,
Max